Enders kauft Ehrlich

Autor: Jens Rehberg

Die Enders-Gruppe verstärkt ihre Renault/Dacia/Kia-Sparte um die beiden Standorte des Autohauses Ehrlich in Aschaffenburg und Würzburg. Dabei holt sich das Autohandelsunternehmen gleich noch zwei neue Fabrikate ins Portfolio.

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Diese Würzburger Fiiliale ist ab dem Jahreswechsel der sechzehnte Stützpunkt der Enders-Gruppe.
Diese Würzburger Fiiliale ist ab dem Jahreswechsel der sechzehnte Stützpunkt der Enders-Gruppe.
(Bild: Enders)

Enders Automobile in Fulda (Renault, Dacia und Kia) übernimmt zum 1. Januar das Autohaus Ehrlich (Renault, Opel und Mazda) mit zwei Standorten in Aschaffenburg und Würzburg. Wie der zur Enders-Gruppe gehörende Fuldaer Betrieb in einer Pressererklärung am Donnerstag bekannt gab, sollen alle 122 Mitarbeiter von Ehrlich an Bord bleiben. Auch der Firmenname soll Bestand haben. Enders beschäftigt künftig an fünf Standorten (Fulda, Wiesbaden, Eschwege, Aschaffenburg und Würzburg) etwas über 200 Mitarbeiter. Mit dem Zukauf, zu dessen Preis sich das Unternehmen ausschweigt, wächst die Enders-Gruppe auf 16 Betriebe an.

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Deren Inhaber Peter Enders wird in der Mitteilung folgendermaßen zitiert: „Wir übernehmen kerngesunde Familienbetriebe, die knapp 30 Jahre lang erfolgreich geführt wurden, eine Nachfolgeregelung anstrebten und diese nach für beide Seiten konstruktiven Vorgesprächen gefunden haben.“

Enders verkaufte an seinen drei Renault-Standorten bislang jährlich rund 1.800 Neu- und 700 Gebrauchtfahrzeuge. Das Autohaus Ehrlich verkaufte zuletzt ebenfalls knapp 1.800 Neuwagen und dazu rund 1.000 Gebrauchte. „Damit könnten wir 2020 die Schallmauer von 100 Millionen Euro Umsatz knacken", sagt Roland Simon, Geschäftsführer von Renault Enders. In seinen beiden neuen Verkaufsstützpunkten will er in Kürze zwei Filialleiter einsetzen, deren Namen er aber noch nicht bekannt geben möchte.

Mit der Übernahme hat Renault Enders nun eine Größe erreicht, die die Einrichtung wichtiger Stabsstellen ermöglicht. So sollen künftig ein gesamtverantwortlicher Gebrauchtwagenleiter, ein Nutzfahrzeug- sowie ein Internetbeauftragter ihre jeweiligen Bereiche standortübergreifend nach vorne bringen.

Nicht zuletzt die Betriebsgröße und die damit verbundene Zukunftsfähigkeit waren Beweggründe für Paul und Peter Ehrlich, ihr Unternehmen jetzt zu verkaufen. „Im Zuge der Digitalisierung und allgemein steigender Anforderungen an Autohäuser in den nächsten zehn Jahren – vor allem in größeren Städten – werden sich kleinere Betriebe dort in Zukunft schwer tun“, sagte Paul Ehrlich im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Im Verbund mit den Enders-Autohäusern sei die Perspektive für die Mitarbeiter nun noch einmal deutlich besser. Paul und Peter Ehrlich wollen dem neuen Inhaber noch so lange beratend zur Seite stehen, „bis wir sicher sind, dass wir nicht mehr gebraucht werden“, so der Händler.

Internet-Vertrieb ist keine Bedrohung

Peter Enders wiederum ist sich absolut sicher, dass der stationäre Handel vor Ort auch in Zukunft nicht durch das Internet ersetzt werden kann: „Schon allein vor dem Hintergrund der Gefahren durch Cyberkriminalität und der Verunsicherung in der Bevölkerung ist es eher unwahrscheinlich, dass da jemand mal eben sein Traumauto anklickt, dann seine Bankdaten eintippt und darauf vertraut, dass alles gut geht.“ Ein Großteil der Kunden werde bei Investitionsentscheidungen, die im fünfstelligen Euro-Bereich liegen, immer ins Autohaus kommen und den persönlichen Kontakt zu den Verkäufern suchen, so der Unternehmer.

Die Enders-Gruppe beschäftigt künftig insgesamt 770 Mitarbeiter. Neben den genannten Fabrikaten vermarktet das Unternehmen noch BMW, Mini und Ferrari. Zuletzt lag der Jahresumsatz bei rund 330 Millionen Euro. Die Betriebe der Gruppe werden in diesem Jahr rund 11.000 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge absetzen.

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