Bidirektionales Laden bei Mercedes Geld verdienen mit dem E-Auto

Von sp-x 2 min Lesedauer

Mercedes startet ein Angebot für das bidirektionale Laden. Für Kunden sollen bis zu 500 Euro Gewinn drin sein.

Mercedes bietet einen Stromtarif mit Bidi-Laden an. (Bild:  Mercedes-Benz)
Mercedes bietet einen Stromtarif mit Bidi-Laden an.
(Bild: Mercedes-Benz)

Mercedes-Benz steigt in das Geschäft mit dem bidirektionalen Laden ein. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister The Mobility House bietet der Autohersteller in Deutschland einen speziellen Stromtarif an, bei dem Elektroautos als Zwischenspeicher für das öffentliche Stromnetz genutzt werden. Die nötige Wallbox kostet für die ersten 500 Kunden 2.000 Euro, anschließend werden regulär 3.000 Euro fällig. Zum Start funktioniert das Angebot mit den elektrischen Modellen GLC und C-Klasse. Weitere Baureihen wie CLA, GLB, GLA, EQS und VLE sollen folgen. Bei einigen Fahrzeugen wird die Funktion erst nachträglich per Software-Update freigeschaltet.

Bei der Vehicle-to-Grid (V2G) genannten Technik nimmt die Fahrzeugbatterie Strom auf, wenn dieser günstig verfügbar ist, und gibt ihn bei hoher Nachfrage wieder ans Netz ab. Die Steuerung übernimmt der Energieversorger. Im Gegenzug erhält der Autobesitzer eine Vergütung. Mercedes bezahlt dabei jede Stunde, in der das Fahrzeug mit der Wallbox verbunden ist – unabhängig davon, ob gerade Strom fließt. Wer seinen Wagen täglich zwölf Stunden angeschlossen lässt, kann nach Unternehmensangaben mehr als 500 Euro im Jahr verdienen. Anders als bei einigen Wettbewerbern gibt es keine Obergrenze für die Vergütung.

Voraussetzung für die Nutzung des „MB.Charge Home Pro Intelligent“ genannten Dienstes sind neben einem kompatiblen Fahrzeug und der speziellen Gleichstrom-Wallbox auch ein intelligenter Stromzähler sowie der passende Mercedes-Stromtarif. Die Ladebox arbeitet mit 400- und 800-Volt-Fahrzeugen und setzt auf offene technische Standards. Damit soll sie auch bei einem späteren Fahrzeugwechsel weiter nutzbar bleiben.

Mercedes ist nicht der erste Anbieter mit einem kommerziellen V2G-Tarif in Deutschland. BMW arbeitet dabei mit Eon zusammen, VW bietet über seine Energietochter Elli einen entsprechenden Dienst für Modelle von VW und Cupra an. Auch Ford und Renault haben vergleichbare Angebote angekündigt. Die möglichen Vergütungen liegen meist bei mehreren hundert Euro jährlich, bei VW beispielsweise bei bis zu 720 Euro. Nötig sind jeweils kompatible Fahrzeuge, spezielle Wallboxen und passende Stromtarife.

Die teure Technik und die bislang geringe Auswahl an unterstützten Modellen beeinträchtigen allerdings die Wirtschaftlichkeit. Mercedes begegnet dem unter anderem mit der zunächst verbilligten Wallbox sowie einem zusätzlichen öffentlichen Ladeguthaben von 250 Euro, ebenfalls für Frühbucher. Die Investition in die Wallbox soll sich laut Hersteller bei regelmäßiger Nutzung für die Frühbucher innerhalb von vier Jahren amortisieren. Nicht berücksichtigt sind dabei mögliche weitere Kosten für Installation und zusätzliche Technik.

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