Gefahren: Hyundai Nexo - Henne oder Ei?

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Das Herz des Hyundai Nexo sitzt unter der Motorhaube. Dort, wo man einen drehmomentstarken Diesel oder einen ebensolchen Turbobenziner erwartet, gibt es einen Elektroantrieb, der von einer Brennstoffzelle mit der nötigen Energie versorgt wird. Das Triebwerk leistet 120 kW / 163 PS und ein maximales Drehmoment von 395 Nm, was einen Spurt von 0 auf Tempo 100 in 9,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 179 km/h ermöglicht. Die Leistung des Systems mit einem beeindruckenden Effizienzgrad von über 60 Prozent setzt sich aus einem 95-kW-Stack sowie einem 40-kW-Akkupaket zusammen. Deutlich mehr dürften sich die Interessenten des ab Sommer auch in Europa erhältlichen Fahrzeugs für die Reichweite interessieren.

Die ist beim neuen Hyundai Nexo allemal als üppig zu bezeichnen. Mit einer Tankfüllung in den drei im Unterboden verborgenen Karbonbehältern schluckt der Koreaner 6,3 Kilogramm Wasserstoff und ermöglicht somit eine WLTP-Reichweite von rund 600 Kilometern. Noch besser: Der Ladevorgang dauert je nach Zapfsäule gerade einmal zwischen zweieinhalb und fünf Minuten. Doch das große Problem der Wasserstoffmodelle ist trotz der alltagstauglichen Reichweite nicht gelöst. In Deutschland gibt es derzeit nicht einmal 50 Tankstellen. Dass das nicht ausreicht, weiß Sae Hoo Kim, Entwicklungsleiter des Hyundai Nexo nur zu gut. „Wir haben in Korea gerade einmal elf Tankstellen, die Hälfte davon sind Forschungszapfsäulen. Wir bräuchten in unserem Land 80 bis 100, damit davon eine echte Initiative ausgeht. Doch insgesamt müssten es mindestens 400 sein.“

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Günstiger als der Vorgänger

Eine solche Zahl schwebt auch in Deutschland seit Jahren bei allen Planungen mit. Denn was nützt es, dass der Hyundai Nexo sich im Alltag wie ein ganz normales SUV bewegen lässt. Er ist flott und lässt aus seinem Auspuff trotz aller Dynamik nur allerreinsten Wasserdampf entweichen. Der Elektromotor ist nie zu vernehmen und an die leicht entkoppelten Systeme von Lenkung und Bremsen gewöhnt man sich schnell. Viel mehr fällt das geringe Geräuschniveau auf und dass die 395 Nm den alles andere als leichten Crossover allzu munter aus jedem Tempo beschleunigen.

Die Insassen sitzen bequem und der 12,3 Zoll große Bildschirm bringt echten Premiumcharme in das SUV, das aufgrund seiner drei Tanks jedoch nur als Fronttriebler angeboten wird. Doch wenn die Zapfsäulen fehlen, dann hat die Kundennachfrage einen schmerzhaften Makel. Ein solcher dürfte auch der Preis bleiben, denn auch wenn der Hyundai Nexo ab August zu einem Preis angeboten wird, der unter dem des Vorgängers ix35 liegt, werden es wohl knapp 60.000 Euro sein, mit denen der ökologisch interessierte Endkunde rechnen muss. Viel Geld – dafür gibt es aber jede Menge Hightech und eine exzellente Serienausstattung.

Überzeugendes Fahrerassistenzpaket

Der Nexo bietet nicht nur eine sehr gute Navigation, elektrisch verstellbare und beheizte Sitze, sondern auch ein Soundsystem und ein Fahrerassistenzpaket, das die bekannten Systeme allemal in den Schatten stellt. Problemlos ist es möglich, auf der Autobahn eine knappe Minute zu fahren, ohne ins Lenkrad zu greifen, auch wenn der ein oder andere automatische Lenkeingriff etwas ruppig erscheint. Das System funktioniert bis Tempo 145, liefert einen echten Mehrwert und lässt einen nicht nach 15 Sekunden wieder entnervt ans Steuer greifen.

Noch ist nicht endgültig geklärt, was mit dem Stack passiert, der aus dem Wasserstoff während der Fahrt die Energie gewinnt. „Bisher hielt unser Stack im Hyundai ix35 fünf Jahre“, erklärt Sae Hook Kim, „im Nexo sind es 5.000 Betriebsstunden oder zehn Jahre. Danach kann man ihn entweder mit geringerer Leistung anderweitig nutzen oder recyclen, wozu ich tendiere.“ Der Hyundai Nexo wird eine zehnjährige Garantie bis 160.000 km bieten. Bleibt abzuwarten, ob Hyundai mit dem Modell den Sprung ins Volumengeschäft schafft. Vom Vorgänger ix35 wurden gerade einmal 200 Fahrzeuge pro Jahr produziert. Vom Nexo sollen es ein paar tausend sein.

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