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VW: Erste Fahrt im ID 4

| Autor / Redakteur: Stefan Grundhoff / Jens Rehberg

Seine ID-Familie startet VW aktuell mit dem kompakten ID 3. Doch kurz danach kommt mit dem ID 4 als Elektro-SUV das global gesehen deutlich wichtigere Fahrzeug für die Wolfsburger. Wir sind ihn schon gefahren.

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Nach dem Skoda Enyaq darf sich jetzt auch der ID 4 öffentlich zeigen.
Nach dem Skoda Enyaq darf sich jetzt auch der ID 4 öffentlich zeigen.
(Bild: VW)

Ob die Volkswagen-Verantwortlichen sich grämen, mit dem ID 3 in die neue, bunte Elektrowelt gestartet zu sein, lässt sich ihnen leider nicht entlocken. Unverkennbar groß ist jedoch die Freude, dass mit dem ID 4 das erste SUV zügig nachgezogen wird. VW beteuert, auch den ID 4 noch in diesem Jahr in die Schauräume bringen zu wollen. Optisch ist der Elektro-Crossover etwas mutiger gestaltet als der ID 3 – im Innenraum wirkt er wertiger und schicker als der kleine Bruder, mit dem Volkswagen sein neues Elektrozeitalter eingeleitet hat.

Der ID 3 ist kein Weltauto, sondern sollte mit Fokus Europa die neue Elektrofertigung in Zwickau langsam hochfahren, die Werker an die neue Fahrzeugfamilie gewöhnen und ein bezahlbares Kompaktklassemodell der Wolfsburger werden. Damit fuhr er dem ebenfalls neuen Golf in die Parade, weil er nahezu zeitgleich in der gleichen Liga antritt.

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Jedoch ist die Nachfrage nach SUVs weltweit deutlich größer als nach jenen Kompaktwagen, die sich speziell in Zentraleuropa einer entsprechenden Nachfrage erfreuen. „Der VW ID 4 ist ein Weltauto“, erklärt Volkswagen-CEO Ralf Brandstätter. „Er wird nicht nur auch in den USA und in China auf den Markt kommen, sondern dort auch jeweils lokal gefertigt.“

Corona-bedingt wurde die Premiere des VW ID 4 in diesem Jahr mehrfach verschoben. An sich wollte man bereits Anfang des Jahres das Tuch von dem elektrischen Familienmodell lüften. Doch der erste Termin wurde ebenso gestrichen wie die späteren Enthüllungen in den USA und so wurde der ID 4 nun sogar von einem Familienmitglied ausgestochen. Skoda enthüllte seinen elektrischen Enyaq als Schwestermodell mit großem Aufwand und der nahezu baugleiche ID 4 parkte über Nacht im Schatten unter einer unbeleuchteten Laterne – immerhin mit Stromanschluss. Doch jetzt gibt auch Volkswagen Gas und will seinen ID 4 auf die große internationale Bühne stellen.

Bei den ersten Fahrten auf dem Testgelände überzeugte der ID 4 mit dem großen Akkupaket von 82 kWh (77 kWh nutzbar), Hinterradantrieb und 150 kW / 204 PS. Zunächst wird es zwei Akkupakete mit nutzbaren 52 und 77 kWh geben, die Reichweiten von 360 und 520 Kilometern realisieren sollen. Die maximale Ladeleistung liegt bei 125 Kilowatt – wenn man die findet, könnte man den ID 4 theoretisch innerhalb einer halben Stunde für weitere 320 Kilometer lauffähig machen.

Im Topmodell bis 180 km/h

Dazu kommen Hinterrad- und Allradantrieb mit Leistungen von 109, 125, 129 und 150 kW. Im kommenden Jahr soll ein Allradtopmodell mit Namen ID 4 GTX nachgelegt werden, der 225 kW / 306 PS leistet und damit 180 km/h schnell sein darf. Der Preisunterschied zum jeweils vergleichbaren ID 3 liegt bei rund 7.000 Euro; heißt, der VW ID 4 startet Anfang kommenden Jahres mit der Pure-Edition bei rund 37.000 Euro. Noch vor dem Jahreswechsel sollen die beiden Startversionen „ID 4 First“ und „ID 4 First Max“ verfügbar sein, die jedoch 49.000 beziehungsweise sogar 59.000 Euro kosten.

Am Steuer des 4,58 Meter langen ID 4 auf der Teststrecke in Ehra-Lessin, ein paar Kilometer nördlich von Wolfsburg, geht es trotz reinen Hinterradantriebs erst einmal ins leichte Gelände. Mit seiner etwas erhöhten Bodenfreiheit und den 21-Zöllern im 255er-Format schlägt sich der Pseudo-Klettermaxe flüsterleise und sehr solide. Feldwege, lockerer Sand und Wiesen – alles kein Problem.

Dabei fällt die sehr leichtgängige Lenkung, das hohe Drehmoment ab Start, das geringe Geräuschniveau dank Doppelglas und der kleine Wendekreis auf. „Den bekommen wir nur mit einer reinen Elektroplattform hin“, sagt Thomas Ulbrich, VW-Vorstand für den Bereich Elektro, „der Wendekreis liegt bei 10,20 Metern.“ Das gefällt nicht nur im Gelände, sondern speziell in der Innenstadt, wo der ID 4 gerade mit dem kleinen Akkupaket seinen typischen Lebensraum haben dürfte.

(ID:46845990)

Über den Autor

 Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Journalist