Herbstakademie 2018: Gefragter Impulsgeber für Führungskräfte

Richtungsweisende Vorträge nicht nur für den Branchennachwuchs

| Autor: Wolfgang Michel

Hier spielt die Musik für die Nachwuchsführungskräfte im Kfz-Gewerbe: In diesem Jahr fand bereits die zwölfte Herbstakademie der Junioren auf Sylt statt.
Hier spielt die Musik für die Nachwuchsführungskräfte im Kfz-Gewerbe: In diesem Jahr fand bereits die zwölfte Herbstakademie der Junioren auf Sylt statt. (Bild: Zietz / »kfz-betrieb«)

Die Herbstakademie des Kfz-Gewerbes auf Sylt hat sich endgültig als Ort des Dialogs und der Impulse etabliert. Sie war bis auf den letzten Platz ausgebucht, und das schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt. „Schön, dass Sie sich wieder auf den Weg nach Sylt gemacht haben. Wir freuen uns, dass Sie so zahlreich zur Herbstakademie der Junioren aus ganz Deutschland angereist sind. Und wir freuen uns ebenfalls sehr darüber, dass unsere bewährten und treuen Partner auch in diesem Jahr wieder mit an Bord sind“, sagte Jan-Niklas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbands Schleswig-Holstein. Damit war die Herbstakademie 2018 vom 9. bis 11. November eröffnet.

„Liebe Stamm- und Premierengäste, liebe Freunde des Netzwerkens, liebe Partner, so schnell wie in diesem Jahr war die Herbstakademie noch nie ausgebucht. Alle zwei Jahre zieht die Herbstakademie regelrecht ihre Gäste auf die Insel Sylt. Das liegt unter anderem daran, dass sich hier seit vielen Jahren ein hervorragendes Netzwerk für die Nachwuchsführungskräfte des Kfz-Gewerbes gebildet hat“, sagte Rolf-Dieter Fröhling in seiner Begrüßung. „Wir haben auch in diesem Jahr wieder tolle Referenten gewonnen, die ganz sicher Ihren beruflichen und privaten Horizont erweitern“, so der Landesverbandspräsident Schleswig-Holsteins weiter.

Herbstakademie 2018: Trommeln für den Erfolg

Ganz besonders bedankte sich der Präsident bei den langjährigen Partnern und Unterstützern der Veranstaltung. In seiner Funktion als LV-Präsident besuchte Rolf-Dieter Fröhling die Herbstakademie zum letzten Mal. Künftig wird er sich einer neuen beruflichen Herausforderung in einer anderen Branche widmen. Fröhling war seit 2008 Verbandspräsident des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein. Er engagierte sich seit der Gründung der Herbstakademie für die Förderung von Junioren und jungen Führungskräften. Das dankten ihm die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Herbstakademie 2018 mit einem lang anhaltenden Applaus.

Kfz-Betriebe sollten auch eine Exit-Strategie haben

Traditionell eröffnete Wolfgang Michel, Chefredakteur »kfz-betrieb«, den Vortragsreigen der Herbstakademie. „Warum ist die Zukunft der Kfz-Betriebe in Gefahr?“ lautete der Titel seines Vortrags. Auch wenn die Gefahrenlage heute eine andere sei, sei die Zukunft der Kfz-Betriebe immer schon gefährdet gewesen. „Vor allem dann, wenn man in der Gegenwart von der Vergangenheit träumt und gleichzeitig die Zukunft ausblendet“, sagte Michel. Er beleuchtete verschiedene Marktentwicklungen und ging unter anderem auf die neuen digitalen Vertriebskonzepte von Audi bis Volvo ein. Diese sorgten künftig dafür, dass der Anteil der vom Handel verkauften Neuwagen weiter zurückgehen würde.

Michel untermauerte die diesbezügliche Entwicklung mit Zahlen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten: 1996 verkauften die rund 25.600 Markenautohäuser rund drei Millionen Neuwagen. Von den Herstellern selbst kamen nur rund 280.000 verkaufte Einheiten hinzu. 2017 vermarkteten die Hersteller bereits über 1,3 Millionen von den insgesamt 3,44 Millionen Neuwagen selbst. Für die 16.260 Standorte der Markenhändler verblieben somit nur noch 2,14 Millionen Einheiten. Damit verkauften die Autohersteller heutzutage nahezu 40 Prozent aller Neuwagen in Deutschland über ihre eigenen Vertriebskanäle – Tendenz steigend.

Traditionell eröffnete »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel den Vortragsreigen der Herbstakademie. In seinem Vortrag zeigte er, was die Kfz-Betriebe in den nächsten Jahren erwartet, und gab den Nachwuchsführungskräften verschiedene Tipps für die Zukunft mit auf den Weg.
Traditionell eröffnete »kfz-betrieb«-Chefredakteur Wolfgang Michel den Vortragsreigen der Herbstakademie. In seinem Vortrag zeigte er, was die Kfz-Betriebe in den nächsten Jahren erwartet, und gab den Nachwuchsführungskräften verschiedene Tipps für die Zukunft mit auf den Weg. (Bild: Zietz / »kfz-betrieb«)

Auch auf die viel diskutierte Elektromobilität ging der Chefredakteur ein. Natürlich würden der Verkauf und damit der Bestand von Elektrofahrzeugen in den nächsten Jahren zunehmen. Aber das Elektroauto deshalb als Gefahr für das Kfz-Gewerbe zu bezeichnen, sei derzeit völlig unangebracht. Zum 1. Januar 2018 vermeldete das KBA einen Fahrzeugbestand von über 46 Millionen Pkws. Davon waren 65,5 Prozent mit einem Benzin- und 32,8 Prozent mit einem Dieselmotor ausgestattet. Der Bestand an reinen Elektro-Pkws stieg auf 53.861 Einheiten. Auch wenn die Akzeptanz und damit der Absatz von Elektroautos in den kommenden Jahren weiter zunehmen würden, führe am Verbrennungsmotor noch ganz lange kein Weg vorbei. Die Elektromobilität könne die Automobilität in den nächsten zehn Jahren keinesfalls komplett auf den Kopf stellen. Vielmehr ergänze sie die Antriebstechniken um eine weitere Variante. Um die individuelle Mobilität mit all ihren Facetten für die Zukunft sicherzustellen, brauche es weiterhin hochmoderne und umweltfreundliche Benzin- und Dieselmotoren.

Losgelöst von Vertriebskonzepten, Neuzulassungszahlen und Fahrzeugtechnologien hatte Michel folgende Ratschläge für die Nachwuchsführungskräfte parat:

  • Im digitalen Zeitalter braucht jedes Unternehmen zwingend eine digitale Kompetenz und Präsenz in all seinen Geschäftsfeldern.
  • Ferner müssen Markenautohäuser auch Strategien entwickeln, die sie wirtschaftlich unabhängiger von ihren Herstellern machten.
  • Die E-Mobilität und das autonome Fahren gilt es in der perspektivischen Unternehmensplanung zu berücksichtigen.
  • Nur mit einer motivierten/kompetenten Belegschaft lassen sich die vielfältigen Aufgaben beherrschen und die Unternehmensziele erreichen.
  • Auch in Zukunft wird es Entwicklungen geben, die sich heute noch nicht absehen lassen. Deshalb sollte jedes Unternehmen eine Exit-Strategie entwickeln.

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