»kfz-betrieb« Auto-Check: BMW i3 – Stadt, Land, Schluss

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An jeden Parkplatz gehört ein Stromanschluss

Etwas mehr als 200 Kilometer Reichweite zeigt der Bordcomputer bei einer zu 100 Prozent geladenen 94-Ah-Batterie an. Die spannende Frage lautet, wie realistisch sind diese 200 Kilometer? Antwort: Wir wissen es nicht! Begründung: Im realen Alltagsbetrieb haben wir diese Grenze in der Testwoche nie erreicht. Vielmehr haben wir uns wie ein typischer Berufspendler verhalten. Die halbleere Batterie haben wir entweder zu Hause oder am Arbeitsplatz über das normale 220-Volt-Stromnetz täglich vollgeladen. Am Feierabend beziehungsweise nach dem Frühstück waren die Akkus wieder voll – ganz ohne Schnellladestadion oder Wallbox.

Das E-Auto wurde so genutzt, wie es Tausende Pendler derzeit jeden Tag mit ihren Benziner- oder Dieselautos auch tun. Einziger Unterschied: Mit dem Verbrenner fährt man selbst als Pendler nicht jeden Tag zur Tankstelle. Dafür lädt der i3 die Batterie aber wieder voll, während man schläft oder arbeitet. Man muss mit dem Wagen noch nicht einmal an eine Tankstelle fahren. Und wer mit dem Argument um die Ecke kommt, dass der neue BMW i3 mindestens 38.000 Euro kostet, sollte auch das Argument zählen lassen, dass viele der Diesel- und Benziner-Pendlerautos in derselben Preisklasse liegen. Zudem gibt es den neuen BMW i3 aktuell ab monatlich 299 Euro bei den BMW-Händlern (siehe Bildergalerie).

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Fazit: Für viele potenzielle i3-Pendler dürfte das Argument mit den fehlenden Schnellladestationen in Deutschland oder der begrenzten Reichweite eines E-Autos gar nicht mehr gelten. Was ein E-Auto-Pendler jedoch zwingend benötigt, ist eine 220-Volt-Lademöglichkeit zu Hause. Idealerweise gibt es zudem noch einen Stromanschluss am Firmenparkplatz.

Die Realität zeigt diesbezüglich leider ein bescheidenes Bild: Viele Pendler haben weder zu Hause noch auf der Arbeit Zugriff auf einen 220-Volt-Anschluss. Das ist dann auch schon das einzig wesentliche Argument, das gegen die Anschaffung eines BMW i3 oder eines anderen Elektrofahrzeugs spricht. Anders ausgedrückt: Wer laden kann, ist klar im Vorteil. Derjenige hat dann kaum eine Ausrede mehr, warum er nicht elektrisch fahren sollte – allemal wenn es noch ein weiteres Auto mit Verbrennungsmotor im Haushalt gibt. Aber bedauerlicherweise heißt es derzeit in Deutschland in Sachen Elektromobilität noch viel zu oft: Stadt, Land, Schluss – weil es keinen Stromanschluss gibt.

Solange wir neue Reihen- und Mietshäuser sowie Eigentumswohnanlagen und Firmengebäude errichten, an deren Mitarbeiterparkplätzen, Tiefgaragen, Stellplätzen oder Carports noch nicht einmal ein normaler 220-V-Stromanschluss vorgesehen ist, bleibt es für Pendler nun mal ausgesprochen schwierig, die Entscheidung pro Elektromobilität zu treffen.

Wenn wir nicht bereit sind, diese Rahmenbedingungen zumindest bei Neubauten oder Gebäudesanierungen zu schaffen, dann hat das E-Auto weiterhin nur ein Nischendasein vor sich. In der Folge werden Fahrzeuge wie der BMW i3 auch im Straßenbild nicht wesentlich sichtbarer – leider.

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