Teilehandel Hess Automotive stellt Insolvenzantrag

Von Jakob Schreiner

Der Kölner Teilehändler ist in finanzielle Schieflage geraten, Hess Automotive musste den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Was die Gründe dafür sind und wie es jetzt weitergeht.

Anbieter zum Thema

(Bild: Hess Automotive)

Der Kölner Teilehändler Hess ist in finanzielle Schieflage geraten. Das Unternehmen habe in dieser Woche beim Amtsgericht Köln einen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, teilte Hess Automotive am späten Donnerstagnachmittag mit. Das Gericht habe dem Verfahren zugestimmt, ein Insolvenzverwalter sei bestimmt.

Bereits in der vergangenen Woche konfrontierte »kfz-betrieb« einen Unternehmenssprecher mit den Gerüchten, dass das Unternehmen kurz vor einer Insolvenz stehe. Die Spekulationen dementierte dieser damals noch, bestätigte aber, dass Hess einige Bestellungen bei Lieferanten aufgrund eines „kurzfristigen Liquiditätsengpasses“ stornieren musste. Das habe sich im Markt herumgesprochen und führte zu den vermeintlichen „Gerüchten“.

Der bestellte Insolvenzverwalter Christoph Niering bekräftigt nun, dass Hess bestellte Neuware bezahlen und Waren auch weiterhin an Kunden ausliefern könne. Er wolle sicherstellen, dass der Geschäftsbetrieb weiterlaufen kann. Ziel sei, das operative Geschäft des Teilehändlers „aufrechtzuerhalten und eine langfristige Fortführungslösung zu erarbeiten“. Diese besteht in der Suche nach einem geeigneten Investor. Es gebe bereits „belastbare Anfragen“, die man nun „konkretisieren“ könne, heißt es weiter.

Ein möglicher Interessent könnte LKQ sein. Das Unternehmen hatte erst in der vergangenen Woche seine Absicht bestätigt, über den Zukauf von durch die Corona-Pandemie geschwächten Konkurrenten weiter wachsen zu wollen.

Die Pandemie sowie die „regionalen Einbußen im Nachgang der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr“ seien schlussendlich die Auslöser gewesen, warum der Teilehändler in finanzielle Schieflage geraten ist, heißt es von Hess. Demnach habe sich das Auftragsvolumen im vergangenen Jahr deutlich schwächer als gehofft entwickelt. Das habe die Liquiditätssituation zusehends verschärft und das Unternehmen in finanzielle Not gebracht.

Geschäftsführer Philipp Hess gibt sich kämpferisch: „Wir sind davon überzeugt, dass wir aus dieser Krise gestärkt hervorgehen.“ Mit dem Investor wolle man „neue Stärke“ gewinnen, um „mit den internationalen Ketten und weiteren großen Mitbewerbern Schritt zu halten“. Laut eigenen Angaben beschäftigt Hess Automotive derzeit 1.500 Personen, deren Gehälter über das Insolvenzgeld abgedeckt sind.

(ID:48034880)