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E-Auto-Prämie startet – Verbände erwarten Hochlauf

| Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Seit diesem Mittwoch ist die erhöhte Umweltprämie offiziell in Kraft, die Kunden kommen selbst ohne Verhandlungsgeschick nun günstig an E-Autos. Die Regelung greift nun auch für junge gebrauchte E-Autos. Gleichzeitig kommen die Neuwagenpreise immer weiter ins Rutschen.

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(Bild: Daimler)

Käufer von Elektroautos bekommen jetzt deutlich mehr Geld vom Staat. Seit Mittwoch gelten neue Kaufprämien für alle Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden – für rein elektrische Fahrzeuge und für Plug-in-Hybride. Die Bundesregierung hatte die höhere Förderung bereits im vergangenen September in ihrem Klimaschutzprogramm beschlossen. Das anschließende Verfahren unter Beteiligung der EU-Kommission zog sich aber hin. Erst in der vergangenen Woche hatte Brüssel grünes Licht gegeben. Am Dienstag wurde die Richtlinie im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Förderung ist von der Art des Autos und vom Listenpreis abhängig. Für batterieelektrische Fahrzeuge bis zu einem Listenpreis von 40.000 Euro steigt sie von 4.000 auf 6.000 Euro. Für Autos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro liegt der Zuschuss künftig bei 5.000 Euro, ein Viertel höher als bisher. Für Plug-in-Hybride unter 40.000 Euro sind es 4.500 Euro (statt bislang 3.000); bei einem Listenpreis über 40.000 Euro bekommen Käufer 3.750 Euro (statt 3.000). Das Geld kann auch rückwirkend beantragt werden.

Erstmals kann die Kaufprämie unter bestimmten Voraussetzungen auch für junge gebrauchte E-Autos beantragt werden. Sie dürfen dafür allerdings weder beim Ersterwerb noch als Firmenwagen eine staatliche Förderung erhalten haben. Außerdem dürfen sie nicht älter als 12 Monate und nicht mehr als 15.000 Kilometer gelaufen sein. Dann gibt es für gebrauchte Elektroautos 5.000 Euro, für gebrauchte Hybride 3.750 Euro.

Rabatte steigen deutlich

Der Branchenverband VDA bezeichnete die neuen Prämien als „wichtigen Meilenstein für den gewünschten Hochlauf der Elektromobilität.“ Vom Importeursverband VDIK hieß es, der erhöhte Umweltbonus ist ein entscheidendes Instrument, um der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen. Einige Importeure hatten zuletzt hohe Rabatte auf E-Autos aufgerufen, um die Verzögerungen bei der offiziellen Prämie zu kompensieren. Den Nissan Leaf etwa gibt es derzeit bis zu 10.000 Euro unter Listenpreis, bei Hyundai sind bis zu 8.000 Euro drin.

Die Industrie beteiligt sich zur Hälfte an dem sogenannten Umweltbonus, der Staat zahlt die andere Hälfte. Zuletzt war die Rede davon, dass die höhere Prämie Milliarden kostet. Zur bislang gültigen Kaufprämie hatten Bund und Industrie jeweils 600 Millionen Euro beitragen. Die jetzt in Kraft gesetzte Regelung ist bis Ende 2025 befristet. Bundesregierung und Autoindustrie hatten sich bei einem Spitzentreffen im November darauf verständigt, dass sich die Industrie weiter an dem Bonus beteiligt. Verabredet wurde auch, das Ladenetz für E-Autos schneller auszubauen.

Zwar steigen die Neuzulassungen von E-Autos, sie haben aber noch nicht den Durchbruch auf dem Massenmarkt geschafft. Die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 erreicht werden sollen. Dafür wird bis 2030 eine Zahl von 7 bis 10 Millionen E-Autos in Deutschland als notwendig angesehen.

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