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Mercedes: Rückrufe für GLE, GLS und G-Klasse

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Yvonne Simon

Probleme mit der hydraulischen Wankstabilisierung, den hinteren Bremssattelträgern und dem Sicherungsring der rechten, vorderen Seitenwelle sorgen für drei Aktionen an den SUV-Modellen.

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Auch die neue G-Klasse ist von dem Rückruf betroffen.
Auch die neue G-Klasse ist von dem Rückruf betroffen.
(Bild: Daimler)

Im Schatten des jüngst gegen Daimler verhängten Pflicht-Rückrufes finden bei Mercedes-Benz noch einige weitere Aktionen statt. Wie ein Daimler-Sprecher auf Anfrage bestätigte, laufen derzeit Maßnahmen für die G-Klasse (Baureihe 463) sowie die Modelle GLE, GLS (BR166) und GLE Coupé (BR292). Zu den betroffenen Stückzahlen machte er keine Angaben, was in der Regel ein Indiz dafür ist, dass es nicht nur um einige wenige Einheiten geht.

Den längsten Produktionszeitraum – November 2010 bis Juni 2016 – umfasst der Rückruf für die Baureihen 166 und 292 (letztere seit 2015) mit hydraulischer Wankstabilisierung „Active Curve System“. Unter dynamischen Fahrbedingungen und bei einem Ölstand unterhalb des Minimallevels könne Ölschaum im Ölvorratsbehälter des Systems entstehen und über die Entlüftungsbohrungen am Deckel des Vorratsbehälters austreten, erklärte der Sprecher. „Je nach Orientierung der beiden Entlüftungsbohrungen könnte das austretende Öl auf heiße Bauteile der Abgasanlage sprühen.“ Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Prüfung und Korrektur des Ölstandes sowie die Nacharbeit des Verschlussdeckels am Vorratsbehälter soll circa 30 Minuten dauern.

Die anderen beiden Rückrufe betreffen die G-Klasse aus dem Bauzeitraum Dezember 2017 bis April 2018. Bei den Geländewagen könnte der Sicherungsring der rechten Seitenwelle an der Vorderachse nicht korrekt montiert sein oder fehlen. Die AMG-Version könnte zusätzlich Risse im Bremssattelträger an der Hinterachse aufweisen.

„Durch dynamische Belastung im Fahrbetrieb könnten sich die Risse vergrößern, was in der Folge zu einem Versagen der Bremssattelträger führen könnte. Dies würde aufgrund der dadurch verlorenen Fixierung der Bremsbeläge zu deutlichen Geräuschen führen", sagte der Sprecher. Würde dies ignoriert, sei eine Beeinträchtigung der Bremsleistung an der betroffenen Bremszange nicht ausgeschlossen. Für den Tausch der Bremssattelträger an der Hinterachse sind circa 2,5 Stunden vorgesehen.

Bei dem Sicherungsring-Problem besteht die Gefahr, dass die Seitenwelle nicht mehr fixiert ist und in Kontakt mit der Verzahnung des Vorderachsgetriebes kommen könnte. Neben Beschädigungen der Verzahnung, verbunden mit erheblicher Geräuschentwicklung, könne in diesem Fall das rechte Vorderrad kurzzeitig blockieren, so der Sprecher. „In der Folge könnte die Funktion des Differentials an der Vorderachse ausfallen.“ Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Prüfung beziehungsweise Nacharbeit des Sicherungsrings wird bis zu sechs Stunden in Anspruch nehmen.

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 Niko Ganzer

Niko Ganzer

Freier Journalist