Reifendruckkontrollsysteme Die RDKS-Pflicht für Lkw beginnt am 1. Juli

Von Jan Rosenow

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Zuerst müssen neu homologierte Lkw, aber auch größere Transporter und Busse mit Reifendrucksensoren ausgestattet werden. 2024 gilt die Pflicht dann für alle Neufahrzeuge. Erste Sensorproduzenten bringen sich bereits mit Aftermarket-Sensoren in Stellung.

Zehn Jahre nach der Einführung der RDKS-Pflicht für Pkw kommt nun die für alle Fahrzeuge. Es wird Zeit, könnte man sagen.
Zehn Jahre nach der Einführung der RDKS-Pflicht für Pkw kommt nun die für alle Fahrzeuge. Es wird Zeit, könnte man sagen.
(Bild: Alcar )

Reifenplatzer durch mangelnde Kontrolle des Fülldrucks haben beim Lkw deutlich schwerere Folgen als beim Pkw. Sie können Unfälle und Fahrzeugbrände auslösen, durch herumfliegende Reifenteile andere Pkw beschädigen oder lange Staus verursachen. Und selbst einen simplen Liegenbleiber kann sich die auf Effizienz getrimmte Speditionsbranche eigentlich nicht mehr leisten. Trotzdem hat es bis 2022 gedauert, bis der Gesetzgeber auch für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse eine RDKS-Pflicht angeordnet hat. Sie gilt ab dem 1. Juli; zuerst wie üblich für neu homologierte Fahrzeuge. Alle Neuzulassungen sind erst 2024 betroffen.

Obwohl der Zuwachs des Bestands also langsam vonstatten gehen wird, bringen sich bereits heute Hersteller von Reifendrucksensoren auf dem Lkw-Markt in Stellung. Denn hier lassen sich nicht einfach die Pkw-Sensoren verwenden: Der weit höhere Reifenfülldruck und die höhere Laufleistung der Nutzfahrzeuge erfordern angepasste Konstruktionen.

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Auch das Befestigungskonzept kann sich unterscheiden – wie beim HD-Sensor von Alcar. Dieser ist nicht am Ventil angebracht, sondern wird mit einem umlaufenden Band im Tiefbett der Felge befestigt. Der Vorteil laut Alcar: Als Ventile können so weiter günstige Normteile verwendet werden. Außerdem sinkt die Krafteinwirkung auf den Sensor und er kann bei der Reifendemontage nicht so leicht beschädigt werden. Das für stärkste Beanspruchung entwickelte Kunststoffband mit Klettverschluss passt für alle Raddimensionen zwischen 17,5 bis 24,5 Zoll.

Der neue Alcar-Sensor HD ist ein Universalsensor und lässt sich auf jedes beliebige Fahrzeugmodell frei programmieren. Für die Programmierung hat der Anbieter ein Nutzfahrzeug-Upgrade für das bestehende Servicegerät TECH-600 entwickelt. Dieses ermöglicht das Programmieren oder auch das Erstellen eines OE-Klons des bestehenden Sensors.

Neuer Universalsensor von BH Sens

Mit BH Sens bietet ein weiterer RDKS-Spezialist im Nutzfahrzeugbereich einen programmierbaren Ersatzsensor an, der auf seiner Intellisens-Technik für den Pkw-Markt basiert. Gefertigt und getestet wird der UVS 01 HD, wie die original Ersatzsensoren, nach OEM-Standards. Die Montage des Sensors erfolgt analog zur Erstausrüstung am RDKS-Ventil.

Mit dem Universalsensor UVS 01 HD, der Ende Mai auf der Fachmesse The Tire Cologne vorgestellt wurde, bietet BH Sens nach eigenen Angaben eine zukunftssichere Lösung für den Service am RDKS von Nutzfahrzeugen. Heute noch unbekannte Sensorprotokolle können zukünftig über eine integrierte Update-Funktion auf den Sensor aufgespielt werden. Das passende Servicegerät hierzu ist das DT 24 HD inklusive OBDII-Modul. Das Gerät wurde speziell für Nutzfahrzeugwerkstätten entwickelt.

Sensoren im Gummiball

Einen Universalsensor für Lkw, der mit einem Halteband befestigt wird, hat auch der Sensorhersteller CUB zu bieten. Auf der Tire Cologne präsentierte das Unternehmen aber noch eine weitere, interessante Neuheit auf diesem Gebiet: Es handelt sich um ein Reifendruckkontrollsystem zum Nachrüsten, das sich besonders für Lkw, Traktoren und andere schwere Fahrzeuge, aber auch für Wohnmobile oder Caravans eignet. Besondere Eigenschaft: Der Montageaufwand liegt bei Null: Die Sensoren sind nämlich in einen Gummiball eingebettet, der einfach in den Reifen gelegt wird.

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