Eigentümerwechsel verunsichert Hyundai-Händler

Redakteur: Andreas Wehner

Einen Tag vor der Jahreshauptversammlung des Hyundai-Händlerverbands erfuhren die Partner vom Verkauf des Importeurs an den Hersteller. Viele reisten mit einer Portion Skepsis nach Berlin - und erfuhren wenig Neues.

Firmen zum Thema

Peter Schumann, Präsident des Hyundai-Händlerverbands: „Wir brauchen Klarheit für die Zukunft, damit wir uns um unser Alltagsgeschäft kümmern können.“
Peter Schumann, Präsident des Hyundai-Händlerverbands: „Wir brauchen Klarheit für die Zukunft, damit wir uns um unser Alltagsgeschäft kümmern können.“
( Wehner )

Eher Zufall als Timing: Einen Tag vor der Jahreshauptversammlung des Hyundai-Händlerverbands erfuhren die Partner der koreanischen Marke vom Eigentümerwechsel bei ihrem Importeur. Die Emil-Frey-Gruppe gibt ihren Mehrheitsanteil an Hyundai Motor Deutschland an den Hersteller ab. Mit großer Unsicherheit waren viele Händler zu der Tagung nach Berlin gereist.

„Auch wenn sich diese Entwicklung abgezeichnet hat, hat uns doch alle überrascht, dass es so schnell ging“, sagte der Vorsitzende des Händlerverbands Peter Schumann. Auch wenn es derzeit heiße, dass alles beim alten bleibe, werde es über kurz oder lang sicherlich Veränderungen geben. Für konkrete Prognosen sei es jedoch zu früh. „Aber es wird sicher bald mehr Arbeit auf den Verband zukommen“, so Schumann.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

Zwar stellten sich die Verantwortlichen von Hyundai Motor Deutschland und Emil Frey den Fragen der Händler. Viel Neues erfuhren die anwesenden Hyundai-Partner jedoch nicht. An den Rahmenbedingungen für die Partner werde sich nichts ändern, betonte Rudolf Wohlfarth, Deutschland-Chef von Emil Frey. Die Verträge blieben bestehen, die FFS-Bank bleibe der Finanzpartner und auch Fadis und FSD werden in den nächsten Jahren weiter für Hyundai tätig sein. Emil Frey könne keine Garantie darüber geben, was Hyundai Motor Deutschland künftig mache. „Aber wir haben alles getan, damit Sie in eine gute Zukunft gehen können“, sagte Wohlfahrt.

Seinen vermutlich letzten größeren Auftritt vor den Hyundai-Händlern hatte der Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland Werner Frey. Er wird nach dem Verkauf nicht mehr an der Spitze des Importeurs stehen. Hyundai Motor Deutschland stehe zusammen mit dem französischen Importeur, der ebenfalls bisher zur Emil-Frey-Gruppe gehörte und jetzt an den Hersteller geht, für ein Viertel des Hyundai-Absatzes in Europa. Um ein solches Volumen zu bewältigen, sei ein großer finanzieller Aufwand nötig. Hier biete der Hersteller neuen Spielraum, um das geplante Wachstum der Marke voranzutreiben.

Werner Frey: „Es gibt keine Zäsur“

Frey appellierte an die Händler, sich von der neuen Situation nicht verunsichern zu lassen. „Es gibt keine Zäsur“, sagte der scheidende Hyundai-Chef. Die Planung für das nächste Jahr sei gemacht und werde jetzt mit den Händlern besprochen. Das Team bleibe das alte. „Ich wünsche mir, dass die enge Verbundenheit zwischen Importeur und Händlern erhalten bleibt. Und so wie ich die koreanischen Kollegen verstehe, will man diesen Weg auch gehen“, so Frey.

Auf Seite 2: Graumarkt macht Händlern Bauchschmerzen

(ID:387637)