Kfz-Azubis fühlen sich unterbezahlt

Redakteur: Johannes Büttner

Die durchschnittliche Ausbildungsvergütung von Kfz-Mechatronikern ist höher als in den meisten anderen Handwerksberufen. Dennoch sind 81 Prozent der Ansicht, zu wenig zu verdienen.

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Bereits in der Ausbildung „eigenes Geld“ zu verdienen, stellt für junge Menschen einen Pluspunkt der dualen Berufsausbildung dar und beeinflusst oftmals ihre Bildungsentscheidung. Allerdings sind viele Auszubildende mit der Höhe ihrer Ausbildungsvergütung nicht zufrieden: zwei von drei Azubis empfinden ihre Vergütung als zu niedrig. Das besagt die Studie „Ausbildung aus Sicht der Auszubildenden“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Das BIBB hatte dazu rund 6.000 Auszubildende aus dem zweiten Ausbildungsjahr in 15 stark besetzten Berufen befragt, darunter auch Kfz-Mechatroniker.

Die von den Betrieben in den verschiedenen Branchen gezahlten Ausbildungsvergütungen variieren sehr stark. Die meisten bewegen sich zwischen 300 und 700 Euro netto. Der Kfz-Mechatroniker ist mit 443 Euro der bestbezahlte unter den untersuchten Handwerksberufen, im Gesamtranking bewegt er sich im Mittelfeld.

Ob Azubis mit ihrer Vergütung zufrieden sind, hängt erwartungsgemäß vor allem von deren Höhe ab. Die „Spitzenverdiener“, Bankkaufleute und Industriemechaniker, sind mehrheitlich mit ihrer Bezahlung zufrieden, die breite Masse ist es allerdings nicht: Zwei Drittel aller Befragten beurteilen ihre Vergütung als zu niedrig, unter den Kfz-Mechatronikern sind es 81 Prozent. Schlusslichter sind die angehenden Medizinischen Fachangestellten und Friseure, die zu über 90 Prozent unzufrieden sind.

Azubis fühlen sich als Fachkräfte

Für die Zufriedenheit der Jugendlichen ist jedoch nicht allein die Vergütungshöhe ausschlaggebend. Viele weitere Faktoren spielen eine Rolle. Von besonderer Bedeutung ist dabei laut BIBB-Analyse, wie hoch die Auszubildenden ihre Arbeitsleistung bewerten, die sie für den Betrieb erbringen. Die Auszubildenden im zweiten Ausbildungsjahr fühlen sich in ihrem Betrieb oft bereits wie eine Fachkraft eingesetzt.

Ihrer Einschätzung nach entfällt ein großer Teil ihrer betrieblichen Ausbildungszeit auf Tätigkeiten, die sie schon genauso gut und schnell wie ihre fertig ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen erledigen. Je mehr sich die Auszubildenden als vollwertige Arbeitskraft empfinden, desto stärker erwarten sie eine höhere Entlohnung. Wenn dieser Anspruch nicht erfüllt wird, steigt ihre Unzufriedenheit. Andererseits rechnen es die Auszubildenden den Betrieben aber sehr positiv an, wenn diese ihnen eine qualitativ hochwertige Ausbildung bieten.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie sind im BIBB-Report, Heft 14/10 nachzulesen. Er lässt sich im Internetangebot des BIBB kostenlos herunterladen.

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