Maha-Gründer Winfried Rauch verstorben

Firmengründer wurde 74 Jahre alt

| Autor: Christoph Seyerlein

Winfried Rauch starb im Alter von 74 Jahren.
Winfried Rauch starb im Alter von 74 Jahren. (Bild: MAHA)

Der Firmengründer des Allgäuer Werkstattausrüsters Maha, Winfried Rauch, ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Wie das Unternehmen bekannt gab, erlag er am Montag in einem Münchener Krankenhaus einer Krankheit. „Winfried Rauch ist viel zu früh von uns gegangen und der plötzliche Tod ist ein großer menschlicher Verlust für uns alle“, so Thomas Förg, Geschäftsführer von Maha. „Dankbar blicken wir auf seinen Erfindergeist, seinen unermüdlichen Glauben an das Produkt und die Firma, sowie auf seine stets vorausschauende Arbeitsweise zurück“.

Winfried Rauch wurde am 2. Juni 1942 in Nesselwang geboren. Schon früh zeigte sich bei ihm eine Begeisterung für Zweiräder, im Alter von 16 Jahren fuhr er ein 500er BMW-Motorrad. Nach seinem Schulabschluss ließ er sich bei der Kemptener Maschinenfabrik zum Maschinenbauingenieur ausbilden und arbeitete in der Folge unter anderem für den Verpackungsspezialisten Dixie Union.

Nachdem er seine Wehrpflicht abgeleistet hatte, wagte Rauch 1964 den Schritt in die Selbstständigkeit. In seinem Elternhaus im allgäuerischen Durach begann er, mit Motorrad-Ersatzteilen zu handeln und Zweiräder, hauptsächlich von BMW, zu modifizieren. In dieser Phase traf er auch seinen späteren Geschäftspartner Josef Schilling. Zudem nahm Rauch als Fahrer an einigen Bergrennen in Österreich teil. Nach einem schweren Unfall im Jahr 1968 beendete er jedoch seine Rennfahrer-Laufbahn.

Die nun verfügbare Zeit nutzten Winfried Rauch und Josef Schilling, ein Autofachmann aus Haldenwang, um an der Entwicklung und Produktion eines Rollen-Bremsprüfstands zu arbeiten. Die Idee war den beiden gekommen, nachdem mehrere Kunden Schillings immer wieder durch den Bremstest beim TÜV gefallen waren. Noch im Jahr 1968 stand der erste Maha (Maschinenbau Haldenwang) Rollen-Bremsprüfstand in Schillings kleiner Werkstatt in Haldenwang. Schon bald wurden die ersten Interessenten auf die Entwicklung der beiden aufmerksam, den ersten Bremsprüfstand kaufte schließlich Josef Tomiceck aus Dietmannsried. Daraufhin meldeten Rauch und Schilling am 14. Mai 1969 auch offiziell ihr Unternehmen Maha beim Registergericht an.

Das Unternehmen mit Winfried Rauch und Josef Schilling an der Spitze wuchs rasch. 1970 nahm der erste Händler die Bremsprüfstände in sein Sortiment auf, 1971 entstand die erste Produktionshalle der Firma. Auch das eigene Portfolio erweiterte Maha schnell, beispielsweise bot das Unternehmen bald auch Hydraulische Werkstattpressen an.

Von der Werkstatt zum globalen Ausrüster

Nach weiteren Jahren des Wachstums stieg Mit-Gründer Josef Schilling Ende 1979 aus dem Unternehmen aus, um erneut eine eigene Firma zu gründen. Winfried Rauch ließ sich davon nicht beirren und führte Maha zu weiteren Erfolgen. 1987 wurde die im italienischen Pfitschthal die erste Tochtergesellschaft des Werkstattausrüsters im Ausland gegründet, im Jahr 1990 zählte das Unternehmen bereits 280 Mitarbeiter und verkaufte Waren im Wert von 50 Millionen DM.

In den 1990er Jahren trieb Rauch die Expansion weiter voran, es entstanden Tochtergesellschaften auf der ganzen Welt. Eine besondere Ehre wurde ihm im Jahr 2002 zuteil: Bundespräsident Johannes Rau verlieh Rauch am 14. November das Bundesverdienstkreuz am Bande. Am 5. Dezember 2011 übertrug Winfried Rauch sein Unternehmen schließlich der gemeinnützigen Stiftung Familie Rauch und der Familien-Stiftung Familie Rauch.

Winfried Rauch hat sein Unternehmen von einer kleinen Werkstatt zu einem globalen Ausrüster entwickelt. Mittlerweile ist Maha mit eigenen Niederlassungen und Vertretungen in mehr als 150 Ländern weltweit aktiv. Der Jahresumsatz für das Geschäftsjahr 2014/15 lag bei gut 156 Millionen Euro, der Gewinn bei über 5,5 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt Maha über 1.100 Mitarbeiter.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44258830 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Die großen Autohändler 2018: Fahrzeugwerke Lueg

Die großen Autohändler 2018: Fahrzeugwerke Lueg

Kein anderes Mercedes-Benz-Handelsunternehmen ist älter als 150 Jahre. Dieses Jubiläum feierte die Fahrzeug-Werke Lueg AG in diesem Jahr in Bochum. Gleichzeitig startete der Händler eine Reihe digitaler Zukunftsprojekte. lesen

Die großen Autohändler 2018: Rosier-Gruppe

Die großen Autohändler 2018: Rosier-Gruppe

Neue Struktur, neue Software, Debütveranstaltungen, digitale Prozesse und zahlreiche Umbauten – die Rosier-Gruppe steht nicht still. Dass der Kunde dabei nicht aus dem Blick gerät, bescheinigte dem Familienunternehmen jüngst eine externe Jury. lesen