Synthetische Kraftstoffe Dienstreise mit dem E-Fuel-Auto

Von Doris Pfaff

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Für ZDK-Geschäftsführer Werner Steber war die Dienstfahrt nach München unauffällig. Für die rund 600 Kilometer von Bonn brauchte er mit Zwischenstopp an einer Raststätte gut sieben Stunden. Und doch hatte es die Reise in sich, bzw. der Tank. Denn statt mit fossilem Sprit fuhr das Fahrzeug mit E-Fuels.

Zwischenstopp an einer Raststätte auf dem Weg zwischen Bonn und München: ZDK-Geschäftsführer Werner Steber testet das E-Fuel-Auto auf einer Langstrecke.
Zwischenstopp an einer Raststätte auf dem Weg zwischen Bonn und München: ZDK-Geschäftsführer Werner Steber testet das E-Fuel-Auto auf einer Langstrecke.
(Bild: ZDK)

Dass ein Auto in Deutschland derzeit mit rein synthetisch hergestelltem Kraftstoff unterwegs ist, ist außergewöhnlich. Denn E-Fuels sind bislang nur für Forschungszwecke und nicht in großen Mengen verfügbar. Und zudem sehr teuer. Nur eine Produktion des synthetischen Kraftstoffs mithilfe von Strom aus Solarenergie, beispielsweise aus wind- und sonnenreichen Ländern wie Chile, ist aufgrund der dafür benötigten Energie vertretbar.

So weit ist Deutschland nicht. Alle Zeichen stehen hier auf Elektromobilität. Noch: Inzwischen mehren sich die Befürworter für synthetisch hergestellte Kraftstoffe. Für technologieoffene Konzepte und Alternativen zur Elektromobilität kämpfen verschiedene Interessensgruppen, darunter auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Um zumindest die Bedenken in Bezug auf die Technik zu nehmen, führt der ZDK gemeinsam mit dem Uniti Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V. und dem ADAC ein Langzeitprojekt durch.

Unter dem Motto „E-Fuels for Future“ testen sie seit Ende Juni das Fahrverhalten eines gebrauchten Golf VII, der nur mit synthetisch hergestelltem Sprit unterwegs ist.

„Ziel der Studie ist, zu demonstrieren, dass der Einsatz von E-Fuels in Autotanks problemlos möglich ist, ohne dass sich das negativ auf die Fahr- oder Motorleistung auswirkt“, sagt ZDK-Geschäftsführer Werner Steber von der Abteilung Werkstätten und Technik.

Von Bonn nach München

Neben verschiedenen Tests bei den Autodoktoren und dem ADAC stehen dabei auch Langzeitfahrten an. Eine davon führte Steber nun selbst durch und nutzte einen dienstlichen Termin in München als Ziel für eine lange Autobahnfahrt mit dem E-Fuel-Auto.

Für die rund 600 Kilometer lange Strecke von Bonn in die bayerische Landeshauptstadt brauchte er wegen eines Staus vor Karlsruhe gut sieben Stunden, inklusive eines Zwischenstopps an einer Raststätte. Alles war wie immer, so sein Fazit. „Nach meiner subjektiven Einschätzung konnte ich bei Fahreigenschaften, Leistung oder Verbrauch keinen Unterschied zur Fahrt mit dem handelsüblichen fossilen Kraftstoff feststellen“, sagte er.

Im Schnitt habe der Wagen gut fünf Liter pro 100 Kilometer verbraucht, ein Teil des höheren Verbrauchs sei auf den rund zehn Kilometer langen Stau bei Karlsruhe zurückzuführen, so Steber.

Einzige Auffälligkeit seien laut Steber einige neugierige Blicke anderer Autofahrer gewesen. Denn inkognito ist der E-Fuel-Golf nicht unterwegs, dafür sorgen allein die großen Werbeaufkleber des Projekts auf dem Fahrzeug.

Die ersten Zwischenergebnisse seines Langzeittests wird der ZDK auf der Automechanika in Frankfurt/Main (13. bis 17. September) vorstellen, darunter auch die Abgas- und Verbrauchstests des ADAC.

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