Gefahren: Renault Zoé Z.E. 40
Die Angst, liegenzubleiben fährt bei vielen E-Auto-Fahren immer noch mit. Renault liefert den Zoé nun mit einer größeren Batterie aus, mit der der Kleinwagen realistische 300 Kilometer schaffen soll.

Machen wir uns nichts vor, Elektroautos sind kostspielig. Man zahlt mehr Geld für weniger automobile Freiheit und die Umweltbilanz ist gar nicht zwingend besser, zumindest, wenn der Strom aus dem Braunkohle-Kraftwerk stammt. Aber Fakten auf den Tisch: Der Renault Zoé kostet ab kommenden Jahr mit einem großen 41-kWh-Akku inklusive Batterie 32.900 Euro. Ohne Akku-Kauf (dann muss der Stromspeicher gemietet werden) stehen noch immer 24.900 Euro auf der Rechnung für den 68 kW/92 PS starken Kleinwagen.
Zum Vergleich: Ein 90 PS-Clio schlägt mit 15.190 Euro zu Buche – und selbst die üppig ausgestattete und stärkere (87 kW/118 PS) Initiale-Paris-Version liegt mit 21.990 Euro noch weit unterhalb eines Zoé. Mag sein, dass man infolge der gesparten Inspektionen und günstiger Ladeaktionen ein paar Hunderter im Jahr wieder zurückholt – für eine Amortisation müsste man in jedem Fall lange fahren. Wer ein E-Auto bewegt, muss also den Reiz woanders finden. Womit wir wieder beim Zoé wären.
Der ist schon ein cooles Ding, sieht sogar ein bisschen futuristisch aus und lässt im Alltag wenig vermissen. Schon überhaupt nicht den müden Sound etwaiger Lowcost-Benziner, wie sie in diesem Segment üblich wären. Das nachgeschärfte Renault-Powerpack bietet mit 220 Nm über das nahezu gesamte Drehzahlband genügend Punch, um den frontgetriebenen Franzosen zackig aus dem Stillstand zu schubsen. Nähert man sich Landstraßen-Tempo, wird der Vortrieb zunehmend asthmatischer – aber das geht in Ordnung.
Bremst man herunter in Richtung dreißig Sachen, gibt der Franzose sonderbare Laute von sich, die fast an Raumschiff Enterprise erinnern. Sie sollen dazu dienen, Passanten auf den ansonsten quasi lautlos heran eilenden Zoé aufmerksam zu machen. In der Praxis jedoch nehmen sie ihn kaum wahr, jedenfalls nicht akustisch.
Mehr Reichweite als Leaf oder E-Golf
Ein gutes Auto sollte das Leben seines Besitzers vereinfachen. Dazu gehört, dass sich dieser Besitzer nicht allzu sehr nach seinem Auto zu richten hat. Soweit die klassische Lehre. Beim E-Auto und seiner eingeschränkten Reichweite sieht das schon anders aus. Der Zoé kann dieses Problem zumindest ein wenig entschärfen. Theoretisch schafft er nun 400 Kilometer, ein deutliches Plus gegenüber Fahrzeugen wie dem Nissan Leaf (250 km in der batteriestärkeren Version) oder dem E-Golf (300 km im nächsten Jahr).
Beim Einsteigen in den Testwagen weist das Reichweite-Feld immerhin 280 Kilometer aus. Da muss der vorherige Fahrer ordentlich aufs Pedal gedrückt haben, denn nach 40 Kilometern moderater, aber keineswegs schleichender Fahrt verharrt das Display noch immer bei 275 Kilometern.
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