Ex-Tesla-Manager Jochen Rudat unterstützt Microlino auf dem Weg zum Marktstart

Autor: Christoph Seyerlein

2021 will das Unternehmen Micro den elektrischen Isetta-Erben Microlino nach so mancher Hürde auf den Markt bringen. Damit das gelingt, setzen die Schweizer nun auch auf die Unterstützung des ehemaligen Tesla-Europachefs Jochen Rudat.

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„Der Microlino hat großes Potenzial als Alternative zu einem normalen Auto“, ist Jochen Rudat überzeugt.
„Der Microlino hat großes Potenzial als Alternative zu einem normalen Auto“, ist Jochen Rudat überzeugt.
(Bild: Microlino)

Seit Kurzem ist der ehemalige Tesla-Europachef Jochen Rudat als Berater selbständig. Nun ist ein erster namhafte Kunde aus der Automobilbranche bekannt: Wie das Unternehmen Micro Mobility Systems mitteilte, wird Rudat dem Advisory Board der Firma beitreten. Er soll die Schweizer beim für 2021 in Europa geplanten Marktstart des Microlino unterstützen.

Bislang liegen Micro nach eigenen Angaben mehr als 18.000 Reservierungen für den elektrischen Nachfahren der BMW Isetta vor. Der Startpreis soll bei rund 12.000 Euro liegen. Die Reichweite für das Kleinstfahrzeug gibt der Hersteller mit bis zu 200 Kilometern an.

Im Verkauf setzt Micro auf den Direktvertrieb über die eigene Webseite und Micro Mobility Stores. Im Service will das Unternehmen mit bestehenden Werkstattnetzbetreibern wie etwa Bosch Car Service zusammenarbeiten.

„Nicht jeder will oder kann Tesla fahren“

Jochen Rudat soll das Vorhaben vor allem mit seiner Vertriebsperspektive unterstützen, erklärte Micro-Mitgründer Oliver Ouboter. Rudat selbst sieht im Microlino jede Menge Potenzial. „Ich weiß, dass es einen Markt für kleine Elektrofahrzeuge gibt und Micro ist der erste Hersteller, der dieses Segment sexy bedient“, sagt er. Nicht jeder, der sich für Elektromobilität interessiere, wolle oder könne einen „45.000 Euro teuren Tesla fahren“, so Rudat weiter. „Microlino eröffnet den Einstieg in die E-Mobilität.“

Als große Herausforderung sieht er den Aufbau der Produktion und im Anschluss die Skalierung. Dies werde das Unternehmen „intensiv beschäftigen“.

Ursprünglich plante Micro den Marktstart des Microlino bereits 2018. Doch der Weg dorthin gestaltete sich in der Folge schwieriger als erwartet. Unter anderem hatten sich die Schweizer mit ihrem einstigen Partner Artega einen intensiven Streit um die Rechte an dem Isetta-Nachfolger geliefert. Dieser wurde Ende 2019 außergerichtlich beigelegt. Den Microlino baut das Unternehmen nun gemeinsam mit der italienischen Firma Cecomp.

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 Christoph Seyerlein

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«