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Gebrauchtwagen-Risikobestand im Handel stark gewachsen

Autor: Christoph Seyerlein

Die Corona-Pandemie ist für den Autohandel längst noch nicht durchgestanden. Immer mehr Gebrauchtwagen stehen immer länger auf den Höfen. Zudem müssen sich die Händler zunehmend mit Schnäppchenjägern auseinandersetzen.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Immer mehr Gebrauchtwagen werden aktuell für Händler zum Risikobestand. Das geht aus dem aktuellen Barometer der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervor. Demnach stehen derzeit mehr als 38 Prozent aller Gebrauchten im Schnitt länger als 90 Tage auf den Händlerhöfen. Zum Vergleich: Im November 2019 waren es noch 29 Prozent gewesen.

Laut der DAT lag die durchschnittliche Standzeit im Mai bei drei Jahre alten Diesel-Modellen mit einer Laufleistung zwischen 45.000 und 60.000 Kilometern sogar bei 104 Tagen. Vergleichbare Benziner kamen auf einen Mittelwert von 103 Tagen. Für den März und den April hatte die DAT aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit nur sehr eingeschränkt stattgefundenen Autohandel keine Werte ausgewiesen. Im Vergleich zum Februar ist die Entwicklung aber extrem negativ: Vor dem globalen Ausbruch des Virus standen gebrauchte Diesel demzufolge hierzulande im Schnitt 86 Tage, Benziner 85 Tage.

Auch auf die Wertentwicklung gebrauchter Fahrzeuge hat die Pandemie ihre Auswirkungen. Benziner, die die oben genannten Kriterien erfüllen, kamen im Mai laut DAT auf einen durchschnittlichen Restwert von 55,4 Prozent, Diesel lagen bei 51,3 Prozent. Im Februar waren jene Werte noch spürbar höher ausgefallen (Benziner: 56,3 %, Diesel: 51,3 %).

Einen Grund für jene Entwicklung sehen die Händler unter anderem in der wochenlangen Unsicherheit über eine staatliche Kaufprämie für Autos. Die damit verbundenen Diskussionen hätten bei Interessenten die Pkw-Kaufentscheidung bis Ende Mai herausgezögert, gaben 57 Prozent von insgesamt 657 befragten Kfz-Unternehmern an.

Verbraucher fordern Rabatte

Nicht einfacher macht die Lage für Händler, dass potenzielle Käufer aufgrund der aktuellen Situation vermehrt Rabatte von ihnen fordern. Zwei Drittel (67 %) gaben an, dass dies bei ihnen der Fall sei. Zudem bewerteten 59 Prozent die Beschaffungssituation von Neuwagen und Werkdienstwagen beim Hersteller als schwierig.

Dennoch zeigten sich immerhin 40 Prozent der Befragten optimistisch, dass sich die Lage im zweiten Halbjahr deutlich (6 %) oder zumindest etwas (34 %) verbessern werde. 27 Prozent erwarten ein ähnliches Geschäftsniveau wie aktuell. Allerdings rechnen auch 32 Prozent mit einem leicht (12 %) oder gar deutlich (20 %) rückläufigen Geschäft.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«