Rückrufe KBA warnt vor Brandgefahr bei einigen Mercedes-Modellen

Von Niko Ganzer

Je eine sechs- und eine fünfstellige Aktion stehen für diverse Diesel-Baureihen des Herstellers an. Die größere zieht einen Ventiltausch in der AGR wegen erhöhter Brandgefahr nach sich.

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Wegen Problemen mit der Abgasanlage müssen hierzulande etwa 240.000 Mercedes-Fahrzeuge in die Werkstatt.
Wegen Problemen mit der Abgasanlage müssen hierzulande etwa 240.000 Mercedes-Fahrzeuge in die Werkstatt.
(Bild: Mercedes-Benz)

Zwei größere Rückrufe hat Mercedes-Benz Cars in Deutschland abzuarbeiten. Sie stehen beide im Zusammenhang mit der Abgasanlage. Sechsstellig ist eine Aktion für C-, E-, G- und S-Klasse (Baureihen 205, 213, 238, 463, 222 und 223) sowie für CLS, GLC und GLE/GLS (BR 257, 253 und 167) mit Dieselmotor. Von den rund 850.000 weltweit zu reparierenden Autos sind circa 240.000 in Deutschland gemeldet.

Reparatur dauert etwa eine Stunde

Sollten aufgrund einer Undichtigkeit der über Unterdruck steuerbaren Kühlmittelpumpe elektrische Umschaltventile der Abgasrückführung mit Kühlmittel beaufschlagt werden, könne aufgrund einer elektrochemischen Reaktion „ein kontinuierliches Ansteigen der Bauteiltemperatur nicht vollständig ausgeschlossen werden“, erklärte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wird deutlicher und spricht von erhöhter Brandgefahr.

Bei den Fahrzeugen aus dem Produktionszeitraum vom Januar 2017 bis Oktober 2021 sind ein Softwareupdate für die Kühlmittelpumpe und ein Tausch des elektrischen Umschaltventils vorgesehen. Hierfür ist ein etwa 60 Minuten dauernder Aufenthalt in der Vertragswerkstatt eingeplant, der unter dem internen Code „2090008“ läuft.

Älterer Rückrufbescheid des KBA wird jetzt umgesetzt

Nicht neu ist laut einem anderen Unternehmenssprecher die Aktion „5496147“ für 21.371 hierzulande registrierte Exemplare der A- und B-Klasse, sowie des CLA. Das KBA hatte diese erst vergangene Woche angekündigt, doch laut dem Sprecher schon im Juni 2020 einen entsprechenden Bescheid zu bestimmten Diesel-Varianten der Abgasnorm Euro 5 erlassen. Er betonte, dass der Rückruf nicht aufgrund einer unzulässigen Abschalteinrichtung angeordnet worden sei.

Vielmehr sei es bei Zertifizierungsmessungen auf dem Prüfstand zu Ungenauigkeiten gekommen. „Durch den Fehler kann ein CO2-Wert ermittelt worden sein, der sehr geringfügig unter dem tatsächlichen Wert liegt“, so der Sprecher. Alle Emissionen (NOx, CO, THC+NOx, PM, PN) lägen unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts.

Das nun trotzdem fällige und behördlich überwachte Softwareupdate steht außerhalb Deutschlands für weitere 140.000 Einheiten der Baureihen 176, 246 und 117 an. Sie liefen zwischen März 2012 und April 2015 vom Band.

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