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Kia-Händlerverband: „Ziele müssen nachvollziehbar sein“

Autor: Andreas Wehner

Kia spürt den schwächelnden Markt und hat daher die Zielvereinbarungen für die Händler reduziert. Der Händlerverband fordert generell mehr Transparenz bei der Ermittlung der Jahresziele.

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(Foto: Wehner)

Auch Kia spürt den schwächelnden Markt. „Das führt vermehrt zu hektischen Monatsendaktionen“, sagte der Vorsitzende des Kia-Händlerverbands, Dirk Riemann, auf der Jahreshauptversammlung am 15. Juni in Düsseldorf. Der Verbandschef kritisierte, dass oft vor allem ausgewählte Händler mit besonders günstigen Tageszulassungsangeboten versorgt würden. Er forderte eine Gleichbehandlung aller Partner mit auf den jeweiligen Standort zugeschnittenen Angeboten. Gleichzeitig müsse die Graumarktquote zurückgefahren werden. An die Händler appellierte Riemann, die Preisdisziplin zu wahren.

Als eine der wichtigsten Baustellen bezeichnete Riemann die Ermittlung der Jahresziele. „Leider hat Kia hier wieder nach dem Gießkannenprinzip gearbeitet“, sagte der Verbandsvorsitzende. Der Gesamtabsatz des vergangenen Jahres werde durch die Zahl der Standorte geteilt und dieser Betrag für jeden Vertragspartner mit einem Aufschlag versehen.

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Das sei nicht transparent. „Die Ziele müssen nachvollziehbar sein. Steigerungen können diskutiert werden, aber die Trauben dürfen nicht zu hoch hängen“, sagte Riemann. Wichtig sei, dass man rechtzeitig über die Jahresziele spreche und dass für jeden Partner die regionalen Gegebenheiten berücksichtig würden.

Ziele bereits im März reduziert

„Wir haben realistische Ziele. Und wir waren einer der ersten Hersteller, die bereits im März die Zielvereinbarungen zurückgefahren haben“, sagte Martin van Vugt, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland. Kia hatte die ursprünglichen Händlerziele um durchschnittlich zehn Prozent reduziert. Deutschlandweit rechnet Kia inzwischen für 2013 mit 63.000 Neuzulassungen. Dem Importeur sei nicht daran gelegen, vorwiegend mit Tageszulassungen zu arbeiten, sagte van Vugt: „Wir haben in diesem Jahr keinen Euro mehr ausgegeben, nur um unsere Ziele zu erreichen.“

Problematisch war nach Ansicht des Händlerverbands die Einführung des sogenannten 777-Pakets. Im Rahmen dieser Aktion können Kia-Kunden seit Jahresanfang zusätzlich zur siebenjährigen Garantie sieben Jahre kostenlose Wartung bekommen. „In der Sache ist das ein gutes Angebot, um sich von anderen Marktteilnehmern zu differenzieren“, sagte Riemann.

Die Konditionen im ersten Quartal waren jedoch für den Handel nicht zufriedenstellend. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Aktion ohne entsprechende Konditionen im Aftersales nicht funktionieren wird“, so der Verbandsvorsitzende. Inzwischen habe Kia nachgebessert. Problematisch sei, dass die Werbung suggeriert habe, dass die kostenlose Wartung automatisch bei jedem verkauften Auto dabei sei.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«