In Hamburg startet die erste Cupra-Garage in Europa. Damit führt Cupra fort, was letzte Jahr in Mexiko mit dem ersten Autohaus in der Regie des Fabrikats begann: die Marke wächst aus der Seat-Umgebung heraus.
Die Cupra Garage in Hamburg: So oder so ähnlich werden künftig wohl viele Cupra-Vertretungen aussehen.
(Bild: Seat)
Cupra wird zunehmend eigenständig. Mit der Eröffnung der Cupra-Garage in Hamburg an diesem Dienstag, 15. September, startet das erste eigenständige Autohaus der Performance-Marke in Deutschland. Betreiber ist die Audi Hamburg GmbH, ein Unternehmen der Retail-Sparte des Volkswagenkonzerns.
Die Eröffnung des Cupra-Flagship-Stores in Mexiko City im November 2019 hatte bereits in diese Richtung gewiesen. Seat Deutschland hatte damals auf Nachfrage von »kfz-betrieb« bestätigt, dass nach dem mexikanischen Vorbild ähnliche Autohäuser „in zentralen Ländern entstehen werden, natürlich auch in Deutschland“. Neben Hamburg ist in Deutschland dem Vernehmen nach auch noch mindestens München als weiterer – noch nicht bestätigter – Standort im Gespräch.
Entstanden ist die Cupra Garage im Hamburger Nedderfeld (Hausnummer 21-23) auf der Automeile nahe des Audi Zentrums Hamburg – aber auch in Sichtweite der Thomsen-Gruppe, die auch mit Seat und Cupra handelt, im Nedderfeld aber nur mit Nissan vertreten ist. Die Bauzeit für die neue Cupra-Heimat gibt das Unternehmen mit sieben Monaten an. Bezogen hat die Cupra Garage einen alten Industriebau aus den 1950er Jahren. Einst wurden hier Uhren für den öffentlichen Raum, Kraftmessgeräte für Jahrmärkte und laut Pressemitteilung sogar die Lostrommel der Fernsehlotterie gefertigt.
Platz für die gesamte künftige Palette
Entstanden ist ein Showroom mit 250 Quadratmetern Fläche inklusive des Auslieferungsraums, auf der fünf Fahrzeuge Platz finden. Perspektivisch kann die Cupra-Flotte den Platz damit ausfüllen, auch wenn derzeit offiziell nur der Cupra Ateca verfügbar ist. Zur Eröffnung an diesem Dienstag können die Besucher jedoch auch verschiedene Vorserienmodelle begutachten: den Cupra Leon, den Cupra Leon SP, den Cupra Formentor und bereits das vollelektrische SUV Coupé Tavascan. Damit erhalten Interessenten einen Einblick in die Zukunft der Marke. Weitere 350 Quadratmeter nimmt die Werkstatt ein, dazu kommen Nebenflächen wie Verkaufsbüros und die Service-Annahme.
Die scheint zunehmend nicht mehr als reines Anhängsel von Seat gedacht zu sein. Bereits im Juli hatte Seat-Vorstandschef Carsten Isensee deutlich gemacht, dass Cupra als Marke eigenständig positioniert wird, was sich äußerlich beispielsweise in einer getrennten Auflistung in Zulassungsstatistiken niederschlagen soll. Auch die Tatsache, dass das Elektroauto El Born nicht als Seat, sondern als Cupra auf den Markt kommt, spricht für die Aufwertung des einstigen Performance-Ablegers.
Optisches Ausrufezeichen am Eingang
Zu dieser Aufwertung gehört eine entsprechende Präsentation. „So einzigartig wie die Cupra-Produkte ohnehin schon sind, so außergewöhnlich präsentieren wir nun die Fahrzeuge in den neuen Räumen“, sagte Markus Keller, Geschäftsführer der Audi Hamburg GmbH, laut einer Pressemitteilung. Ein optisches Ausrufezeichen setzt das Eingangsportal des grauen Gebäudes mit einem breiten Holzrahmen. Das Innendesign orientiert sich an der Cupra-typische Beton-Optik mit kupferfarbenen Elementen an der Wand, in den Möbeln und unter der Decke, wie man sie seit der Präsentation der Marke auf dem Genfer Salon 2018 kennt.
Einen Eindruck vom Cupra-Autohaus in Hamburg gibt die im Februar eingeweihte Cupra-Zentrale in Matorell bei Barcelona, die ebenfalls als „Cupra Garage“ firmiert. Rund 5,2 Millionen Euro hatte der Hersteller in den Bau investiert, der 200 Mitarbeitern Platz bietet.
Auch in einigen Vorzeige-Projekten im Handel hat diese Optik bereits ihren Niederschlag gefunden: etwa im neuen Seat- und Cupra-Autohaus der Scherer-Gruppe in Bingen, aber auch im Cupra-Store der gleichen Gruppe am Nürburgring, der allerdings mit einem vollwertigen Autohaus nicht vergleichbar ist.
Stand: 08.12.2025
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