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„Kein Vorsprung erkennbar“: Gegenwind für Audi-Vertriebschefin Wortmann

Autor: Christoph Seyerlein

Mit einem Statement zu ihrem aktuellen Dienstfahrzeug bei Linkedin wollte Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann wohl ein Zeichen für den Standort Neckarsulm setzen. Doch der Beitrag ging für die Managerin nach hinten los.

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Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann muss im Netz Kritik einstecken.
Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann muss im Netz Kritik einstecken.
(Bild: Audi)

Der „Heilbronner Stimme“ erklärte Audi-Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann kürzlich, Audi müsse sich wieder mehr auf seine Rolle als Premiumhersteller konzentrieren. Gleichzeitig vermisse sie bei den Ingolstädtern derzeit „dieses freche Augenzwinkern“, das die Marke einst gerade bei jüngeren Käufern beliebt gemacht habe.

Zu sprechen kam Wortmann dabei auch auf den Standort Neckarsulm, an dem zuletzt aufgrund mangelnder Auslastung immer wieder Unruhe herrschte. Nach dem Interview versuchte die Vertriebschefin, auch via Linkedin die Wichtigkeit des Werks zu unterstreichen. Wortmann schrieb: „Mein derzeitiges Auto kommt aus #Neckarsulm, ein A8 Plug-in-Hybrid. Gerade habe ich mehrere Hundert A8 nachbestellt – nicht für mich selbst, sondern für unsere Kunden in China, wo die Nachfrage gerade kräftig anzieht.“

Eine Botschaft, die der Managerin in den 180 Kommentaren darunter überwiegend Kritik einbrachte. So antwortete der User Stefan Pagenkopf-Martin mit Blick auf den A8 Plug-in-Hybrid beispielsweise: „100-120 KWh Realverbrauch (1l = 10 KWh) sind leider nicht „Vorsprung durch Technik“ sondern schon „freches Augenzwinkern“ mit Wegschauen vor der Realität!“ In die gleiche Kerbe schlug Markus Stuebing: „Wer „Vorsprung durch Technik“ für sich proklamiert und gleichzeitig stolz auf einen A8 Plug-in-Hybrid mit ca. 40-50 km rein elektrischer Fahrleistung ist, hat die Zeichen der Zeit (noch) nicht verstanden.“

„A8 als Plug-in-Hybrid ist eine Mogelpackung“

Der Nutzer Mario Buchinger formulierte seinen – sehr ähnlichen Standpunkt – folgendermaßen: „Ich erlebe Audi als ein sehr gestriges Unternehmen. Ein A8 als Plug-in-Hybrid ist eine Mogelpackung und fernab dessen, was Stand der Dinge ist.“ Und Markus Thomas Boldt schrieb, für ihn sei „hier kein Vorsprung erkennbar“.

Auch VW-Händler Wolf Warncke, der sich via Social Media regelmäßig für eine stärkere Elektrifizierung stark macht, kritisierte Wortmann: „Einspruch: Wir brauchen nicht (!) ein „freches Augenzwinkern“, nein, wir brauchen wieder Aufrichtigkeit, Optimismus, Gelassenheit, verbunden mit einer Prise Humor und „Leben und leben lassen“, schrieb er.

„Mobilität muss zu den Menschen passen und nicht umgekehrt“

Wortmann selbst meldete sich infolge der vielen negativen Reaktionen später selbst noch einmal zu Wort. „Besonders aufmerksam lese ich die kritischen Stimmen, denn das ist mein Job“, erklärte sie. Den Vergleich mit Wettbewerbern überlasse sie lieber den Kundinnen und Kunden. Dabei verwies die Audi-Vertriebschefin unter anderem auf den Audi E-Tron, der in diesem Jahr weltweit das meistverkaufte Elektro-SUV sei.

Aber auch auf die Kritik an Plug-in-Hybriden nahm die Managerin Bezug. Diese seien für Fahrerinnen und Fahrer praktisch, „die längere Strecken am Stück fahren wollen oder müssen“, so Wortmann. „Mobilität muss zu den Menschen passen und nicht umgekehrt. „One fits for all“ funktioniert da nicht. Deshalb suche ich den Dialog in aller Welt und höre genau hin. Danke an alle für Ihre Denkanstöße“, schrieb die 53-Jährige.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«