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Mehr Premium, mehr junge Kunden? Das halten Kfzler von Audis Plänen

| Autor: Christoph Seyerlein

Mehr Premium und gleichzeitig jüngere Kunden gewinnen – das hat Audi laut Vertriebsvorständin Hildegard Wortmann vor. Doch ist das realistisch? »kfz-betrieb« hat bei vorwiegend jungen Kfzlern nachgefragt – und fast 2.000 haben geantwortet.

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Audi will wieder jüngere Kunden ansprechen.
Audi will wieder jüngere Kunden ansprechen.
(Bild: Audi)

In verschiedenen Interviews hat Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann vergangene Woche angekündigt, wohin sich die Marke in ihren Augen entwickeln soll. Der „Heilbronner Stimme“ sagte sie, die VW-Tochter wolle sich künftig „wieder stärker vom Volumensegment abheben. Wir sind die Premium- und Luxusmarke.“

Gleichzeitig wünscht sich die Topmanagerin eine gewisse Frischzellenkur. „Audi war immer ein bisschen frech, worum ich die Marke früher beneidet habe. Dieses freche Augenzwinkern brauchen wir wieder, um die junge Generation zu begeistern“, so Wortmann. Diese gehe anders mit Technologie, Design und Digitalisierung um.

Mehr Premium und trotzdem junge Kunden gewinnen – kann das gelingen? Diese Frage stellte »kfz-betrieb« via Instagram. Dort folgen überwiegend junge, Kfz-affine User dem Fachmedium. 87 Prozent der gut 29.700 Follower sind 34 Jahre oder jünger. An der 24-Stunden-Umfrage nahmen 1.935 Nutzer teil – und 68 Prozent räumten Audi gute Chancen ein, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen.

Manche Zweifel bleiben

Doch frei von Zweifeln sind dabei längst nicht alle. Mehrere User stellten in direkten Nachrichten an die Redaktion in Frage, ob mehr Premium und der Wunsch nach jüngeren Kunden zusammenpasst. Hauptthema dabei: Die Preise. Dass diese bereits jetzt vergleichsweise hoch angesetzt sind, beklagten mehrere Händler zuletzt in Gesprächen mit »kfz-betrieb«. Wenn der Hersteller den Fokus nun stärker auf Premium und Luxus legt, dürfte eine Korrektur nach unten bei den Preisen eher unwahrscheinlich sein.

Frischen Wind könnte Audi gerade in Deutschland gut gebrauchen. Während die Marke weltweit ihre Neuzulassungszahlen im Juli mit rund 160.000 Einheiten leicht steigern konnte, war hierzulande davon nichts zu spüren (-20,8 %). Im Gesamtjahr liegt das Fabrikat damit hinter den Hauptkonkurrenten Mercedes und BMW zurück. Immerhin: Der Auftragseingang lag im Juli laut einer Audi-Sprecherin acht Prozent über dem Vorjahresmonat.

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