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Erste Kunden holen ihren VW ID 3 ab: Volkswagens Zukunft startet heute

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Konzernchef Herbert Diess hat die Elektromobilität zum Kernthema für VW ausgerufen, jetzt will er liefern. Mit dem ID 3 sollen E-Autos massentauglich werden. Nach holprigem Start geht es mit der heutigen ersten Übergabe an Käufer schon um alles.

Bei der Schlüsselübergabe in Wolfsburg v.l.n.r.: Roland Clement, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt, Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand Volkswagen Pkw, Oliver Nicolai, First Mover, Holger B. Santel, Leiter Vertrieb und Marketing Volkswagen Pkw.
Bei der Schlüsselübergabe in Wolfsburg v.l.n.r.: Roland Clement, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt, Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand Volkswagen Pkw, Oliver Nicolai, First Mover, Holger B. Santel, Leiter Vertrieb und Marketing Volkswagen Pkw.
(Bild: Volkswagen)

Mit einigen Wochen Verzögerung erhalten am Freitag die ersten Kunden das neue Elektroauto ID 3 von Volkswagen. Das für den größten Autokonzern mit Abstand wichtigste Modell für die kommenden Jahre bildet den Auftakt einer Baureihe reiner E-Fahrzeuge, in die Milliarden-Investitionen fließen. Zunächst übergibt VW den Wagen in Dresden und Wolfsburg an eine ausgewählte Zahl von Käufern, ehe am Montag (14.9.) der allgemeine Marktanlauf startet.

Der ID 3 soll dazu beitragen, E-Mobilität massentauglich zu machen. Er ist verglichen mit bisherigen Mittelklasse-Elektroautos relativ günstig und hat eine höhere Reichweite. Als weitere E-Modelle der Serie folgen zum Jahreswechsel der kompakte SUV ID 4, später auch der Elektro-Bulli ID Buzz. Bei den Konzerntöchtern Audi, Skoda oder Seat wird dieselbe Plattform eingesetzt: Der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) ist die Basis zahlreicher künftiger Modelle, von denen bis zum Jahr 2028 bis zu 22 Millionen Stück gefertigt werden sollen. Skoda hatte vor wenigen Tagen seinen elektrifizierten Kompakt-SUV Enyaq auf dieser Plattform der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Zunächst gibt es den ID 3 in einer begrenzten Sonderausgabe, das Serienmodell soll dann ab Oktober auf die Straße kommen. VW hatte die Produktion im November 2019 in Zwickau begonnen. Ab 2021 soll das Auto zusätzlich aus der „Gläsernen Manufaktur“ in Dresden kommen.

Spielt die Software mit?

In der Software-Ausstattung hatte es Probleme gegeben. Ursprünglich war der Marktstart des ID 3 schon im Sommer geplant gewesen. Doch vor allem die Vernetzung der Steuergeräte hatte sich als sehr komplexes Thema erwiesen. Einige Funktionen sind in den jetzt ausgelieferten Autos noch nicht verfügbar, die Kunden müssen im Winter Updates nachladen. Das Branchenmagazin „Auto, Motor und Sport“ sah nach einem Fahrtest bei Verarbeitung und Elektronik des ID 3 „noch erheblichen Nachbesserungsbedarf“. Die Produktion des ID 4 ist bereits angelaufen, ebenfalls in Zwickau.

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Die Nachfrage nach vor allem kleineren Elektroautos war zuletzt auch durch die aufgestockten Kaufprämien gestiegen. Die Anpassung der nötigen Fertigungskapazitäten ist für die Autobauer aber schwierig.

Ob der Durchbruch der E-Mobilität in Deutschland gelingt, ist noch unklar. Gleichzeitig musste VW für die E-Version des Kleinstwagens Up einen Bestellstopp verhängen, weil die Produktion hier nicht mit den Bestellungen mithält und lange Wartezeiten entstehen. Konzernchef Herbert Diess ließ jüngst auch den Chef des US-Rivalen Tesla, Elon Musk, einen ID 3 Probe fahren.

Insgesamt steckt Volkswagen bis 2024 etwa 33 Milliarden Euro in die Elektromobilität, ein Drittel davon bei der Kernmarke. Nach und nach werden mehrere Werke vollständig umgestellt und die Belegschaft weiterqualifiziert. Die Produktion des Autos soll CO2-neutral sein. Bei den Lieferketten für Batterie-Rohstoffe will VW die Transparenz zu Arbeitsbedingungen und Umweltfolgen erhöhen und schloss dazu eine Partnerschaft mit der darauf spezialisierten Agentur RCS Global.

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