Fahrzeugbestand Der Automarkt hat sich kräftig umgebaut

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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SUVs und Geländewagen dominieren schon länger den Neuwagenmarkt. Das schlägt sich inzwischen deutlich in den Bestandszahlen nieder. Nur noch mit knappem Vorsprung liegt die lange dominierende Kompaktklasse auf Platz eins.

Der Fahrzeugbestand in Deutschland wächst immer weiter – vor allem SUVs und Geländewagen sind immer öfter zugelassen.(Bild:  Seyerlein/»kfz-betrieb«)
Der Fahrzeugbestand in Deutschland wächst immer weiter – vor allem SUVs und Geländewagen sind immer öfter zugelassen.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Pkw-Markt hat sich zwischen 2016 und 2026 deutlich verändert. SUV und Geländewagen prägen zunehmend und unübersehbar das Straßenbild: Zusammen kamen diese beiden wenig trennscharfen Segmente Anfang 2026 auf 10,54 Millionen Pkw und damit auf rund 21 Prozent Marktanteil, wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht. Vor zehn Jahren waren es erst 3,68 Millionen (8,2 %). Der gesamte Fahrzeugbestand wuchs binnen zehn Jahren um 9,8 Prozent auf 49,49 Millionen Fahrzeuge.

Aufgeschlüsselt zeigt sich die Dynamik besonders deutlich: Das SUV-Segment legte explosionsartig um fast 300 Prozent zu – von 1,8 auf 7,2 Millionen Fahrzeuge. Geländewagen wuchsen um 79,2 Prozent auf 3,34 Millionen.

Trotz dieser Verschiebung bleibt die Kompaktklasse mit 10,77 Millionen Autos noch das größte Segment. Ihr Gewicht nimmt jedoch ab: Der Anteil sank von 26 auf knapp 22 Prozent. Angesichts der aktuellen Zulassungszahlen ist in absehbarer Zeit damit zu rechnen, dass die SUVs die Führung auch im Bestand übernehmen.

Ähnlich im Trend liegen kleinere Segmente: Bei den Kleinwagen ist der Bestand mit 8,82 Millionen zwar nahezu stabil, der Anteil fiel aber von 20 auf 18 Prozent. Kleinstwagen verharren mit rund 6,5 Prozent nahezu unverändert.

Deutlich unter Druck steht die klassische Limousinenlandschaft. Die Mittelklasse schrumpfte von 7,08 auf 5,45 Millionen Fahrzeuge (–23,0 %), die Obere Mittelklasse um 14,0 Prozent. Auch die früheren Familienlieblinge verlieren: Der Bestand an Mini-Vans reduziert sich um 19,2 Prozent, bei den großen Vans ging es 17,3 Prozent bergab. Viele dieser Raumkonzepte werden heute durch SUVs ersetzt – ein Trend, der das Straßenbild sichtbar prägt und die Modellpolitik der Hersteller verändert.

Ein weiterer deutlicher Gewinner ist das Segment der Wohnmobile. Ihr Bestand kletterte von rund 417.000 auf 1,05 Millionen Fahrzeuge (+150,7 %), der Anteil stieg damit von 1 auf 2 Prozent – befeuert durch veränderte Reise- und Urlaubsgewohnheiten und den Wunsch nach unabhängiger Mobilität. Außerhalb des klassischen Pkw-Umfelds zeigt zudem das Utility-Segment ein deutliches Wachstum (+34,5 Prozent), was auf eine robuste Nachfrage nach zweckorientierten Fahrzeugen hindeutet.

Angesichts der aktuellen Neuzulassungen ist keine Trendwende absehbar: Die SUV-Dominanz dürfte weiter zunehmen, während traditionelle Limousinen- und Van-Konzepte weiter an Boden verlieren.

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