Kfz-Gewerbe Bayern fürchtet Folgen bei erneuter Kaufprämien-Diskussion

Autor / Redakteur: Doris Pfaff / Andreas Wehner

Der Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und die wiederholte Forderung nach einer Kaufprämie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird vom Kfz-Gewerbe nicht nur positiv gesehen. Albert Vetterl von Kfz-Gewerbe Bayern warnt vor erneuten Störungen für den Autoverkauf.

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Vor dem geplanten Autogipfel entflammt die Diskussion um Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotor von Neuem.
Vor dem geplanten Autogipfel entflammt die Diskussion um Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotor von Neuem.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Erst im Juni hatte die Bundesregierung mit ihrem Konjunkturpaket der Automobilbranche deutlich gemacht, dass sie die geforderte Kaufprämie für alle „sauberen” Fahrzeuge ablehnt. Vielmehr fördert sie weiterhin E-Autos und hat den staatlichen Umweltbonus verdoppelt. Nun erneuerte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Forderung nach einer Kaufprämie auch für bestimmte Verbrenner. Söder bezog sich damit auf die im Mai angeregte Innovationsprämie der Autoländer Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen mit dem Ziel, den Herstellern und Zulieferern schnell helfen und gleichzeitig die ökologische Transformation der Branche voranzutreiben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Söder bereits eine Absage erteilt und darauf hingewiesen, dass die Branche unterstützt werde, indem die Mehrwertsteuer gesenkt worden sei.

Auch das Kfz-Gewerbe Bayern sieht das Beharren des Ministerpräsidenten kritisch, weil eine Diskussion darum negative Effekte haben könnte. „Was der Autohandel jetzt unbedingt braucht, ist Ruhe, keine weiteren Störungen im Verkauf“, sagte Albert Vetterl, Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes. Damit spielt er auf die wochenlange Hängepartie im Vorfeld der Entscheidung der Bundesregierung für die E-Prämie an. Viele Kunden waren verunsichert und stornierten insbesondere im Mai sogar bereits getätigte Käufe.

Vetterl: Das Gewerbe in Entscheidungen einbinden

Seit der Forderung nach einer staatlichen Unterstützung der Kunden beim Autokauf hatte der gerade erst wieder geöffnete Autohandel eine Kaufzurückhaltung festgestellt, weil Kunden erst die Entscheidung des Bundes abwarten wollten. Am Ende waren so mehrere Wochen ins Land gezogen, bei denen der Handel auf seinen Fahrzeugen sitzen blieb.

Diese Unruhe schade dem Autohandel, machte Vetterl deutlich: „Wenn eine Prämie kommen soll, dann überhaupt nur eine, die auch die jungen sauberen Gebrauchten mit einschließt, also Tageszulassungen und bis zu zwei Jahre alte Fahrzeuge. Nur das würden dem Handel helfen.“ Der bayerische Branchenvertreter appellierte an die Politiker, weitreichende Entscheidungen, die das Kfz-Gewerbe betreffen, nur gemeinsam mit selbigem zu treffen. Vetterl: „Wir wissen, was wir brauchen. Die Politik nicht.“

Dem schloss sich auch ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn an. Er wiederholte seine Kritik, dass mit der Umweltprämie der Bund sich einseitig auf die Elektromobilität festgelegt habe. „Es zeigt sich, dass die Konzentration der Förderung auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu einem Ungleichgewicht im Handel führt. E-Fahrzeuge sind in diesem Jahr teilweise gar nicht mehr lieferbar, während Neuwagenbestände emissionsarmer Benziner und Diesel mit den neuesten Schadstoffnormen benachteiligt werden. Dabei ließe sich mit entsprechender Förderung ein weiterer Beitrag zur Emissionsminderung durch den Austausch älterer gegen neue Benziner und Diesel leisten."

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik