Diskussion: Anhaltende Stagnation bei Neuwagen

Autor / Redakteur: Stephan Richter / Jens Rehberg

Die Prozesse im Autohaus optimieren und sich an einen verändernden Markt anpassen – so lautet das Fazit des Forums „Vom Goldesel zum Millionengrab!“ anlässlich der 38. Bundesfachtagung in Frankfurt.

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Michael W. Thiede vom Autohaus Chemnitz hielt eine emotionale Rede über die Chancen des Autohandels.
Michael W. Thiede vom Autohaus Chemnitz hielt eine emotionale Rede über die Chancen des Autohandels.
( Archiv: Vogel Business Media )

Kann der Autohandel in Deutschland mit dem Neuwagengeschäft auch morgen noch Erträge erwirtschaften? Dieser Frage widmete sich eine Expertenrunde bei der 38. Bundesfachtagung im Forum „Vom Goldesel zum Millionengrab!“.

Professor Dr. Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch-Gladbach präsentierte einen Überblick über die Entwicklung des globalen Neuwagenmarkts. Dieser sei im ersten Halbjahr 2010 um 14 Prozent gegenüber 2009 gewachsen. Für das Gesamtjahr prognistiziert Bratzel eine durchschnittliche EBIT-Marge von fünf Prozent. Gerade China (+19 Prozent) und die USA (+17 Prozent) zählen seiner Meinung nach zu den aufstrebenden Märkten.

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Für Deutschland sagt Bratzel hingegen eine Stagnation der Verkäufe voraus. Im ersten Halbjahr 2010 verzeichnete der hiesige Handel ein Minus von 30 Prozent im Vergleich zum „Ausnahmejahr“ 2009, das durch die Umweltprämie geprägt war. Laut seiner Untersuchung pegelt sich der Neuwagenabsatz bis 2015 zwischen 2,8 und 3,3 Millionen Einheiten ein. Dieses Niveau soll in absehbarer Zeit nicht mehr anziehen.

Die Kunden werden älter

Autohäuser, Hersteller und Importeure müssen sich seiner Meinung nach aber nicht nur darauf einstellen, sondern auch auf eine alternde Bevölkerung jenseits der 60 Jahre. Schon jetzt belegt Deutschland im weltweiten Ranking mit 25,3 Prozent Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung Platz drei. Bis 2030 soll er die 50-Prozent-Marke übersteigen. Damit ändern sich laut Bratzel auch die Anforderungen an die Automobilhersteller.

Zusätzlich weist Deutschland europaweit die schlechteste Reallohnentwicklung auf. Und das bei steigenden Neuwagenpreisen und Stundenverrechnungssätzen.

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