CO2-Grenzwerte Firmenkunden sorgen für niedrige Emissionswerte

Redakteur: Andreas Grimm

Das Firmenkundengeschäft ist zu einem wesentlichen Hebel für die Erfüllung der CO2-Ziele geworden. Laut einer exemplarischen Berechnung sind die Emissionen der Firmenfahrzeuge oft wesentlich niedriger als bei privat genutzten Neuwagen. Dahinter steckt aber ein wesentlicher statistischer Effekt.

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Im Flottenmarkt ist der Anteil der Elektrofahrzeuge höher als im Privatmarkt. Nicht zuletzt wegen der sogenannten Supercredits ist deshalb der CO2-Ausstoß der Firmenflotten deutlich geringer als im Privatmarkt.
Im Flottenmarkt ist der Anteil der Elektrofahrzeuge höher als im Privatmarkt. Nicht zuletzt wegen der sogenannten Supercredits ist deshalb der CO2-Ausstoß der Firmenflotten deutlich geringer als im Privatmarkt.
(Foto: BMW)

Flottenfahrzeuge haben in der öffentlichen Diskussion tendenziell einen schlechten Ruf in Sachen Umweltschutz – zu hoch motorisiert, zu groß, zu viele SUV, sprich zu viel CO2 und damit letztlich schlecht für die Zielerreichung im Rennen um die CO2-Grenzwerte. Einschätzungen dieser Art seien zumindest derzeit aber falsch, weist die Frankfurter Marktforschung Dataforce nach. Im Gegenteil: Gerade die Flottenfahrzeuge sind derzeit der Hebel für viele Hersteller, ihre CO2-Ziele zu erreichen.

Dataforce hat den CO2-Ausstoß der im Privat- und Firmenkundenmarkt verkauften Modelle exemplarisch anhand von fünf Marken in zehn Ländern im Laufe des Jahres 2020 untersucht und ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß der betrachteten Hersteller im Flottenmarkt bei drei Fabrikaten (Audi, BMW, Kia) deutlich unter den Werten im privaten Marktsegment blieb. „Der Flottenmarkt leistet somit einen wesentlichen Beitrag, damit die Hersteller ihre CO2-Ziele erreichen“, so das Fazit. Bei den anderen beiden untersuchten Marken – VW und Renault – sind die Elektroautos auch im Privatkundenmarkt gefragt.

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Generell spielt die steigende Elektrifizierung eine wesentliche Rolle für die guten Werte im Flottengeschäft. Sie sind neben den generell niedrigeren CO2-Emissionen der Autos auch eine Folge der sogenannten Supercredits – Fahrzeuge, die weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, werden derzeit in der Berechnung des Flottenverbrauchs doppelt gewertet.

Mit der Ausweitung der Förderung von E-Autos und dem Anstieg der Zulassungszahlen im dritten Quartal gingen die Kurven des CO2-Flottenausstoßes der einzelnen Fabrikate entsprechend mehr oder weniger deutlich auf Talfahrt.

Audi mit Problemen im Privatmarkt

Dabei macht sich die Entwicklung eines rapide sinkenden CO2-Wertes insbesondere in den Firmenflotten bemerkbar, die scheinbar schneller und umfassender elektrifiziert werden als die Fahrzeuge des Privatmarkts. Hierin dürfte sich die günstige Dienstwagen-Besteuerung von E-Autos auswirken. Das ist etwa besonders deutlich bei Audi zu sehen, wo die CO2-Kurve des Privatmarkts wenig fällt, während im Flottenmarkt die Kurve kontinuierlich absinkt.

Ob die Flottenzulassungen bei den einzelnen Herstellern letztlich entscheiden, ob die CO2-Grenzwerte gehalten werden, ist wesentlich auch abhängig vom Anteil des Flottengeschäfts an den Gesamtverkäufen. So liegt bei Kia etwa der CO2-Ausstoß der Firmenfahrzeuge besonders niedrig, allerdings ist auch der Anteil des Gewerbekundengeschäfts bei den Koreanern auch deutlich kleiner als bei Audi oder VW – der Effekt auf die Endabrechnung fällt entsprechend gering aus.

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