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Kfz-Gewerbe zwischen Rücken- und Gegenwind

| Autor: Christoph Baeuchle

Die Branche steht unter Druck. Doch statt zu jammern, stellt der Verband die Weichen und hat schon viel erreicht. Das zeigt sich bei der 47. Bundestagung in Berlin. Weitere Herausforderungen warten.

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(Bild: Zietz)

E-Scooter sorgen für viele Probleme. Aber steht man drauf und gibt Gas, macht die Nutzung viel Spaß. Ähnlich ist die Situation im Kfz-Gewerbe: „Das Auto macht viel Spaß, aber wir haben gewisse Schwierigkeiten“, sagte Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk zur Eröffnung der 47. Bundestagung. Unter dem Motto „Diesel, Daten, Digitales – Kfz-Gewerbe in Bewegung“ trafen sich rund 450 Vertreter aus der Verbandsorganisation und Gäste in Berlin.

Das Kfz-Gewerbe blickte zuversichtlich nach vorne, trotz schwierigem Umfeld: „In Deutschland wollen einige wenige Gruppen das Image der Autobranche an die Wand fahren“, kritisierte Hülsdonk. In anderen Ländern wie China und den USA würden sie über ein solches Verhalten ungläubig den Kopf schütteln.

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Der gesellschaftliche Gegenwind für des Deutschen liebstes Kind verschärft die ohnehin großen Herausforderungen der Branche: Diesel, Digitalisierung, Direktverkäufe – Autohäuser und Werkstätten sind im Betriebsalltag stark gefordert. „Wir bewegen viel aus dem Verband heraus“, betonte der Bundesinnungsmeister. „Damit sind wir überaus erfolgreich.“

Dafür gibt es zahlreiche Bespiele, so etwa den Umgang mit dem Diesel-Desaster. Während sich die Hersteller zurückzogen, hat sich das Kfz-Gewerbe für Deutschlands Vorzeigetechnologie stark gemacht. Über Jahre kämpfte der Verband für die Diesel-Hardwarenachrüstung. Nun ist sie da. Das stützt die Restwerte und macht die zum Teil unverkäuflichen Modelle wieder verkaufbar.

ZDK fordert Technologieoffenheit

Im Wettbewerb der Technologien dürfte auch der Diesel in Zukunft noch eine Rolle spielen. Dabei warnte der Verband davor, sich nur auf eine Technologien zu konzentrieren und diese zu fördern. Statt sich ausschließlich auf rein elektrische Fahrzeuge zu fokussieren, gelte es auch die Alternativen zu berücksichtigen.

„Wir brauchen eine Technologieoffenheit“, betont ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Anreize für Batteriefahrzeuge, die ihre Stärke im Kurzstreckenverkehr haben, sind aus Sicht des Verbands zwar sinnvoll, reichen aber nicht aus. Bei längeren Strecken und schweren Lasten seien andere Antriebskonzepte vorteilhafter. Dazu zählt beispielsweise ein mit synthetischen Kraftstoffen betriebener Verbrennungsmotor und das Thema Wasserstoff.

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Über den Autor

 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände