Doch während E-Fuels noch eher Zukunftsmusik sind, gewinnt der digitale Vertrieb, und damit auch das Thema Direktvertrieb, zunehmend an Bedeutung. Zugleich fordern Hersteller und Importeure weiter hohe Investitionen in die Betriebe – in Stein, Glas und Boden. Das passt nicht zusammen, vor allem nicht allein mit dem traditionellen Vergütungssystem.
Der ZDK fordert eine Ergänzung um eine Vergütung im Pachtmodell, wie ZDK-Vizepräsident und Fabrikatssprecher Thomas Peckruhn erläuterte: Er verwies auf den für Händler bestehenden festen Kostenblock durch Standards, Vorführwagen und Verkäufer. „Wir brauchen eine feste Restmarge“, so Peckruhn. „Egal ob das Geschäft gelaufen ist oder nicht.“
Noch ist nicht klar, ob sich der Verband mit seinem Vergütungsvorschlag durchsetzen kann und welche Fabrikate mitziehen. Klar ist allerdings, dass sich ein Erfolg nur gemeinsam erzielen lässt. Das gilt auch für andere Themen der Verbandsorganisation. Je stärker ein Verband ist, desto größer ist seine Durchsetzungskraft.
„Wir sind der Zentralverband“, hob Präsident Karpinski mit Blick auf die rund 36.750 Mitgliedsbetriebe hervor. Dazu gehören sowohl kleine Werkstätten als auch große Autohausgruppen. „Im ZDK sind alle aufgehoben.“ Das ist auch der Gegensatz zum jüngst gegründeten Verband der Markenvertragshändler, kurz VMH, der sich künftig um die Interessen der großen Autohausgruppen kümmern will.
Ausbildungszahlen erneut gestiegen
Das ZDK-Präsidium betonte, sich auch um größere Handelsgruppen zu kümmern. Sie seien fester Bestandteil des Verbandes und es gelte, sich noch besser zu integrieren. Vertreter der Verbandsorganisation haben bereits zahlreiche Gespräche mit großen Gruppen geführt.
Dass trotz allem Gegenwind die Branche und das Automobil an Attraktivität nichts verloren haben, ist dem Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen auf Innungs-, Landes- und ZDK-Ebene geschuldet. Das zeigt sich am besten am Interesse der jungen Generationen: Zum fünften Jahr in Folge stiegen die neu abgeschlossenen Azubiverträge. 23.000 Jugendliche entschieden sich in diesem Jahr für eine Ausbildung in einem Autohaus oder einer Werkstatt. Bundesinnungsmeister Hülsdonk ist zu recht stolz darauf: „Das sind gigantische Zahlen, worum uns andere Branchen beneiden.“
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