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Deutsche sehen Zukunft für E-Autos – und ökologische Probleme

| Autor: Andreas Grimm

Die Elektromobilität hat aus Sicht der Verbraucher das Potenzial, gegen Klimawandel und Luftverschmutzung zu helfen. Ein Allheilmittel sehen sie darin aber nicht. Stärker als in anderen Staaten interessieren sie sich für die Gesamtklimabilanz eines E-Mobils.

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Die Deutschen halten E-Autos schon für eine gute Sache, aber ganz überzeugt sind sie noch nicht.
Die Deutschen halten E-Autos schon für eine gute Sache, aber ganz überzeugt sind sie noch nicht.
(Bild: Bosch)

Hersteller und Handel sind weiterhin schwer gefordert, die deutschen Verbraucher von der Elektromobilität zu überzeugen. Zwar erwartet weltweit eine große Mehrheit der Menschen, dass das Elektroauto gegen den Klimawandel helfen kann. Doch gerade die Deutschen sind dahingehend zurückhaltend: 52 Prozent sind der Ansicht, dass die Gesamtökobilanz des E-Autos in Bezug auf Treibhausgasemissionen nicht besser ist als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Das ergab die in 16 Ländern durchgeführte „Automobilbarometer“-Studie im Auftrag von Consors Finanz.

Kritisch sehen 90 Prozent der Deutschen, dass die Herstellung und Verwertung der Batterien mit neuen Umweltproblemen einhergeht. Gleichzeitig bewerten 87 Prozent die Nutzung fossiler Brennstoffe (Erdöl oder Gas) als ein Problem für die Ökobilanz. Immerhin aber sehen 81 Prozent der Deutschen, dass eine verstärkte Nutzung von E-Autos eine signifikante Umweltentlastung in den Städten bringen würde.

Letztlich verbinden hierzulande 80 Prozent mit dem Elektroauto ein positives Image – nur ein Fünftel würde aus mangelndem Vertrauen in die Technik den Kauf eines E-Autos ausschließen. Sogar 92 Prozent finden, dass E-Autos ein angenehmes Fahrgefühl vermittelt. Das ist ein etwas erstaunlicher Wert, denn der Anteil der Autofahrer, die überhaupt schon mal elektrisch gefahren sind, ist sicher deutlich geringer.

Unter dem Strich sieht die Mehrheit der Deutschen dennoch eine Zukunft für das Elektroauto. Allerdings sehen das derzeit nur 68 Prozent so – das ist der niedrigste Wert der 16 untersuchten Märkte. Weltweit sehen die Befragten zu 84 Prozent eine Zukunft für das Elektroauto.

Niedrigste Zustimmung für E-Autos in Japan

Gleichzeitig wächst die grundsätzliche Bereitschaft, künftig elektrisch zu fahren. Im weltweiten Durchschnitt können sich 57 Prozent der Befragten ein Hybrid-Auto in den kommenden fünf Jahren vorstellen und 43 Prozent ein reines E-Mobil. Sehr gute Chancen haben E-Autos dabei in China, aber euch in Mexiko und Brasilien. In Italien und Spanien kommen vor allem Hybride gut an. Die Deutschen dagegen sind zurückhaltend mit konkreten Kaufabsichten. Hier ziehen 49 Prozent einen Hybridwagen in Erwägung und 30 Prozent ein batterieelektrisches Auto. Die niedrigsten Zustimmungswerte erzielt die Elektromobilität übrigens ausgerechnet im Technologie- und Autoland Japan.

Unter dem Strich müssen Handel und Hersteller in Deutschland eine gewisse kritische Grundhaltung der Verbraucher beachten, die „Innovationen stärker im Gesamtkontext sehen“, analysiert Claus-Christian Carbon, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Aus diesem Grund werde die Gesamtökobilanz von Elektroautos hierzulande noch sehr kritisch gesehen. „Der Erfolg der Elektromobilität ist ohne die Berücksichtigung ökologischer Aspekte bei der Herstellung und Verwertung der Batterien nicht denkbar“, ergänzt Brauer.

Wie es darum steht, erläutert der Faktenchef E-Mobilität.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«