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Klimadebatte: Kfzler bemängeln fehlende Alternativen zum Auto

Autor: Christoph Seyerlein

Dass die Forderung des Umweltbundesamtes, Autofahren deutlich zu verteuern, in der Kfz-Branche wenig Begeisterung auslöst, überrascht wohl keinen. Eine Umfrage von »kfz-betrieb« zeigt aber: Vielen Kfzlern geht es in der Debatte gar nicht so sehr um das Auto an sich.

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Laut Umweltbundesamt wären im Verkehrssektor drastische Einschnitte nötig, um die Klimaziele erfüllen zu können.
Laut Umweltbundesamt wären im Verkehrssektor drastische Einschnitte nötig, um die Klimaziele erfüllen zu können.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das vergangene Woche veröffentlichte Positionspapier des Umweltbundesamtes zum Klimaschutz hat hohe Wellen geschlagen. Unter anderem forderte die Behörde, Autofahren müsse deutlich teurer werden, wolle Deutschland die Klimaziele erfüllen. Beispielsweise sei es nötig, bis 2030 den Preis für Diesel pro Liter um mehr als 70 Cent zu erhöhen, Benzin müsse etwa 47 Cent mehr kosten.

In der Kfz-Branche kommen diese Ideen erwartungsgemäß nicht gut an. Im Rahmen einer Umfrage von »kfz-betrieb« bei Instagram mit insgesamt 1.840 Teilnehmern bewerteten 93 Prozent die geforderten Maßnahmen als übertrieben.

In zahlreichen Direktnachrichten an die Redaktion begründeten viele User ihre Meinung. Dabei kristallisierte sich eines heraus: Selbst einigen Kfz-affinen Menschen geht es nicht unbedingt um das Auto an sich. Vielmehr fehlt es an passenden Alternativen, den Alltag ohne Fahrzeug ähnlich gestalten zu können.

Mehrere User machten darauf aufmerksam, dass ihr Wohnort zu schlecht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sei. So hieß es in einer Nachricht beispielsweise: „Nur weil man mehr zahlt, verbraucht das Auto ja nicht weniger. Arbeit und Freunde kommen dadurch ja nicht näher.“

Zweifel am Nutzen für das Klima

Ein anderer User schrieb: „Auch wenn der Liter Diesel acht Euro kostet, muss ich zur Arbeit. Ich pendle, weil ich 1.) gerne auf dem Land wohne und dort zuhause bin und mich 2.) eine Wohnung in der Stadt unter dem Strich trotzdem mehr Geld kosten würde. Für die Bahn wohne ich zu weit außerhalb und meine Dienstzeiten passen auch nicht zum öffentlichen Nahverkehr.“

Einen nachhaltigen Effekt für das Klima alleine durch höhere Preise zweifelten einige User an. „Ich glaube nicht, dass die Mehrkosten dem Klima wirklich etwas bringen“, schrieb einer. Und ein anderer pflichtete bei: „Meiner Meinung nach sollten Kraftstoffe nicht teurer werden, sondern der ÖPNV günstiger.“

Sie wollen mitdiskutieren? Jetzt »kfz-betrieb« bei Instagram folgen!

»kfz-betrieb« befragt via Instagram jeden Sonntag User zu aktuellen Branchenthemen. Auch ansonsten steht auf dem Kanal der Community-Charakter im Vordergrund. Und auch eine Portion Spaß ist dort erlaubt und erwünscht. Wer dabei sein und sich beteiligen will, solltehier einmal vorbeischauen.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«