Die Nachfragekrise des Neuwagenmarkts spitzt sich zu. Im August brach die Zahl der Neuzulassungen um 28 Prozent ein. Bei den E-Autos ist der Absatzrückgang inzwischen mehr als dramatisch.
Im Neuwagenmarkt geht derzeit nicht viel, die Zahl der Auslieferungen sinkt stark.
(Bild: Grimm – VCG)
Das Neuwagengeschäft in Deutschland ist voll in die Krise gefahren. Im August kamen nur noch 197.322 Pkw neu auf die Straßen, wie aus den aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht. Das waren 27,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der tiefe Sturz führt in Summe zu einer inzwischen negativen Entwicklung des Neuwagenmarkts im Jahresverlauf. In den bisherigen acht Monaten des Jahres wurden 1,907 Millionen Autos erstmals zugelassen.
Der August-Absturz liegt nicht zuletzt an der schwachen Nachfrage bei reinen Elektroautos. Dem KBA zufolge wurden im Berichtsmonat rund 69 Prozent weniger Elektroautos neu zugelassen als im August des Vorjahres. Der Anteil der E-Modelle am Neuwagenaufkommen liegt damit nur noch bei 13,7 Prozent. Aber auch fast alle weiteren Antriebsarten waren teils deutlich seltener gefragt. Bei Autos mit Dieselmotoren lag das Minus bei 24,4 Prozent, bei Autos mit Benzinmotoren bei 7,4 Prozent. Einzig der LPG-Antrieb zeigte eine positive Tendenz (+3,6 %).
„Wir erleben gerade einen Absturz mit Ansage bei den Pkw-Neuzulassungen“, kommentierte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn, Sprecher des Fabrikatshandels im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, die Zahlen. Nach der positiven Entwicklung der Verkäufe von Benzin- und Diesel-Pkw im ersten Halbjahr seien bei den Verbrennern inzwischen deutliche Rückgänge zu verzeichnen, die auch der schlechten wirtschaftlichen Gesamtentwicklung geschuldet seien. Die Lage auf dem E-Markt bezeichnete er als „dramatisch“.
Für eine Trendumkehr müssten sich aus Sicht des Verbands die Rahmenbedingungen deutlich verbessern. Selbst die von der Bundesregierung geplanten Steuererleichterungen für E-Fahrzeuge seien „lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein und helfen auch nur den gewerblichen Zulassungen“. Sorge macht dem Verband schon jetzt das kommende Jahr, wenn die verschärften CO2-Ziele den Druck auf die Hersteller erhöhen, die E-Mobilität voranzubringen, um Strafzahlungen zu vermeiden. „Wenn nicht mehr Anreize kommen, wird der Hochlauf nicht gelingen.“
Echte Hoffnung auf eine Trendumkehr ist derzeit allerdings nicht in Sicht. Laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) ist der Auftragseingang aus dem Inland nach einer leichten Erholung in den Vormonaten wieder gesunken – um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch der Importeursverband VDIK sieht den Rückgang der Neuzulassungen mit Sorge. „Vor allem der Rückgang des Gesamtmarktes um mehr als ein Viertel des Pkw-Volumens ist ein zusätzlicher Schlag in das Kontor der Automobilwirtschaft“, sagte der neue VDIK-Präsident André Schmidt.
Lage ist „äußerst angespannt“
Etwas nüchterner sieht die Entwicklung Constantin Gall, Leiter Mobility bei EY für die Region Westeuropa. „Der aktuelle Einbruch auf dem deutschen Neuwagenmarkt ist noch kein Zeichen für eine negative Trendwende.“ Vielmehr sei er auf Sondereffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen, sagte er laut einer EY-Mitteilung. Der August des Vorjahres sei ungewöhnlich stark gewesen – damals noch getrieben durch einen E-Auto-Boom. Trotzdem bezeichnet EY die Situation auf dem Neuwagenmarkt als „äußerst angespannt“. Von einer nachhaltigen Erholung sei der deutsche Neuwagenmarkt weit entfernt, die Lücke zum Vorkrisenniveau bleibt erheblich. Konkret wurden in den ersten acht Monaten des Jahres in Deutschland rund 590.000 Neuwagen weniger verkauft als im Vergleichszeitraum 2019.
Für die anhaltende Absatzschwäche in Deutschland gibt es aus Galls Sicht mehrere Gründe: „Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Fahrt, die Konsumbereitschaft und Investitionslaune bei Privatleuten und Unternehmen ist sehr schwach ausgeprägt“, sagte er. „Geopolitische Spannungen und kriegerische Auseinandersetzung drückten zusätzlich auf die Stimmung. „Von einer positiven Dynamik ist derzeit nichts zu spüren“, urteilt er.
Den Einbruch der Elektroauto-Neuzulassungen erklärt EY ein Stück weit aus dem Effekt heraus, dass im August 2023 ungewöhnlich viele solcher Fahrzeuge neu zugelassen wurden. Damals hätten Last-Minute-Käufe gewerblicher Kunden die Elektro-Neuzulassungen punktuell in die Höhe getrieben – vor dem Auslaufen der staatlichen Förderung für Unternehmen zum 1. September 2023. Mit mehr als 86.000 Elektro-Neuzulassungen war der August 2023 damals der zweitstärkste E-Auto-Monat – fast jeder dritte neu zugelassener Pkw in Deutschland war ein Elektroauto.
Stand: 08.12.2025
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Blickt man auf die einzelnen Fabrikate, konnte im August kaum ein Fabrikat seine Verkäufe steigern. Nennenswerte Ausnahmen sind Volvo (+18,8 %) und Peugeot (+16,9 %). Mitsubishi legte um 7,1 Prozent zu, während Skoda immerhin seine Absatzzahlen hielt. Bittere Einbußen mussten sowohl deutsche Fabrikate als auch Importmarken hinnehmen. Fiat verlor mehr als die Hälfte des Absatzes (-52,3 %), auch Kia (-38,5 %) und Dacia (-38,1 %) mussten kräftig Federn lassen. Bei den deutschen Marken Audi (-36,6 %), Ford (-28,0 %) und VW (-23,3 %) sind die Rückgänge ebenfalls deutlich.