König: „2019 knacken wir die halbe Milliarde“

Geschäftsführer Dirk Steeger erläutert seine Strategie

| Autor: Christoph Baeuchle

Dirk Steeger, Geschäftsführer Autohaus G. König.
Dirk Steeger, Geschäftsführer Autohaus G. König. (Bild: Rehberg/»kfz-betrieb«)

Herr Steeger, 2017 wollten sie mit der König-Gruppe um rund 100 Millionen Euro wachsen. Haben Sie das Ziel erreicht?

Dirk Steeger: Ja, wir haben uns für das Ende August endende Geschäftsjahr einen Umsatz von 360 Millionen Euro vorgenommen. Das haben wir geschafft. Im Jahr zuvor waren es 250 Millionen Euro.

Geht die Entwicklung so weiter?

Das ist unser Ziel: Für 2018 haben wir einen Umsatz von 420 Millionen Euro geplant, im Folgejahr wollen wir die 500-Millionen-Grenze knacken.

Wo kam das Wachstum in den vergangenen Monaten her?

Abgesehen von einer kleinen Filiale sind wir rein organisch gewachsen. Bei Renault Pkw haben wir den Neuwagenabsatz um ein Drittel gesteigert und rund 14.000 Fahrzeuge verkauft. Das waren nicht nur Twingos, sondern mehr und mehr Fahrzeuge aus dem C-Segment. Zudem hatten wir das erste volle Jahr mit den Fiat-Marken.

Und wie wachsen Sie künftig?

Wir schauen uns auf dem Markt um, wir müssen uns zügig groß aufstellen. Der Konzentrationsprozess in der Branche schreitet noch wesentlich schneller voran, als ich es erwartet habe. Kleine Familienbetriebe wird es auch künftig geben, mittelgroße Autohäuser haben keine Chance.

Was verstehen Sie unter mittelgroß?

Alle Händler in einer Größenordnung von zwei bis acht Filialen. Wer überleben will, muss mindestens eine vierstellige Zahl an Neufahrzeugen verkaufen. Nur so können sie die notwendigen Strukturen aufbauen und finanzieren. Diese sind notwendig, um auch als Arbeitgeber interessant zu sein.

Was ist für den Erfolg entscheidend?

Für uns gelten drei Prämissen: Habe die Ware und sprich über sie. Sei da, wenn der Kunde dich braucht. Ich verstehe nicht, wie Autohändler am Samstag nur mit halber Verkaufsmannschaft arbeiten und um 14 Uhr schließen. Jeder Möbelladen hat am Samstag bis 20 Uhr offen, und bei Ikea kann ich sogar sonntags Köttbullar essen. Wir orientieren uns erfolgreich an anderen Einzelhandelsbranchen.

Inwiefern?

Wir haben zehn bis zwölf Prozent Marktanteil mit Renault. Das gibt die Marke doch gar nicht her. Die Leute rütteln an den Läden anderer Händler. Weil sie da nicht reinkommen, kommen sie zu uns.

König ist vor allem für seine Preise bekannt.

Werbung und Preis spielt natürlich auch eine Rolle. Wir haben den Begriff „Preiswahrheit“ eingeführt. Wir haben für den Kunden bereits verhandelt. Deshalb arbeiten wir nicht mit dem Listenpreis, sondern schreiben die Preise direkt aufs Auto. Was schätzen Sie: Wie viel gehen wir mit dem Preis noch nach unten?

Zehn Prozent.

Null Prozent. Wir haben keine Zeit zum Verhandeln, wir wollen verkaufen. Unsere Verkäufer müssen nur den Preis ablesen, die haben beim Leasing noch ein oder zwei Schrauben, an denen sie etwas drehen können.

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