Die Bad Dübener Audi-, Mercedes-Benz- und VW-Autohausgruppe Kühne hat eine Arbeitgebermarke mit hoher Strahlkraft entwickelt. Darauf zahlen strukturierte Prozesse, persönliche Führung und kreative Mitarbeiterbenefits ein, die vor allem langjährige Treue belohnen. Die Jury des Automotive Business Awards 2026 sah den Händler damit unter den Gewinnerbetrieben.
Die Kühne-Gruppe ist bestrebt, ihre Mitarbeiter möglichst lange an sich zu binden.
(Bild: Jonas Blank)
Ein selbst gekochtes Drei-Gänge-Menü am privaten Esstisch des Inhabers Mike Kühne und seiner Frau Simone, mit ausführlicher Zeit für Gespräche – so wird bei der Bad Dübener Kühne-Gruppe die zehnjährige Betriebszugehörigkeit der Mitarbeitenden zelebriert. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, die zeigen, wie hoch der Stellenwert ist, den die gut 350 Menschen in der Autohandelsgruppe genießen.
Geboren wurde der starke Fokus auf das Wohl der Mitarbeitenden aus der Not heraus: „Trotz Anzeigen, Agenturen und Social-Media-Kampagnen blieben bei uns in der Vergangenheit Stellen unbesetzt und die Fluktuation war hoch. Das externe Recruiting war teuer, aber nicht nachhaltig“, erinnert sich Mike Kühne. Statt mit einem neuen HR-Konzept gegenzusteuern, tat Kühne etwas ganz anderes: „Wir haben angefangen, unsere Mitarbeiter so zu behandeln, wie sie ihre Kunden behandeln sollten. Und es keimte in uns die Erkenntnis, dass man keine exzellenten Kunden gewinnen kann, wenn man seine eigenen Mitarbeiter verliert“, erläutert der Unternehmer.
Das heutige Leitbild der Autohausgruppe „Mitarbeiter im Fokus – weil es persönlicher ist!“ nahm schrittweise Form an. Ein Chef zum Anfassen, eine direkte Präsenz der Geschäftsführung in allen Filialen, kurze Entscheidungswege und eine persönliche Führung zeichnen das Familienunternehmen heute aus, das in elf Filialen in Sachsen und Brandenburg die Pkw- und Nutzfahrzeug-Marken Volkswagen, Audi, Mercedes-Benz, Evobus, Unimog und Mitsubishi-Fuso vertreibt.
Im Laufe der Jahre hat Kühne eine Arbeitgebermarke mit einer hohen Strahlkraft in der Region entwickelt. Die Basis bilden schlanke und genau definierte Prozesse – vom Recruiting über das Onboarding bis zur Ehrung des 40. Jubiläums – und die Kernwerte „wertschätzend, verlässlich und persönlich“.
Die Kirsche auf der Sahne bilden kreative Ideen, mit denen die Handelsgruppe Auszubildende und Fachkräfte findet und langfristig an das Unternehmen bindet. Beispielsweise erhält jeder neue Auszubildende hochwertige Marken-Sneaker mit eingearbeitetem Kühne-Logo geschenkt – ein Gimmick, das laut Mike Kühne schon bei manch einem jungen Menschen dazu beigetragen hat, sich für einen Ausbildungsplatz in der Autohausgruppe zu entscheiden.
Das Recruitingverfahren hat die Bad Dübener Autohausgruppe radikal entschlackt, um den Bewerbern innerhalb von maximal zwei Stunden eine erste persönliche Rückmeldung geben zu können. Als Gamechanger im Kampf um Fachkräfte bezeichnet Juniorchef Heinz Kühne, Markenverantwortlicher Volkswagen und Audi, aber vor allem die 3.000 Euro Bruttoprämie, die die Mitarbeitenden für jeden neu geworbenen Kollegen erhalten. Den Grund glaubt er zu kennen: „Menschen empfehlen nur Unternehmen, in denen sie selbst arbeiten. Damit wurde unsere Belegschaft zum stärksten Recruitingkanal“, bemerkt er. Anders als in der Vergangenheit sei man nicht mehr von teuren Jobbörsen oder Personalagenturen abhängig. Die Recruitingkosten konnten massiv gesenkt werden.
Ist der Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag unterzeichnet, tritt Kühnes durchdachter Onboarding-Prozess in Kraft: Bereits vor dem ersten Arbeitstag erhält jeder neue Mitarbeitende einen persönlichen Brief nach Hause, verbunden mit einem Zugang zum Intranet, das fast täglich mit Neuigkeiten, Geburtstagen und internen Beiträgen bespielt wird. Ein Ticketsystem sorgt dafür, dass die IT-Ausstattung, Telefonnummer und E-Mail-Adresse des neuen Kühne-Teammitglieds bereits vor dem ersten Arbeitstag eingerichtet sind.
Bewusst vorangetrieben wird bei Kühne der persönliche Austausch zwischen den Auszubildenden und den Führungskräften. So findet jedes Jahr ein Azubi-Kennenlerntag in der Bad Dübener Schützengilde statt, die Mike Kühne seit vielen Jahren fördert. Unter fachkundiger Anleitung machen die neuen Auszubildenden dort mit Führungskräften verschiedener Standorte unter anderem Bogenschießübungen. Erklärtes Ziel ist es, Barrieren zu überwinden und Brücken zu bauen. Kurz vor dem Ende der Probezeit lädt die Geschäftsführung zu einem persönlichen Probezeitgespräch ein. Dabei geht es nicht nur darum, wie der neue Mitarbeiter die ersten Monate erlebt hat, sondern auch darum zu erfahren, was man als Arbeitgeber besser machen kann.
Leisten die Auszubildenden schulisch mehr als der Durchschnitt, wird das mit einer Ausbildungsprämie belohnt. Über die gesamte Ausbildungszeit gemessen, können so bis zu 32.000 Euro zusammenkommen – eine Zahl, mit der Kühne auf Ausbildungsmessen regelmäßig für Aufmerksamkeit sorgt.
Stand: 08.12.2025
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Dem starken Wettbewerb aus der Industrie um Fachkräfte, bei denen eine Autohausgruppe gemessen am reinen Bruttolohn nicht mithalten kann, begegnet Kühne mit einer langen Reihe an Benefits als Ausgleich: von der Übernahme von Kitabeiträgen über ein Baby-Begrüßungsgeld bis hin zu einer betrieblichen Altersvorsorge und einer stillen Unternehmensbeteiligung. Außergewöhnlich ist auch der „Dienstwagen für nicht geschäftsfähige Personen“. Gemeint ist damit ein Kinderwagen, für den Kühne einen Zuschuss zahlt. Jedes Goodie ist dabei durchdacht: „Wir packen nicht einfach immer nur neue Benefits oben drauf, sondern passen unser bestehendes Angebot ständig an die tatsächliche Nachfrage der Mitarbeitenden an“, bemerkt Heinz Kühne.
Eine Jubiläumsordnung spiegelt den hohen Stellenwert wider, den die Mitarbeiterbindung bei Kühne hat. Mitarbeitertreue wird nicht erst ab dem zehnten Jahr gewürdigt. Bereits nach dem ersten Jahr Betriebszugehörigkeit überreicht die Geschäftsführung persönlich einen Dankesbrief. Nach fünf Jahren gibt es eine Urkunde zum Aufhängen am Arbeitsplatz sowie ein von der Geschäftsführung finanziertes Team-Essen. Beim 20-jährigen Jubiläum stellt Kühne für eine Woche ein Wunschauto samt 1.000 Freikilometern zur Verfügung. Ist ein Mitarbeitender seit 25 Jahren bei Kühne, darf er mit seiner Familie eine Woche Urlaub im firmeneigenen Ferienhaus verbringen. Wer 30 Jahre im Unternehmen ist, erhält einen Goldbarren. „Wir signalisieren unseren Mitarbeitenden damit, dass sie Teil unserer Geschichte sind“, unterstreicht Mike Kühne.
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Pro fünf Jahre Betriebszugehörigkeit bekommen die Mitarbeitenden zudem einen zusätzlichen Tag Urlaub: So lässt sich der gesetzliche Urlaubsanspruch auf bis zu 34 Tage ausbauen. Zudem unterstützt Kühne familienfreundliche Arbeitszeitmodelle.
Dass dieser Ansatz trägt, lässt sich an den Kennzahlen ablesen. Während die Fluktuation im Kfz-Gewerbe laut Branchenangaben bei knapp 30 Prozent liegt, verzeichnet Kühne rund 14,5 Prozent. Die Azubi-Übernahmequote beträgt beachtliche 98 Prozent. Über 90 Mitarbeitende sind seit über zehn Jahren im Unternehmen beschäftigt, knapp 20 sogar seit über 30 Jahren. Der längste Vertrag läuft seit rekordverdächtigen 50 Jahren. 7 von 26 Beschäftigten, die zuletzt in Rente gegangen sind, arbeiten in reduziertem Umfang weiter, etwa als Fahrer. Die konsequente Investition in Menschen zeigt sich zudem in Auszeichnungen wie dem wiederholt gewonnenen Großen Preis des Mittelstandes.
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