»kfz-betrieb« auto-Check: Hyundai Inster Zauberwürfel

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

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Mit dem kleinen Inster hat Hyundai einen großen Wurf gelandet. Der Viertürer ist enorm geräumig und bietet zudem eine erstwagentaugliche Reichweite. An einer Stelle zeigt er sich jedoch erstaunlich altmodisch.

Quadratisch, praktisch, ... Sie kennen das. Auf den Inster treffen alle drei Attribute zu, die gemeinhin einer bestimmten Schokoladenmarke nachgesagt werden.(Bild:  Rosenow – VCG)
Quadratisch, praktisch, ... Sie kennen das. Auf den Inster treffen alle drei Attribute zu, die gemeinhin einer bestimmten Schokoladenmarke nachgesagt werden.
(Bild: Rosenow – VCG)

Das verschwinden der „Raumwunder“ vom Automobilmarkt haben wir an dieser Stelle schon mehrfach beklagt. Auf kleiner Verkehrsfläche möglichst viel Innenraum unterzubringen, das scheint irgendwie aus der Mode gekommen zu sein. Sportliches Design und große Räder stehen aktuell höher im Kurs als eine gelungene Raumökonomie.

Und dann sitzt man im Hyundai Inster und fragt sich: Wie haben die das gemacht? Auf 3,82 Metern Außenlänge vier Erwachsene einen vollkommen ungedrängt Platz. Knie- und Kopffreiheit entsprechen der in einem ausgewachsenen Mittelklassewagen.

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Die kantige Form, die steile Windschutzscheibe und die kurzen Überhänge machen diese Innenraumgestaltung möglich. Zaubern können natürlich auch die Hyundai- Ingenieure nicht. Beispielsweise resultiert die Kniefreiheit hinten aus der maximal nach hinten gestellten technischen verschiebbaren Rücksitzbank. Doch dieses praktische Detail können nicht viele Kleinwagen vorweisen. Danke dieser Hilfe lässt sich der Kofferraum von 238 auf 351 Liter erweitern. OK: Vier Basketballer mit Urlaubsgepäck, da muss auch der Inster passen. Vor allem auch, weil die Zuladung mit rund 300 Kilogramm recht gering ausfällt. Doch erstaunlich vielen Kleinfamilien dürfte der Wagen als Erstwagen ausreichen.

Doch Moment: war da nicht noch was? Der Inster ist ja ein Elektroauto. Lässt sich in diesem Format denn überhaupt eine ausreichend große Batterie unterbringen? Und auch zeigt sich, dass in den kleinen Inster deutlich mehr hinein passt, als man auf den ersten Blick glauben möchte. Mit 49 kWh verspricht die größere der beiden lieferbaren Batterien eine WLTP Reichweite von 360 Kilometern. Und da der Inster unseren Testfahrten auch ausnehmend rücksichtsvoll mit der gespeicherten Energie umging, stellte sich auch im realen Leben eine Reichweite von sicheren 300 Kilometern ein.

Eines der sparsamsten Elektroautos

Auf einer Tour von Augsburg nach Würzburg (2/3 Autobahn, 1/3 Landstraße) verbrauchte der Zauberwürfel mit durchschnittlich 13,4 kWh (Bordcomputer - Anzeige) sogar weniger als jedes andere E-Auto, das wir jemals getestet haben.

Anscheinend könnte das Auto dies selbst nicht glauben und aktivierte einmal überraschend die Batterie- Vor Konditionierung, obwohl die Reichweite das programmierte Ziel locker abdeckte. Können E-Autos auch selber Reichweitenangst haben? Wir wissen es nicht, aber das Phänomen wiederholte sich auch nicht.

Assistenzsysteme führt der Kleinwagen in einer für die Fahrzeugklasse erstaunlich hohen Anzahl mit sich. Beispielsweise gibt es einen Autobahnassistent und einen Querverkehrsassistenten, und die für Hyundai typische Darstellung eines Kamerabilds des toten Winkels im Display hat ebenfalls in den Inster gefunden.

Allerdings ärgerte und nicht zum ersten ml in einem Hyundai die Vielzahl gut gemeinter, aber störender Warnhinweise. Neben dem vorgeschriebenen Intelligent Speed Assist gibt es bei Hyundai ja noch einen Signalton beim Wechsel des Tempolimits (auch wenn man nicht zu schnell fährt), und einen Aufmerksamkeitsassistenten. Dieses nervige Trio hielt den Fahrer gehörig auf Trab und ahndete schon kleinste Abweichungen von der vorgesehene Fahrweise mit Erziehungshinweisen.Dabei arbeiten die Assistenten selbst längst nicht fehlerfrei, sonst wären wir beispielsweise mit 120 km/h durch die Augsburger Innenstadt gedüst.

Mehr Schalter als in jeder Luxuslimousine

Auch der Ablenkungsassistent sprach für unser Gefühl viel zu sensibel an und wirkte so eher kontraproduktiv. Denn der Hyundai ist sehr leicht zu bedienen, verfügt er doch über ein riesiges Schalterpanel, wie wir es bei einem nagelneuen Auto schon lange nicht mehr gesehen haben. Auch die digitalen Instrumente bestechen durch ein charmantes Retrodesign und lassen sich gut ablesen. Ein Head-up-Display vermisst da niemand.

Im Konfigurator steht der Inster mit der kleineren Batterie (42 kWh) zu einem Grundpreis von 24.400 Euro. Sie dürfte für den Alltag der meisten Kleinwagennutzer eine ausreichende Reichweite bieten. Zum Vergleich: Der kommende VW ID Polo besitzt in der Basis nur eine Batterie 37 kWh. Der Testwagen kam in der höchsten Ausstattungsvariante Prime und kostete 31.170 Euro. Ein immer noch attraktiver Preis für das, was der Inster bietet.

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