Italienische Marke DR lotet Markteintritt in Deutschland aus

Autor: Andreas Wehner

DR Automobiles fertigt schon seit 2006 Lizenzbauten der chinesischen Marken Chery und JAC und verkauft die Autos in Italien. Jetzt will das Unternehmen expandieren und nimmt dabei unter anderem den deutschen Markt ins Visier.

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DR bringt in Italien Ende 2019 ein Elektroauto auf den Markt.
DR bringt in Italien Ende 2019 ein Elektroauto auf den Markt.
(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Das italienische Pkw-Fabrikat DR plant einen Markteintritt in Deutschland. Der Vorsitzende des Daihatsu-Händlerverbands, Udo Auchter, bestätigte gegenüber »kfz-betrieb« entsprechende Gespräche mit dem Unternehmen. Die Italiener sehen in den früheren Daihatsu-Händlern offenbar potenzielle Vertriebspartner.

DR fertigt Lizenzbauten von Fahrzeugen der chinesischen Autohersteller Chery und JAC. Die Autos werden in China produziert und im italienischen DR-Werk in Macchia d’Isernia endmontiert. Nach Zahlen des italienischen Autoherstellerverbands UNRAE verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr in Italien rund 1.500 Neuzulassungen. Der Hersteller ist zudem in Spanien aktiv und sucht aktuell nach Partnern in weiteren europäischen Ländern.

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Die Gespräche befinden sich laut Auchter in einer frühen Phase. Ein möglicher Termin für den Markteintritt steht ebenso wenig fest wie die eventuellen Konditionen für künftige Handelspartner. Offenbar wünscht sich DR auch größere Händler mit angeschlossenen Partnern. Die in größerer Zahl zu finden, dürfte für einen komplett neuen Hersteller aber eher schwierig sein.

DR existiert seit 2006. Das Unternehmen hatte bereits vor einigen Jahren – kurz nach der Kündigung der Daihatsu-Händlerverträge wegen des Rückzugs aus Europa – mit Partnern des japanischen Fabrikats Kontakt aufgenommen und einen Markteintritt ausgelotet. Das Vorhaben scheiterte jedoch letzten Endes.

Neues Elektroauto in Genf vorgestellt

Auf dem Genfer Autosalon war das Unternehmen mit vier Fahrzeugen vertreten – allesamt SUVs. Den DR3 bietet der Autobauer aktuell in Italien für 15.000 Euro an. Das 4,17 Meter lange Fahrzeug wird von einem 1,5-Liter großem Vierzylinder-Benziner angetrieben. Der DR3 leistet 78 kW/106 PS. Eine Elektrovariante des DR3 hatten die Italiener ebenfalls in Genf dabei. Sie soll Ende 2019 auf den Markt kommen. Sie leistet 90 kW/122 PS und soll es mit einer 53,3-kWh-Batterie 400 Kilometer weit schaffen. Maximal sind 151 km/h möglich.

Der mit 4,35 Metern Länge etwas größere DR4 kommt mit einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Ottomotor, der 84 kW/115 PS leistet. Er kostet aktuell 17.000 Euro. Das Topmodell der Italiener ist der 4,51 Meter lange DR6 für 20.000 Euro. Unter der Haube steckt wie beim DR3 ein 1,5-Liter-Benziner, der im größeren Modell jedoch 110 kW/150 PS leistet.

Das nach Ansicht von Udo Auchter interessanteste Auto, der 8.500 Euro teure Kleinwagen DR Zero, läuft demnächst aus, soll aber einen Nachfolger erhalten. Im Angebot haben die Italiener zudem den optisch rustikaleren DR Evo5 für 14.900 Euro.

Alle Modelle kommen mit Frontantrieb und Schaltgetriebe. Gegen Aufpreis sind Varianten mit Erdgas- oder Flüssiggas-Antrieb erhältlich.

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Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«