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»kfz-betrieb«-Auto-Check: Nissan Juke 1.5 DCI

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Beim Erstkontakt mit dem kleinen Crossover dominiert die expressive Optik. Doch der Juke erweist sich schnell als Stadtsportwagen, der trotz hoher Sitzposition ein knackiges Fahrverhalten bietet.

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Die Magie der Lichtkante: Das Design spielt beim Juke die Hauptrolle.
Die Magie der Lichtkante: Das Design spielt beim Juke die Hauptrolle.
(Foto: Rosenow)

Ein wenig hat sich der Betrachter an die, vorsichtig ausgedrückt, eigenwillige Form des Nissan Juke gewöhnt. Schließlich rollt das kompakte Sport-SUV laut Nissan schon in einer Stückzahl von 330.000 über Europas Straßen. Doch wer sich wieder einmal mit dem 4,13 Meter kurzen Crossover beschäftigt, der merkt: Abgesehen von der exaltierten Gestaltung der Frontleuchten ist das Design gar nicht so durchgeknallt. Es bringt genau das auf den Punkt, was der Juke sein soll – ein sportliches Auto für die City, in das man bequem einsteigen kann und das gute Übersicht bietet, das sich aber trotzdem agil durch den Stadtverkehr manövrieren lässt.

Wie die Haut über einen im Fitnessstudio perfektionierten Körper spannt sich das Karosserieblech über die kantigen Formen des Juke; insbesondere die Radhäuser wirken regelrecht muskulös.

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Mit der abfallenden Dachlinie und dem knackigen Heck haben die Nissan-Designer das geschafft, woran beispielsweise die Schöpfer des BMW X6 gescheitert sind: ein sportliches, aber unpeinliches SUV zu schaffen.

Für den agilen Fahreindruck sorgt vor allem das Fahrwerk. Um den Effekt des hohen Schwerpunkts auszugleichen und die Seitenneigung bei Kurvenfahrt gering zu halten, haben die Ingenieure Federung und Dämpfung recht straff ausgelegt. Die Kehrseite: Federungskomfort ist kaum vorhanden; vor allem Querfugen auf der Autobahn werden zur echten Belästigung – orthopädisch wie akustisch.

Sauberer, aber wenig spritziger Dieselmotor

Am wenigsten zum spritzigen Charakter des Juke passt der Antrieb, der 1,5-Liter-Turbodiesel von Renault. 81 kW/110 PS Leistung und 260 Newtonmeter Drehmoment versprechen einiges, aber das hohe Gewicht des Viertürers und die lange Getriebeübersetzung machen das meiste wieder zunichte. Der Vierzylinder ist ein braver Zieher, aber kein Sportmotor. Außerdem gibt es mittlerweile deutlich leisere und laufruhigere Selbstzünder – ganz besonders den neuen 1,6-Liter-DCI von Renault selbst.

Immerhin erfüllt das Aggregat bereits die Euro-6-Norm, und das ganz ohne zusätzliche Stickoxidentfernung. Eine Niederdruck-Abgasrückführung, die gefiltertes und gekühltes Abgas in den Brennraum leitet, reicht dafür aus.

Die meisten Kompromisse müssen Juke-Fahrer im Innenraum eingehen. Was die Karosserielinie schon andeutet – wenig Platz und Kopffreiheit im Fond und ein mickriger Kofferraum – lässt sich beim Öffnen der Türen endgültig nicht mehr leugnen. Der Juke ist ein Spaßauto für zwei Personen und 251 Liter Gepäck, das am besten auf mehrere kleine Rollkoffer aufgeteilt ist. Eine große Reisetasche passt nur in den Wagen, wenn die Rücksitzbank umgeklappt ist.

Fazit: Er sieht witzig aus und macht Spaß im Stadtverkehr und auf kurvenreichen Landstraßen, der Nissan Juke. Diesen Fahrspaß bezahlt der Fahrer aber mit schlechtem Federungskomfort und engem Innenraum.

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