Interview mit dem ZDK-Präsidenten „Schleichende Verschlechterung“

Das Gespräch führte Doris S. Pfaff 6 min Lesedauer

Die staatliche E-Prämie kommt im Handel an. Unabhängig davon spüren die Kfz-Betriebe zunehmend Einbußen. Sie müssen sich auf die Transformation der Branche einstellen, sagt Thomas Peckruhn.

Thomas Peckruhn(Bild:  ZDK)
Thomas Peckruhn
(Bild: ZDK)

Wie bewerten Sie die aktuelle Lage im deutschen Kfz-Gewerbe zur Jahresmitte 2026?

Thomas Peckruhn: Wir sind mit einer optimistischen Prognose für den Pkw-Markt und insbesondere für die Entwicklung der Elektromobilität in das Jahr gestartet. Der bisherige Jahresverlauf zeigt, dass diese Einschätzung weitgehend richtig war. Die E-Auto-Kaufprämie der Bundesregierung setzt zusätzliche Impulse und trägt dazu bei, den Absatz batterieelektrischer Fahrzeuge weiter zu beleben. Unsere aktuelle Halbjahresumfrage macht aber auch deutlich, dass sich die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe insgesamt spürbar eingetrübt hat. Wir erleben keinen flächendeckenden Einbruch, sondern eine schleichende Verschlechterung: Hohe Kosten, sinkende Margen und immer mehr Bürokratie setzen die Unternehmen unter Druck. Zugleich müssen die Betriebe weiter in die Transformation investieren, obwohl ihre wirtschaftlichen Spielräume kleiner werden. Das macht die aktuelle Situation für viele Unternehmen anspruchsvoller denn je.