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Für Stoll ist der Onlinevertrieb die Geschäftsgrundlage

Autor: Martin Achter

Stoll Automotive hat seit der Gründung vor sieben Jahren die Fahrzeugvermarktung über das Netz im Fokus. Das Ergebnis ist ein rasantes Wachstum. Spezialisierte Mitarbeiter verkaufen online Fahrzeuge, Teile und Zubehör und machen Stoll zu einem Top-Betrieb des Internet Sales Awards 2019.

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Stoll Automotive in Waldshut-Tiengen treibt den Onlinevertrieb unter anderem über spezialisierte Verkäufer für Fahrzeuge sowie für Teile und Zubehör voran.
Stoll Automotive in Waldshut-Tiengen treibt den Onlinevertrieb unter anderem über spezialisierte Verkäufer für Fahrzeuge sowie für Teile und Zubehör voran.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Bei Stoll Automotive gehört der Onlinevertrieb zur Firmen-DNA. Sonst wäre das rasante Firmenwachstum für den VW- und Audi-Vertragspartner in den vergangenen Jahren gar nicht möglich gewesen. „60 Prozent unserer Verkäufe sind Onlineverkäufe“, sagt Michael Vogel, Assistent der Geschäftsleitung. Und oft gehen die Fahrzeuge an Käufer außerhalb des eigentlichen Marktgebiets – gerade wenn es sich um Aktionen über große Plattformen handelt. Aber auch das Geschäft mit Teilen und Zubehör über das Internet treibt Stoll klar voran. Für all das gibt es spezialisierte Mitarbeiter.

Stoll Automotive mit fünf Standorten am Hochrhein ist erst 2012 gestartet. Damals übernahmen die Brüder Ralph und Florian Stoll ihre ersten Händlerbetriebe. Vielfältige Kontakte in der Branche hatten sie durch ihre Tätigkeiten für Automobilhersteller und als Rennfahrer. Stoll hat permanent rund 600 Fahrzeuge verfügbar, mittlerweile beläuft sich der Jahresumsatz auf fast 100 Millionen Euro. Damit hat sich das Unternehmen binnen weniger Jahre an die Schwelle der Riege der 100 größten Autohändler Deutschlands herangearbeitet.

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Beide Inhaber und Geschäftsführer sind noch keine 40 Jahre alt. Und auch in der restlichen Belegschaft aus rund 250 Mitarbeitern gibt es nur wenige Angestellte, die diese Altersschwelle überschritten haben.

Gezielt Fahrzeuge einkaufen

Eine Komponente des Vertriebserfolgs von Stoll ist es, immer wieder Fahrzeugpakete gezielt einzukaufen und diese mit attraktiven Konditionen via Internet abzusetzen. Dazu setzt das Unternehmen auf die Reichweite von Onlineplattformen – insbesondere mit einem Fokus auf die Vermarktung von Leasingfahrzeugen.

Um entsprechende Vertriebsaktionen aufzusetzen, nutzt Stoll Anlässe und Gelegenheiten wie die Black Week, die auch in Deutschland immer mehr in Mode kommt. Im vergangenen Jahr verkaufte das Autohaus etwa mit einer knackigen Rate rund 120 VW Passat CC, an die es gekommen war, weil der Hersteller sie aus rechtlichen Gründen nicht wie vorgesehen in Asien vermarkten konnte. Die Fahrzeuge waren nach einem Wochenende weg.

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Solche Aktionen wiederholte Stoll und hat auch schon Vermarktungsszenarien entwickelt, wenn die Autos wieder aus dem Leasing zurückkommen. Das Unternehmen verzeichnete mit den Aktionen aber auch eine Lernkurve – beispielsweise in Form der Erkenntnis, dass ein Umgang mit enttäuschten Kunden gefunden werden muss, die nicht in den Genuss eines günstigen Fahrzeugs kommen. Oder auch jene, welche Kapazitäten und Prozesse rund um die Auslieferung angepasst werden müssen.

Um derlei Onlineaktionen immer wieder umsetzen zu können, behält die Verkaufsleitung Angebote der Hersteller im Blick. Den tatsächlichen Verkauf setzt ein dreiköpfiges Onlinevertriebsteam um, das sich nur um Internetleads kümmert. Die Abteilung wächst. Bald kommt ein vierter Onlineverkäufer dazu. „Als vergleichsweise kleine Gruppe wollen wir uns durchaus mit den Großen anlegen“, sagt Vogel.

Das Onlinevertriebsteam bearbeitet Kundenanfragen innerhalb eines Werktags, in der Regel aber schneller. Auch das überwacht die Verkaufsleitung. Die deutschlandweite Auslieferung regelt Stoll über eine Spedition. Das Handelsunternehmen will sich zudem eine europaweite Auslieferstruktur aufbauen.

Auch losgelöst von Leasingaktionen unternimmt Stoll viel, um Fahrzeuge über das Netz zu verkaufen. Mit seinem Social-Media-Marketing spricht es speziell eine junge Klientel an und bewirbt PS-starke Fahrzeuge. Dafür erstellt Social-Media-Manager Thilo Metzger unterhaltsame und witzige Videos in Eigenregie. Der Zuspruch der Nutzer gibt Stoll auch hier Recht.

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«