»kfz-betrieb«-Autocheck: Fiat Panda Twinair

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Der Fiat Panda ist eine sympathische Kiste mit vielen runden Ecken und Kanten. Sein Zweizylindermotor macht Spaß, bricht aber ausgerechnet sein wichtigstes Versprechen: den geringen Verbrauch.

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Fiat Panda: jetzt auch mit Design ausgestattet.
Fiat Panda: jetzt auch mit Design ausgestattet.
(Foto: Rosenow)

Den Fiat Panda als „Kiste“ zu bezeichnen ist nichts Despektierliches – schließlich speist sich das Image des kleinen Fiat nicht zuletzt aus der gelungenen Achtziger-Jahre-Werbekampagne über die „tollen Kiste“. Doch anders als die betont nüchtern gestalteten und einfach ausgestatteten Generationen 1 und 2 ist der neueste Panda, der seit 2012 verkauft wird, ein Wagen, der auch Kunden mit höheren Ansprüchen an Design und Komfort locken soll.

Seine praktischen Tugenden vernachlässigt er darob nicht. Vier Türen und ein ordentliches Raumangebot sind Serie, und sogar das legendäre offene Ablagefach im Armaturenbrett, das die Erstserie besaß, hat Fiat wieder eingeführt. Leider ist es nicht mit Stoff bespannt, sondern besteht aus hartem und glattem Kunststoff.

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Erstmals hat Fiat sein Einsteigermodell durchgehend nach einem eigenen Designkonzept gestaltet. Prägendes Element ist das sogenannte Sqircle, ein Quadrat mit abgerundeten Ecken, das sich an vielen Stellen vor allem im Innenraum wiederfindet – beispielsweise bei den Instrumenten und im Lenkrad. Außerdem mühten sich die Designer mittels schwarz lackierter Flächen um einen hochwertigen Gesamteindruck, den allerdings billig wirkende Details wie die Fensterheberschalter wieder eintrüben. Und die grobpixeligen, orange hinterleuchteten LCD-Displays, die in fast jedem Fiat zu finden sind, hat wahrscheinlich noch Gianni Agnelli selig eingekauft.

Agiles Fahrverhalten im Stadtverkehr

Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem VW Up oder dem Kia Picanto wirkt der Panda hochbeinig und fast wie ein kleines SUV. Auch die Sitzposition ist relativ hoch und bietet gute Übersicht im Stadtverkehr. Die kompakten Abmessungen und die leichte Lenkung machen den Viertürer schön agil; bei schneller Fahrt auf kurvenreichen Landstraßen ist das Fahrverhalten jedoch wankig und unsportlich. Die gefühllose Lenkung verstärkt diesen Eindruck noch.

Immerhin sorgt das Chassis für einen anständigen Federkomfort. Selbst grobe Stöße können die solide verarbeitete Karosserie nicht zu Klapper- und Knistergeräuschen anregen. Das gelingt vielmehr dem Motor: Fiats einzigartiger Twinair-Zweizylinder tritt im Panda mit 63 kW/85 PS an und beflügelt den Kleinwagen unter heftigen Vibrationen zu durchaus forschen Fahrleistungen. Diese untermalt er mit einem knurrenden Klang, der bei hoher Last ziemlich laut ist, bei gleichmäßiger Fahrt aber sofort in den Hintergrund tritt.

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