Preisentwicklung Halbleiterkrise treibt Gebrauchte auf Rekordniveau

Autor Martin Achter

Von einem Hoch zum nächsten: Auch im Juli verlangten Händler für Fahrzeuge aus Vorbesitz so hohe Preise wie nie zuvor. Die Chipkrise ist ein Treiber. Es gibt aber auch andere Faktoren.

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Die Halbleiterkrise treibt die Angebotspreise für Gebrauchtwagen. So auch im Juli. Es gibt aber auch andere Faktoren.
Die Halbleiterkrise treibt die Angebotspreise für Gebrauchtwagen. So auch im Juli. Es gibt aber auch andere Faktoren.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Händler bieten Gebrauchtwagen über Onlinefahrzeugbörsen derzeit zu so hohen Preisen an wie nie zuvor. Auf Mobile.de verlangten Anbieter im Juli durchschnittlich etwas mehr als 26.000 Euro für ein Fahrzeug, wie die Plattform mitteilte.

Bei Autoscout 24 lag der durchschnittliche Angebotspreis bei rund 23.000 Euro. Damit habe das Preisniveau einen „neuen Höchststand“ erreicht, teilte Autoscout 24 mit. Im Jahr zuvor hätten Händler im Schnitt 3.000 Euro weniger je Fahrzeug verlangt.

Für den Preisanstieg dürfte vor allem die Halbleiterkrise sorgen. Viele Menschen kaufen sich derzeit anstatt eines Neuwagens mit teils schwer absehbaren Lieferzeiten lieber ein verfügbares Gebrauchtfahrzeug.

So erklärte auch der Autoscout-24-Vertriebschef für Deutschland, Stefan Schneck: „Es ist eine Summe aus kleineren und größeren Effekten aus den vergangenen Lockdowns, welche die Gebrauchtwagenpreise aktuell stark ansteigen lässt.“ Der Chipmangel sei einer davon. Hinzu komme, dass Verbraucher seit Jahresanfang teils mit dem Autokauf gezögert hätten: „Diese erhöhte Nachfrage nach Gebrauchten hat die Preise auch im Juli erneut in die Höhe getrieben.“

Auffallend ist auch, wie das Fahrzeugangebot auf den Onlinefahrzeugbörsen knapper wird. Autoscout 24 verzeichnet derzeit beispielsweise rund 840.000 Inserate in Deutschland. In den Vorjahren lag das Angebot in der Regel deutlich über der Millionenschwelle. Und bei Mobile.de ist die Entwicklung ähnlich.

Autoscout 24 konstatiert für den Juli entsprechend, dass der Rückgang des Fahrzeugangebots über alle Segmente hinweg „bemerkenswert“ sei. Bei Vans und Kleinbussen habe er über 20 Prozent gelegen. Aber auch in allen anderen Segmenten habe er sich in einer Spanne zwischen 12 und 19 Prozent bewegt, also „im deutlich zweistelligen Bereich“.

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