»kfz-betrieb« Auto-Check: Nissan Qashqai – Preis trifft Leistung

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Einparken aus der Vogelperspektive

In der von uns gefahrenen Tekna+-Variante ist der Quashqai mit allem versehen, was das SUV-Fahrerherz begehren kann. Das sogenannte „Safety Shield 360“-Paket umfasst Assistenzfunktionen wie einen Spurhalte- und einen Totwinkelassistenten, Verkehrsschild- sowie eine Bewegungserkennung, die optisch und akustisch davor warnt, wenn sich hinter dem Fahrzeug etwas bewegt. Hinzu kommen rund um das Fahrzeug positionierte Kameras. Diese befinden sich in Außenspiegeln, Heckklappe und im Frontbereich und liefern dem Fahrer eine Rundumsicht auf den Monitor. Einziger Wermutstropfen dabei ist die etwas grob-pixelige Darstellung der Rückfahrkamera, die nicht mehr so ganz zeitgemäß wirken mag.

Die Rundumsicht aus der Vogelperspektive kommt auch beim Einparkassistenten zum Einsatz. Der Fahrer hat so den Überblick über das gesamte Umfeld beim Einparken und kann sich beim Lenken vom Auto helfen lassen. Lediglich Gas und Bremse sind noch eigenständig zu bedienen. Der Weg über das Bedienmenü dahin kann jedoch länger sein, als eigenhändig einzuparken.

Vielen Fahrern dürfte es ohnehin wichtiger sein, das eigene Smartphone mit dem Auto zu verbinden, um etwa die Lieblingsplaylist abspielen zu können. Sowohl Apple-Car-Play als auch Android-Auto sind hierfür vorhanden. Wer lieber noch Radio hört, freut sich über das DAB+-Radio und im Falle der Tekna+-Ausstattung sogar über eine Bose-Audioanlage.

Die Voll-LED-Scheinwerfer des Tekna+-Modells sind mit einer Fahrlichtautomatik und dem adaptiven Lichtsystem AFS ausgestattet. Für den wärmenden Fahrkomfort im Winter sorgen Sitzheizung, ein beheizbares Lenkrad sowie eine beheizte Frontscheibe. Letzteres ist eindeutig Geschmacksfrage. Durch die Heizdrähte können die Scheinwerfer des Gegenverkehrs im Dunklen irritieren. Aber auch tagsüber können die vertikal verlaufenden Drähte den Blick auf die Straße stören.

Raumkompromiss

In Zeiten, in denen Familienvans immer mehr der SUV-Modellpalette der Hersteller zum Opfer fallen, soll der Qashqai sicher auch die Zielgruppe der Familien mit durchschnittlich 1,6 Kindern ansprechen. Ein wichtiges Kriterium hierfür ist das Platzangebot. Gut gelungen ist beispielsweise das Raumangebot für Fahrer und Beifahrer: Auch mit 1,90 Meter Größe sind Fahrer gut im Cockpit aufgehoben. Ausreichend Kopf- und Beinfreiheit sorgen für ein angenehmes, nicht einengendes Raumgefühl. Für Mitfahrer im Fond geht es hingegen etwas beengter zu. Vor allem, wenn vorne und hinten Mitfahrer mit längeren Beinen und Körpergrößen Platz nehmen.

Dies gilt übrigens auch für Kinder mit Sitz oder Sitzerhöhung, da die Füße der kleinen Passagiere nicht unter den Vordersitz reichen und so an die Lehnen der Sitze stoßen. Bei Kindersitzen wird zudem das Anschnallen dank der relativ engen Sitzplätze zur akrobatischen Herausforderung: Entweder sind die Arme zu kurz oder die Sitze zu breit.

Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 365 Litern auch eher durchschnittlich groß. Im Alltag lassen sich Wasserkästen und Einkäufe stufenlos ein- und ausladen. Entfernt man den Kofferraumboden, hat man 100 weitere Liter zur Verfügung. Die hinteren Sitze sind leider fest verankert und lassen sich nicht nach vorn schieben, um etwas mehr Stauraum zu schaffen. Dennoch: Je nach Bedarf sollte der Platz für das Gepäck des sommerlichen Familienurlaubs meist ausreichend sein.

Familienfreundlicher Preis

Familienfreundlich sind sicherlich die Kosten des Quashqai. Auch wenn der volle Umfang an Komfort und Assistenzsystemen auch bei Nissan seinen Preis hat. Ist der Qashqai mit allem ausgestattet, was die Zusatzliste hergibt, wie beim Tekna+ der Fall, kostet das SUV 35.210 Euro. Damit liegt es in dieser Variante in etwa im mit der Konkurrenz vergleichbaren Durchschnitt.

Dennoch ist der japanische Allrounder ein echter Preis-Leistungs-Tipp: In der Visia-Grundausstattung ist er immerhin schon ab 21.790 Euro zu haben. Auch die N-Connecta-Variante, die einiges an Fahrerassistenzsystemen zu bieten hat, wie die 360-Grad-Rundumsicht und Verkehrszeichenerkennung, liegt bei sportlich günstigen 28.310 Euro. Dank solch einer Preisgestaltung hat der Qashqai auch weiterhin gute Chancen, Nissans Cashcow zu bleiben.

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