Europas Automarkt rutscht selbst ohne Corona-Einfluss ab

Autor: Andreas Grimm

In Europa hat es im Februar deutlich weniger Pkw-Neuzulassungen gegeben als noch vor einem Jahr. Dabei hat in dieser Statistik die Corona-Krise noch gar nicht durchgeschlagen. Was auf den Handel zukommen kann, zeigt der Blick nach China.

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Der europäische und auch der globale Automarkt entwickeln sich rückläufig.
Der europäische und auch der globale Automarkt entwickeln sich rückläufig.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa sind im Februar deutlich gesunken. In den 30 Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien sanken die Zulassungen um 6,9 Prozent auf 1,07 Millionen Autos. Das geht aus den Zahlen des europäischen Herstellerverbands Acea vom Mittwoch hervor. Nach zwei Monaten liegt der europäische Neuwagenmarkt mit 2,2 Millionen Einheiten 7,3 Prozent im Minus.

Der Verband führt den Rückgang im Februar zurück auf eine Kombination von Faktoren, insbesondere auf eine veränderte Besteuerung von Autos in mehreren EU-Staaten, die wiederum zu vorgezogenen Zulassungen bis Dezember 2019 führten. Dazu kamen die global schwächeren ökonomischen Bedingungen sowie verunsicherte Verbraucher. Die Corona-Pandemie erwähnte der Verband noch nicht.

Der Rückgang erfasste im Februar fast alle großen und mittleren Absatzmärkte mehr oder weniger deutlich. In Deutschland fiel der Rückgang mit einem Minus von 10,8 Prozent sehr deutlich aus, auch Italien (-8,8 %) und Spanien (-6,0 %) meldeten klare Rückgänge. Dagegen blieb der Absatz in Frankreich (-2,7 %) und Großbritannien (-2,9 %) relativ stabil. Scharf nach unten gingen die Verkaufszahlen etwa in Dänemark (-19,5 %) und Polen (-12,0 %).

Trotz des allgemeinen Absatzrückgangs zählte Acea im Februar auch Gewinner im Wettbewerb der Marken. So fuhr Porsche beispielsweise aus dem Zulassungstief nach der WLTP-Umstellung (+69,6 %). Toyota legte um 10,8 Prozent zu, Seat setzte den Aufstieg im Volkswagenkonzern weiter fort (+8,4 %) und BMW konnte ebenfalls punkten (+4,1 %). Am anderen Ende des Zulassungsrankings verloren etwa Mazda (-30,7 %), Honda (-25,7 %) und Opel/Vauxhall (-20,9 %) deutlich an Zuspruch.

Automarkt ist in fast allen Regionen im Minus

Neben Europa sind auch die asiatischen Märkte deutlich rückläufig, allen voran natürlich in China. Dort hat hat die Corona-Krise im Februar bereits voll durchgeschlagen. Im zweiten Monat des Jahres wurden nur noch 224.000 Neuzulassungen registriert – ein Einbruch um 82 Prozent. Kumuliert wurden in den ersten beiden Monaten des Jahres 1,8 Mio. Neufahrzeuge verkauft. Das sind 44 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der japanische Pkw-Markt gab im Februar um 10 Prozent nach und erreichte noch 362.100 Einheiten. Dieser rückläufige Trend hält seit einer Mehrwertsteuererhöhung im Oktober 2019 an. Im laufenden Jahr wurden bisher 663.200 Pkw verkauft, 11 Prozent weniger als in den ersten zwei Monaten des Vorjahres.

In Indien wurden im vergangenen Monat 251.500 Pkw verkauft. Das waren rund 8 Prozent weniger als im Februar 2019. Damit setzt sich auch dort die Zurückhaltung der Kunden fort. Seit Jahresbeginn wurden in Indien 514.200 Pkw verkauft (- 7 %).

Positiv ist die Entwicklung noch in den USA, wo die Corona-Pandemie erst im März angekommen ist. Die Verkäufe kletterten im Februar um 8 Prozent auf 1,4 Mio. Light Vehicles (Pkw und Light Trucks) an. Die Verkaufszahlen wurden im Februar unter anderem durch zwei zusätzliche Arbeitstage in die Höhe getrieben. Im Jahresverlauf stehen in den USA damit 2,5 Millionen Verkäufe in der Bilanz (+4 %).

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 Andreas Grimm

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«