Deutscher Werkstattpreis 2026 Das sind die zehn besten freien Werkstätten des Jahres

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 9 min Lesedauer

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Vom Sportwagen-Schmuckkästchen im Hinterhof bis zum Handelsbetrieb mit Hunderten Neuwagen vor der Tür: Die Vielfalt der zehn besten Bewerber beim Deutschen Werkstattpreis ist wieder enorm. Begleiten Sie uns auf unserer Rundreise durch Deutschland und lernen Sie die Top Ten kennen!

Der Festsaal im Vogel Convention Center wartet auf seine Gäste – die Top-Betriebe beim Deutschen Werkstattpreis 2026.(Bild:  Stefan Bausewein)
Der Festsaal im Vogel Convention Center wartet auf seine Gäste – die Top-Betriebe beim Deutschen Werkstattpreis 2026.
(Bild: Stefan Bausewein)

Der Deutsche Werkstattpreis ist jedes Jahr aufs Neue eine Wundertüte. Denn die unternehmerische Vielfalt unter den freien Werkstätten ist enorm: Da gibt es den klassischen Rundum-Dienstleister, aber auch die komplett auf eine Marke oder gar nur ein Modell geeichte Spezialwerkstatt. Da gibt es Ein-Mann-Betriebe ebenso wie Großunternehmen mit mehreren Standorten. Und natürlich gibt es Traditionsfirmen, die seit Jahrzehnten familiengeführt sind, aber auch – und das macht am meisten Mut – junge Unternehmensgründer.

Die Jury, der neben der Redaktion von »kfz-betrieb« Fachleute der Sponsoren Aumovio Aftermarket, GTÜ, LKQ DACH und Würth angehören, konnte sich also auf eine spannende und kurzweilige Rundreise freuen. In diesem Jahr fanden sich die zu besuchenden Unternehmen alle in der Mitte Deutschlands, allerdings gut verteilt zwischen Mönchengladbach im äußersten Westen und Finsterwalde im fernen Osten der Republik. Nur einen Ausreißer gab es: Für das Autohaus Sand Jensen fuhren wir bis in den äußersten Norden des Landes – nach Flensburg.

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Formen Cars: „Das ist etwas ausgeartet“

Los ging es in der Klassikerstadt Weimar bei Formen Cars. Inhaber Christian Rau hat schon während seiner Ausbildung in einer angemieteten Halle angefangen, nebenbei zu schrauben. „Das ist dann etwas ausgeartet“, erinnert er sich heute schmunzelnd.

Im Jahr 2006 meldete er ein Gewerbe an und brachte sich die Grundlagen des Unternehmertums selbst bei – und mithilfe kompetenter Kunden, beispielsweise eines Rechtsanwalts. Zehn Jahre später zog er aus der gemieteten Halle in einen neu gebauten Betrieb, und wieder zehn Jahre später, zum Jurybesuch, präsentierte er sich hier als abgeklärter und erfolgreicher Unternehmer, der sich als erster in seiner Region auf Elektroautos spezialisiert hat und heute deshalb viele Tesla-Fahrer in seiner Kundschaft hat. „E-Eutos bieten viel Reparaturpotenzial“, betont Christian Rau. „Man muss nur anders verkaufen.“ Sein Lebensmotto lautet: „Niemals stehenbleiben“.

AHL: „Alle sind positiv verrückt“

Stehenbleiben durfte auch die Jury nicht. Denn am gleichen Tag wartete noch ein weiterer Bewerber, das Autohaus Lehniger in Finsterwalde. Gleich auf den ersten Blick wurde klar: Das ist ein ehemaliges BMW-Autohaus. Doch zahlreiche optisch und technisch deutlich modifizierte Fahrzeuge auf dem Außengelände und im Schauraum zeigten, dass AHL sich auf ein zweites Tätigkeitsfeld spezialisiert hat: das Tuning.

Inhaber Jan Lehniger, in fünfter(!) Generation für das 140 Jahre alte Unternehmen zuständig, führt die Motorsportbegeisterung auf seinen Vater zurück, der in der DDR ein bekannter Rennsportler war. Jan Lehniger selbst gründete, nachdem er 2014 Geschäftsführer bei AHL geworden war, mit HPC (High Performance Cars) eine zusätzliche Marke für das Tuning- und Veredelungsbusiness.

„Der Job ist einfach abwechslungsreich. Heute kommt ein Golf VII, morgen ein M3“, berichtet der Chef. Die Begeisterung dafür ist dem sehr jungen Team anzumerken, dem Jan Lehniger eine „positive Verrücktheit“ attestiert. Trotzdem hat sich AHL die BMW-Kompetenz erhalten und kann auf alle Informationen, Diagnosemöglichkeiten und Teile des Münchner Konzerns zurückgreifen.

Lindners Boxenstop: In zehn Jahren von der Scheune zur Kette

Der nächste Teil der Rundreise begann mit einer extrem kurzen Anreise: Ganz in der Nähe von Würzburg, in Veitshöchheim, sitzt mit Lindners Boxenstop eine wiederum sehr ungewöhnliche freie Werkstatt. Sie sticht nicht nur durch ihr schnelles Wachstum hervor – in gut zehn Jahren von einer Scheune zu mittlerweile drei Standorten –, sondern auch durch ihr Konzept: Inhaber Markus Lindner hat sich auf gewerbliche Kunden spezialisiert und bietet diesen einen auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnittenen Service und weitere Dienstleistungen an, etwa eine digitale Fuhrparkverwaltung.

Markus Lindner beeindruckte die Jury aber darüber hinaus mit seinem Unternehmertum und seiner strategischen Denkweise. Nach dem bescheidenen Beginn mit 5.000 Euro Startkapital in einer Scheune hat er mittlerweile zwei freie Werkstätten übernommen und Anfang 2026 sogar ein Autohaus – einen VW-Servicepartner. Auch mit nun drei Standorten und mittlerweile 40 Mitarbeitern ist er noch längst nicht zufrieden.

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