Das wäre der neue Opel Ampera gewesen

Autor / Redakteur: Joaquim Oliveira/Stefan Grundhoff / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Nahezu geräuschlos rollt in den USA derzeit die zweite Generation des Chevrolet Volt auf den Markt. Viele Defizite des Ur-Modells hat der Autobauer beseitigt.

In den USA rollt derzeit die zweite Generation des Chevrolet Volt auf den Markt. Angeboten wird er zum abgespeckten Basispreis von 32.000 US-Dollar.
In den USA rollt derzeit die zweite Generation des Chevrolet Volt auf den Markt. Angeboten wird er zum abgespeckten Basispreis von 32.000 US-Dollar.
(Foto: Chevrolet)

Auch wenn es die Verantwortlichen von General Motors vehement bestreiten: Der 2010 vorgestellte Chevrolet Volt und sein ein Jahr danach präsentierter Opel-Ableger Ampera waren echte Rohrkrepierer. Als der Trend zu Elektroautoautos noch als hoffnungsvoll aufkeimende Pflanze sprieß, war General Motors einer der ersten, der etwas im Köcher hatte. Irgendwie war der polarisierende Doppelpack auf beiden Seiten des Atlantiks eine technisch schwer verständliche Symbiose aus Elektroauto, Hybrid und alternativem Hoffnungsträger.

Alles andere als ein optischer Leckerbissen tat sich der Volt in seinem Heimatland USA nicht ganz so schwer wie der europäische Ladenhüter Ampera. Das Design: hier ein bisschen Tupperware – dort etwas Apple-Style aus den späten 80er Jahren. Der Flop überraschte letztlich kaum jemanden. Doch zumindest in den Vereinigten Staaten hat jeder eine zweite Chance verdient und so präsentiert sich der Chevrolet Volt II gefälliger und zeitgemäßer als der Schnellschuss zuvor.

Deutlich mehr Platz

Das gilt nicht nur für das Blechkleid, sondern mehr denn je auch für den Innenraum. Das klobige Ungetüm von Armaturenbrett ist verschwunden und es gibt vorne und hinten deutlich mehr Platz für die Passagiere. Auch bei den Materialien war der erste Chevrolet Volt ebenso wie sein europäisches Pendant alles andere als eine Offenbarung. Doch die Hartplastikwüste gehört der Vergangenheit an, auch wenn beim neuen Volt keinerlei Premium-Gefühle aufkommen wollen. Ebenso zwei Klassen besser ist die Bedienung im Allgemeinen mit einem zentral angeordneten Großbildschirm, auf dem sich alle wichtigen Funktionen ertasten lassen.

Der neue Chevrolet Volt hat seinen grundsätzlichen Charakter behalten, ist um acht Zentimeter in der Länge gewachsen, während der Radstand nur um 1,7 Zentimeter wuchs. Wer in die zweite Reihe einsteigt, muss noch immer auf seinen Kopf achten, denn allen SUV-Trends zum Trotz ist auch die Generation II ein gewöhnlicher Fünftürer mit allen Vor- und Nachteilen eines Modells mit abfallender Dachlinie. Dennoch ist der Chevrolet Volt II keinesfalls zu einem Fünfsitzer aufgestiegen: Im Fond gibt es zwischen den beiden äußeren Sitzplätzen ein beledertes Kissen, auf dem auf einer Kurzstrecke allenfalls ein kleines Kind hocken kann. Der Laderaum ist mit kaum mehr als 300 Litern zu klein.

Basispreis sinkt auf 32.000 US-Dollar

Statt des bisherigen 1,4-Liter-Graugusstriebwerks arbeitet neben dem Elektroantrieb nunmehr ein 1,5 Liter großer Direkteinspritzer ohne Turboaufladung. Dessen Vollaluminiumbauweise reduziert das Gewicht um 50 Kilogramm – in Gold aufzuwiegen bei den hier besonders anfälligen Elektroautos. Da dieser – ebenso wie beim Toyota Prius – im Atkinson-Zyklus effizienter arbeitet, bekam er den Vorzug vor dem modernen Einliter-Dreizylinder-Turbo aus dem Hause Opel, der unter anderem Astra und Corsa sparsame Flügel verleiht. Für den Großteil des Vortriebs sorgen jedoch zwei Elektromotoren (118 und 65 PS), die gemeinsam 150 PS Leistung und 398 Nm maximales Drehmoment produzieren. Zusammen mit dem 101 PS starken Vierzylinder-Verbrenner schafft der 1,6 Tonnen (minus 170 kg zum Vorgänger) schwere Fronttriebler den Spurt 0 auf Tempo 100 in 8,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird allzu früh bei 158 km/h abgeregelt, was die Ökoanhänger auf den streng limitierten US-Highways jedoch kaum stören dürfte.

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