AVAG Expansion ins Badnerland

| Aktualisiert am 08.02.2021Autor: Jens Rehberg

Deutschlands zweitgrößte Autohandelsgruppe hat ihren Brückenkopf in Nordbaden stark ausgebaut. Stefan Zschernitz hat sein Autohaus verkauft.

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Hauptsitz des Autohauses Zschernitz am Mühlburger Bahnhof in Karlsruhe.
Hauptsitz des Autohauses Zschernitz am Mühlburger Bahnhof in Karlsruhe.
(Bild: Zschernitz)

Die Augsburger AVAG hat das Autohaus Zschernitz in Karlsruhe mit vier Standorten (Opel, Renault, Dacia, Ford und Suzuki) übernommen. Auf Anfrage von »kfz-betrieb« bestätigte AVAG-Vorstandssprecher Roman Still am Freitag den Deal: „Das Autohaus Zschernitz ist seit Freitag Teil der AVAG-Familie – wir freuen uns, die über 90-jährige Tradition des Unternehmens fortsetzen zu können.“ Mit den neuen Standorten decke die AVAG den süddeutschen Raum noch weiter ab, sagte Still.

Offenbar wollen die Augsburger 130 der 142 Zschernitz-Mitarbeiter übernehmen. Für die ausscheidenden Personen seien einvernehmliche und sozialverträgliche Regelungen gefunden worden.

Das Autohaus Zschernitz war bislang mit vier Betrieben in Karlsruhe, Mannheim, Ettlingen und Landau aktiv. Zuletzt vermarkteten die Vertriebs-Teams des Autohauses 3.500 Neu- und Gebrauchtfahrzeuge. Stefan Zschernitz soll sich dem Vernehmen nach komplett aus dem Unternehmen zurückziehen.

Der Mannheimer Standort wird künftig von Anette Crnja als eigene Vertriebsgesellschaft weitergeführt (Automobile Zschernitz GmbH / Opel, DS, Renault- und Dacia-Service).

Das Geschäft in den drei anderen Zschernitz-Betrieben soll Michael Wittemann verantworten. Dessen Autohaus in Bruchsal hatte die AVAG vor drei Jahren übernommen. Die drei ehemaligen Zschernitz-Betriebe bilden dann gemeinsam mit dem Bruchsaler Wittemann-Betrieb die Auto Zschernitz GmbH. An den Standorten Karlsruhe, Ettlingen und Bruchsal wird das Markenportfolio um Kia ergänzt – außerdem sollen in Karlsruhe und Ettlingen künftig Servicearbeiten für Renault und Dacia angeboten werden. Die Filiale in Landau wird künftig nur noch als Opel-Servicepartner fungieren.

Alle ehemaligen Zschernitz-Betriebe sollen zudem demnächst in Sachen CI und Ausstattung modernisiert werden.

Alleine zu klein

Ende November hatte Stefan Zschernitz beim Amtsgericht Karlsruhe eine Sanierung in Eigenregie beantragt. Laut dem Unternehmer waren „finanzwirtschaftliche Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise und auch die damit verbundenen Unsicherheiten der weiteren Betriebsfortführung“ die Hauptgründe für diesen Schritt gewesen.

„Die Auswirkungen der Corona-Situation haben mir letzten Endes keine andere Wahl gelassen und die Risiken im Automobilhandel werden weiter steigen“, war der Händler in der Lokalpresse zitiert worden. Und weiter: „Wir sind für den zukünftigen Automobilhandel zu klein – große Handelsgruppen werden den Markt bestimmen.“ Nicht zuletzt die starken Veränderungen im Automobilhandel wie die Digitalisierung im Vertriebsbereich, die Umstellung bei den Antriebskonzepten, die steigenden Ansprüche der Hersteller und die damit verbundenen hohen Investitionen und Risiken hätten die Gesellschafter schließlich dazu bewogen, das Unternehmen zu verkaufen.

Die Augsburger AVAG beschäftigt mittlerweile an knapp 180 Standorten europaweit über 5.000 Mitarbeiter. Zuletzt vermarktete die Gruppe jährlich mehr als 112.000 Fahrzeuge.

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Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«