Suchen

Ciao Fahrzeugfotos: Neue Videobörse startet bald

Autor: Martin Achter

Fahrzeugvideos ja, Fotos nein: Das Technologieunternehmen Automotive Heads steht mit einer neuartigen Videofahrzeugbörse in den Startlöchern. Die Plattform richtet sich auch an Händler, aber darum geht es nicht alleine.

Firmen zum Thema

Die Videoaufnahme starten, und dann wird dem Verkäufer schon eine Anleitung eingeblendet, wie er einen optimalen Clip erstellt (Bildabschnitt rechts mit Overlay-Funktion): Die Videofahrzeugbörse Motorli will im Herbst an den Start gehen und setzt auf Bewegtbild statt auf Fahrzeugfotos.
Die Videoaufnahme starten, und dann wird dem Verkäufer schon eine Anleitung eingeblendet, wie er einen optimalen Clip erstellt (Bildabschnitt rechts mit Overlay-Funktion): Die Videofahrzeugbörse Motorli will im Herbst an den Start gehen und setzt auf Bewegtbild statt auf Fahrzeugfotos.
(Bild: Automotive Heads/Motorli)

Das deutsch-georgische Technologieunternehmen Automotive Heads will mit seiner Videofahrzeugbörse Motorli eine Alternative zu traditionellen Inseratemarktplätzen im Internet schaffen. Das Angebot soll bereits im vierten Quartal dieses Jahres zu nutzen sein, wie Geschäftsführer Stefan Jentzsch im Gespräch mit »Gebrauchwagen Praxis« sagte. „Aktuell sind wir noch in einer Testphase, der offizielle Start könnte im Herbst oder Winter stattfinden.“

Ziel sei es, mit Motorli den Fahrzeugkauf und -verkauf im Internet von einer Notwendigkeit zu einem Vergnügen zu entwickeln. „Uns geht es darum, für mehr Erlebnis und Klarheit beim Autokauf zu sorgen“, erklärte Jentzsch. Onlinevideos seien ein Format, das nicht nur von jüngeren Zielgruppen immer stärker genutzt werde. „Wir wollen den Reiz des Bewegtbildes mit dem Fahrzeugvertrieb verbinden. Außerdem sind Videoinserate für uns der nächste logische Schritt bei der Weiterentwicklung von Fahrzeugannoncen.“

Rundgang um Autos per Videoclip

Entsprechend wird die Plattform grundsätzlich auf Fahrzeugfotos verzichten. Im Mittelpunkt stehen stattdessen Fahrzeugvideos, ergänzt um Textbeschreibungen zu den angebotenen Autos.

Dabei geht es um sogenannte Walkaround-Videos, also Videorundgänge, in deren Mittelpunkt ein konkretes Fahrzeug steht. Solche Clips sind ein gängiges Instrument im Videomarketing und werden stellenweise schon von verschiedenen Händlern genutzt.

In einem ersten Schritt will Automotive Heads mit der Plattform im Marketing vorrangig private Nutzer bis 35 Jahre als Käufer und Verkäufer ansprechen. Händlern, die Onlinevideos als interessantes Präsentationsformat nutzen oder nutzen wollen, stehen aber ebenfalls die Türen offen. „Der Fokus liegt zunächst auf den Verbrauchern. Für diese wollen wir die Nutzungserfahrung optimieren“, betonte Jentzsch.

Motorli wird Verkäufern vom Start weg auch praktische Hinweise dazu geben, wie sie am besten Videoclips mit dem Smartphone erstellen: Welche Fahrzeugdaten sollten in den Videos genannt werden? Wann sollte im Clip welcher Teil eines Autos gezeigt werden? Umgesetzt wird dies über eine geführte Aufnahmefunktion mittels sogenannter Overlay-Technologie.

Automatisierte Untertitel

Die Software wird außerdem dafür sorgen, dass die gesprochenen Texte während der Aufnahme automatisch in Schrift umgewandelt und eingeblendet werden – als Untertitel begleitend zur Tonspur. Damit können die Verkaufsvideos beispielsweise auch mit stummgeschalteten Smartphones angesehen werden.

Um den Kontakt mit den Nutzern zu stärken, soll die Videobörse Motorli den Charakter eines sozialen Onlinenetzwerks tragen. So wird es möglich sein, Fahrzeuge auf der Plattform per Hashtag, also mithilfe von funktionalen Schlagwörtern, zu suchen und Likes zu vergeben sowie Inhalte zu teilen, wenn einem Nutzer ein Video gefällt. Daneben wird es aber auch klassische Suchmasken geben, wie sie für Fahrzeugbörsen üblich sind.

Messengerdienste an Bord

Automotive Heads will in Motorli für die Kommunikation zwischen Verkäufern und Kaufinteressenten gängige Messenger-Dienste wie Whatsapp oder den Facebook-Messenger einbinden. Das soll beispielsweise die Live-Videoberatung oder den Versand von personalisierten Verkaufsvideos ermöglichen.

Vorhanden sind außerdem Schnittstellen in verschiedene Richtungen. So soll es künftig auch möglich sein, Videos unkompliziert in andere Fahrzeugmarktplätze wie Mobile.de oder Autoscout 24 zu übertragen – oder auch auf die händlereigene Website. Auch die Anbindung von Fahrzeugverwaltungssystemen hat der Anbieter im Sinn. Zu einem Preis- oder Kostenmodell für Händler wollte sich der Automotive-Heads-Geschäftsführer noch nicht äußern.

(ID:46755987)

Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«