Gefahren: Ford Tourneo Courier

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Anders die Auswahl und Verarbeitung der Stoffe und Materialien fürs Interieur. Hier deklassiert der Courier seine Konkurrenten auf Nutzfahrzeugbasis eindeutig. Aber mit Vans wie dem B-Max kann sich der kleinste Tourneo nicht messen. So liebevoll ist die Verarbeitung im Detail dann doch nicht. Die Käufer des Courier wird es nicht stören, ihnen wird die Strapazierfähigkeit von Stoff und Plastik wichtiger sein.

Das Beste aus zwei Welten bietet der Tourneo bei den Ablagen und Staufächern im Interieur. Deren Anzahl und Anordnung ist so durchdacht wie in den besten Raumlimousinen, die Größe dagegen so genial geschneidert, wie es Kurierboten benötigen. So passen Laptops oder Tablets ebenso in Fächer wie DIN-A4-Mappen.

Ford Tourneo Courier: Kleiner Kasten, kleine Kosten
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Auch kostengünstige Kastenwagen für Kind und Kegel können fast so sicher sein wie klassische Kombis und Vans. Zumindest, wenn sie wie bei Ford mit Pkw-Features aufgerüstet wurden. So übernimmt der Courier eine Vorreiterrolle in seiner Klasse mit serienmäßigen Kopf-Schulter-Airbags und Seitenairbags – allerdings leider nur für die Vornsitzenden. Optional gibt es einen Knieairbag für den Fahrer und das Multimediasystem „Sync“ mit Notruf-Assistent und möglicher Sprachsteuerung des Smartphones. Nicht verfügbar ist dagegen der in größeren Tourneo-Brüdern bereits angebotene automatische City-Notbremsassistent.

Ordentlicher Einstiegsmotor

Für die von Ford besonders ins Visier genommenen jungen Familien mit kleinem Budget wird der preiswerteste Motor im Courier die verlockendste Wahl sein. Tatsächlich bereitet dieser Dreizylinder-Benziner in dem kompakten Kastenwagen ausgesprochen viel Freude, egal ob im dichten Stadtverkehr oder auf längeren Autobahnetappen. Dort fehlte uns allenfalls ein Drehzahl senkender sechster Gang. Eine Automatik steht für den Courier übrigens überhaupt nicht im Angebot.

Dafür reagiert der Dreizylinder auf Gaspedalbefehle stets spontan und die Drehmomentspitze von 170 Nm liegt über ein breites Band an von 1.400 bis 4.000 Touren. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Courier in relativ flinken 12,3 Sekunden, jedenfalls viel schneller als alle Konkurrenten und sogar der B-Max.

Auch der Fahrkomfort im des Kastenwagens ist erstaunlich. Sogar derbe Schlaglöcher und schnell aufeinanderfolgende Bodenwellen werden ordentlich gefiltert. Auch im Stadtverkehr macht der Ford eine gute Figur, dies trotz fast zwei Meter breiter, dafür übersichtlicher Karosserie und leicht und präzise arbeitender Servolenkung. So könnte es dem Van-ähnlichen Tourneo Courier gelingen, Ford weiter voran zu bringen bei den Marktanteilen in der Nutzfahrzeugsparte.

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