Attraktive Aus- und Weiterbildungen sind die Grundlage einer guten Fachkräftesicherung. Bei nichttechnischen Weiterbildungen, wie „Geprüfter Automobilverkäufer“ und „Geprüfter Automobil-Serviceberater“, sorgt die Gütegemeinschaft Autoberufe für die Qualität – künftig als eingetragener Verein.
Der neue Vorstand der künftigen Gütegemeinschaft Autoberufe e.V.: (v. r.) Vorsitzende Claudia Kefferpütz (BIV-Kfz), Stellvertreter Peter Schieder (Mitsubishi) und Carsten Siebers (VW) sowie Beisitzer Christiane Nicolai (Audi), Sabine Bartel (MAN) und Arne Hacker (Mercedes-Benz).
(Bild: Schmidt - VCG)
Die Gütegemeinschaft „Autoberufe“ hat ihr Angebot in den letzten Jahren stark ausgebaut. Aus den ursprünglich fünf zertifizierten Weiterbildungen sind inzwischen neun geworden. Außerdem sind neue Branchenzertifikate hinzugekommen. Um sich für die Zukunft zu rüsten und der Gemeinschaftsinitiative eine neue Struktur zu geben, haben die Mitglieder auf ihrer Jahrestagung im Juni einstimmig beschlossen, die Gütegemeinschaft mit einer neuen Satzung in einen eingetragenen Verein zu überführen.
Dadurch kann sie unabhängig und sachorientiert noch besser als bisher das hohe Niveau der branchenweit anerkannten Ausbildungsstandards sichern. Ein weiterer Vorteil ist, dass ein eingetragener Verein als „juristische Person“ bei Bedarf eigenständig handeln kann. Zudem haben der Vorstand sowie die Mitglieder die Sicherheit, nicht mit ihrem eigenen Vermögen für Verbindlichkeiten oder Schulden haften zu müssen – falls dieser unwahrscheinliche Fall eintreten sollte. Durch die zur Eintragung notwendige Satzung sind die Strukturen weiterhin klar und transparent geregelt. Bei der Ausarbeitung dieser Satzung hat Christian Hansen, Abteilungsleiter Recht beim ZDK, die Gütegemeinschaft intensiv unterstützt und beraten.
Durch die Teilung der Verbände im Kfz-Gewerbe gab es eine zweite Neuerung bei der Jahrestagung. Die Mitglieder haben nun auch den Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks (BIV-Kfz) in die Gütegemeinschaft aufgenommen – der ZDK ist bereits Mitglied. Damit ist gewährleistet, dass die Interessen des gesamten Kfz-Gewerbes bei der Entwicklung der Weiterbildungen berücksichtigt werden können.
Der neue Verein brauchte zudem einen neuen Vorstand, in dem alle Mitgliedsgruppen vertreten sein müssen. Als Vorstandsvorsitzende wurde Claudia Kefferpütz, Leitung Ausbildungsmarketing und Fachkräftesicherung des BIV-Kfz gewählt, ihre Stellvertreter sind die bisherigen Vorstände aus den Reihen von VDA und VDIK, Carsten Siebers (VW) und Peter Schieder (Mitsubishi). Als Beisitzer wurden gewählt: Sabine Bartel (MAN). Christiane Nicolai (Audi) und Arne Hacker (Mercedes-Benz).
Umfangreiches Angebot
Die Gütegemeinschaft Autoberufe betreut inzwischen neun Qualifizierungen, in denen Mitarbeiter aus Kfz-Betrieben, deren Marke Mitglied ist, ein branchenweit anerkanntes Zertifikat erlangen können:
Außerdem gibt es drei sogenannte Branchenzertifikate. Das sind anerkannte Module, mit denen die Mitglieder der Gütegemeinschaft die etablierten Weiterbildungen ergänzen:
Kommunikation und Kundenkontakt
Beschwerde- und Konfliktbearbeitung
Kunden- und Serviceorientierung
Damit erhalten Mitarbeitende in den Kfz-Betrieben die Möglichkeit, einzelne Module aus bestehenden Qualifizierungen zu absolvieren und ein markenübergreifend anerkanntes Zertifikat zu erwerben. Denn während sich Zertifizierungen bislang ausschließlich auf einzelne Jobprofile beschränkten, ermöglichen die neuen „Branchenzertifikate“ nun bisher nicht berücksichtigten Funktionen mit Kundenkontakt im Verkauf und im Service ebenfalls den Zugang zu einer branchenweit anerkannten Qualifizierung.
Carsten Siebers von Volkswagen informierte auf der Jahrestagung über die ersten Erfahrungen mit den neuen zertifizierten Weiterbildungen für Führungskräfte. Diese seien bei den Mitarbeitenden auf großes Interesse gestoßen und sehr positiv bewertet worden. Deshalb appellierte er an die Mitglieder, sich für diese Weiterbildungen ebenfalls möglichst schnell zertifizieren zu lassen. Nur dann könne man die Vorteile, die die branchenweit anerkannten Weiterbildungen für die Branche bringen, auch wirklich sinnvoll nutzen. Bisher sind Volkswagen und Seat die einzigen Marken, die diese Weiterbildungen anbieten.
Ähnliches gilt für die Branchenzertifikate, die bisher nur bei Mercedes im Angebot sind. Auch hier sollten möglichst bald weitere Mitglieder nachziehen, um deren Vorteile nutzbar zu machen.
Die besondere Jahrestagung mit der Gründung des Vereins fand auf dem Anwesen des Musikers und Extremsportlers Joey Kelly statt. Sein Motto lässt sich auch auf die Aus- und Weiterbildungen im Kfz-Gewerbe übertragen: „Erfolg ist planbar, das Geheimnis ist dranbleiben.“ In seiner Keynote war sich Kelly sicher, dass man die Zukunft nur mit Austausch und Bildung meistern könne.
Erfolgreiche Nachwuchswerbung
Eng verbunden mit der Gütegemeinschaft ist die Initiative „Autoberufe“, die sich darum kümmert, geeigneten Berufsnachwuchs für das Kfz-Gewerbe zu begeistern, und zeitgemäßeMedien für die Nachwuchswerbung für Kfz-Betriebe erstellt. Hier konnte Claudia Kefferpütz mit ihrem Team erfreuliche Zahlen weitergeben. Durch die permanente, zielgruppengerechte Werbung für die Autoberufe auf den Social-Media-Kanälen sind die Ausbildungsberufe im Kfz-Gewerbe nach wie vor sehr beliebt bei den Jugendlichen. Außerdem haben sich inzwischen rund 10.000 Ausbildungsbetriebe beim Betriebefinder angemeldet, um dort ihre Ausbildungsstellen anzubieten. Dadurch, dass Kefferpütz nun auch im Vorstand des neuen Vereins sitzt, kann die Zusammenarbeit künftig noch intensiver ausfallen als bisher. Die Initiative Autoberufe sorgt für das Interesse der Jugendlichen an den Autoberufen und die Gütegemeinschaft ermöglicht ihnen dann attraktive Weiterbildungen.
Stand: 08.12.2025
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