Hermann-Gruppe entwickelt Onlineshop in Eigenregie

Autor / Redakteur: Stephan Richter/Andreas Grimm / Andreas Grimm

Als einer der ersten Autohändler in Deutschland startet die Hermann-Gruppe mit einem selbstentwickelten Onlineshop für Gebrauchtwagen, in dem die Kunden ihr Fahrzeug direkt per Mausklick kaufen können.

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Startschuss für den Online-Shop: Marketing-Chef Michael Zimbal (li.) und Onlineshop-Teamleiter Dominik Matern nehmen den Shop live.
Startschuss für den Online-Shop: Marketing-Chef Michael Zimbal (li.) und Onlineshop-Teamleiter Dominik Matern nehmen den Shop live.
(Bild: Richter)

Das Mehrmarken-Autohaus Hermann mit Sitz in Northeim hat in der vergangenen Woche seinen selbstentwickelten, für mobile Endgeräte optimierten Online-Shop offiziell gestartet. Seitdem können bisherige Kunden wie auch eine neue Online-Kundschaft auf der Webseite www.autohaus-hermann.shop Gebrauchtwagen suchen, online bestellen, bezahlen und sich bis zur Haustür liefern lassen. Den Startschuss gaben Michael Zimbal, Geschäftsführer und Marketingchef des Händlers, und Dominik Matern, Leiter des Onlineshop-Teams, auf einer Mitarbeiterveranstaltung des Händlers.

Die Freischaltung des Angebots in diesem Rahmen hat einen doppelten Sinn. Einerseits will das Autohaus Hermann, das schon häufiger mit außergewöhnlichen Vertriebsideen auf sich aufmerksam machte und dafür im Jahr 2011 den Vertriebs Award von »kfz-betrieb« erhalten hat (jetzt noch für die Teilnahme 2018 bewerben) die Mannschaft ins digitale Zeitalter mitnehmen. Vor allem aber ist der Online-Shop ein Produkt der eigenen Mitarbeiter und kein zugekauftes Produkt von der Stange. Als Berater hatte das Team die der Agentur „Das wirkt“ aus Dortmund zur Seite.

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Am Aufbau und der Umsetzung des Shops arbeiteten in den vergangenen Monaten Fachinformatiker Tobias Gebele (27 Jahre), die Neuwagen-Verkäuferin Lydia Klampfl (22), die Auszubildende Lea Ohlendorf (20) sowie der mitverkaufende Verkaufsleiter des Gebrauchtwagenmarkts Einbeck und Shop-Teamleiter Dominik Matern (35). Das Spannende dabei: Sie sind Eigengewächse der Hermann-Gruppe, kennen die Firmengegebenheiten genau, aber natürlich auch die Notwendigkeiten und Gepflogenheiten eines modernen Onlineshop-Angebots.

Entsprechend ist ein Angebot entstanden, das für die Kunden so einfach und intuitiv zu bedienen ist, wie der Onlineshop von Modeketten. „Sie können die Fahrzeuge auf einer Merkliste parken, mit anderen Angeboten vergleichen, in den Warenkorb legen und abschließend per Überweisung bezahlen“, erläutert Matern. Zugleich räumt Hermann den Kunden ein vierzehntägiges Umtauschrecht ein und verkauft jedes Auto mit einer einjährigen Gebrauchtwagengarantie.

Verschiedene Alternativen der Direktzahlung

Die Zahlungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig – wie man es etwa von Ebay kennt. Die Käufer können das Auto direkt auf der Seite über die BDK finanzieren, eine Zahlung über das Sparkassen-Angebot Pay Direkt tätigen, über Paypal zahlen (bis zu einem Betrag von 2.500 Euro) und natürlich bei der deutschlandweiten Lieferung oder Abholung bar zahlen. Für Finanzierungen können Kunden ihre jeweilige Rate mithilfe eines Onlinekalkulators konfigurieren. Hierzu stehen unter anderem die Parameter Kaufpreis, Laufzeit und Anzahlung zur Verfügung. Die Freigabe erfolgt dann durch einen BDK-Mitarbeiter.

Die kostenpflichtige Auslieferung übernimmt das Autohaus selbst innerhalb von drei Werktagen mithilfe seiner Abschleppfahrzeuge, die es als Partner des ADAC im Fuhrpark hat. Ist das Auto angeliefert, erhält der Käufer eine Einführung in die Technik des Fahrzeugs. Übrigens versucht das Autohaus den Kunden trotz Online-Vertrieb ins Autohaus zu bringen. Kommt dieser nämlich selbst zur Abholung, übernimmt das Unternehmen die Kosten für ein Bahnticket der 2. Klasse.

Um das Qualitätsniveau der ausgelieferten Fahrzeuge filialübergreifend auf einem hohen Niveau zu halten, zentralisiert das Autohaus künftig die technische und optische Aufbereitung in einem neuen Gebrauchtwagenzentrum in Sudheim bei Northeim. „Die Erwartungshaltung der Kunden ist hoch. Daher muss jedes Auto unserem Hof perfekt verlassen“, sagte Geschäftsführer Zimbal.

Ergänzung durch Pop-up-Stores

Der Online-Aufbruch soll laut Firmenchef Wolfgang Hermann aber nicht bedeuten, dass Auto Hermann ein seelenloser Hightech-Betrieb wird. Im Gegenteil. „Wir sichern mit dem Shop unsere Zukunft, schaffen ein zusätzliches Verkaufsinstrument, halten aber nach wie vor den stationären Vertrieb im Blick“, sagt er. Das zeigen neben den laufenden Neubau-Maßnahmen der Marken-Autohäuser auch Pop-up-Stores der Gruppe außerhalb des bisherigen Kerngebiets. Diese Verkaufsbüros sollen in Kassel, Hannover, Bielefeld und Erfurt angesiedelt sein. Darin können sich die Kunden am Computer über das Angebot informieren – und natürlich auch direkt Autos kaufen.

Die Hermann-Gruppe vereint in ihren 14 Filialen an sechs Standorten knapp 250 Mitarbeiter und verkauft jährlich 4.100 Neu- und 2.300 Gebrauchtwagen. In diesem Jahr erweitert das Unternehmen seine Führungsmannschaft um drei Regionalleiter und setzt einen Beirat ein, um die Firmenentwicklung auch aus externer Sicht bewerten zu lassen.

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